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Urlaubsabgeltung und nachtzuschlag


| 22.09.2017 10:07 |
Preis: 51,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Arbeitsrecht, Nachzuschlag, Ausschlussklausel


Am 14.8.2017 lief mein befristeter Arbeitsvertrag aus, da ich seit 3.1.2017 erkrankt bin.
Jetzt weigert sich mein Arbeitgeber, mir meinen resturlaub aus 2016 auszuzahlen. Mit der Begründung, es habe eine telefonische Absprache gegeben,meinen Urlaub auf Dezember zu verteilen, da Arbeitgeber keine Arbeit hat. Dazu muss ich sagen,dass ich in häuslicher Pflege arbeitete und der Klient mir Hausverbot erteilte.( AG zeigte Klient bei Jugendamt an ,welcher glaubte, Ich sei dies gewesen. )
Des weiteren stellte ich fest, dass die nachtzuschläge pauschal mit 150 Euro monatlich abgegolten wurden. Ich arbeitete jedoch in vollzeit mit einer 45 std.Woche in Dauer Nachtschicht. Auf lohnzettel steht 25% nachtzuschlag. Aber bei im durchschnitt 150 nachtstunden, ( pro monat )stimmen die 150 Euro ja wohl kaum bei einem bruttoverdienst von 2600 Euro.
Ich wollte meinen Arbeitgeber nix böses und möglichst kein Gerichtsverfahren . Aber nun ,nachdem dee Anwalt mir schrieb, ich hätte sogar Minusstunden, bin ich sauer. Denn die dienstpläne wurden ständig zu gunsten der Freiberufler und 450 Euro Kräften geändert . Welche Rechte habe ich?
Was soll ich tun?
Vielen dank vorab
Mfg
22.09.2017 | 11:03

Antwort

von


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37073 Göttingen
Tel: 0551-5211627
Web: www.RAScheide.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sie sollten auf jeden Fall einen Rechtsanwalt vor Ort aufsuchen und ihm Ihre Situation schildern, damit dieser Ihre Ansprüche gegenüber Ihrem Ex-Arbeitgeber schriftlich und ggf. gerichtlich geltend macht. Dies hat folgende Gründe:

1. Uraub, der erst im Kalenderjahr 2017 entstanden ist, kann nicht schon im Dezember 2016 genommen worden sein. Urlaubsabgeltung für Urlaub aus 2017 kann daher mit diesem Argument nicht verweigert werden.

2. Gem. § 6 Abs. 5 Arbeitszeitgesetz (ArbZG) "hat der Arbeitgeber dem Nachtarbeitnehmer für die während der Nachtzeit geleisteten Arbeitsstunden eine angemessene Zahl bezahlter freier Tage oder einen angemessenen Zuschlag auf das ihm hierfür zustehende Bruttoarbeitsentgelt zu gewähren". Dieser Zuschlag beträgt, wenn nicht tarif- oder arbeitsvertraglich etwas anderes vereinbart ist, mindestens 25 % auf den Bruttostundenlohn. Bei der besonderen Belastung durch Dauernachtarbeit erhöht sich dieser Anspruch in der Regel auf 30 %. (siehe BAG , Urteil vom 9. Dezember 2015, Az. 10 AZR 423/14; Vorinstanz: LAG Hamburg, Urteil vom 9. April 2014, Az. 6 Sa 106/13)

Lassen Sie prüfen, Ihnen tarif- oder arbeitsvertraglich höhere Zuschläge zustehen. Das sollte aus Ihrem Arbeitsvertrag hervorgehen.

Machen Sie die Ihnen zustehenden Zuschläge bzw. die Differenz zu den gezahlten 150 €/Monat umgehend schriftlich/gerichtlich geltend

3. Die Berechnung von "Minusstunden" bedarf einer verbindlichen Vereinbarung über die Führung eines Arbeitszeitkontos und ist nur sehr eingeschränkt zulässig. Auch diese Behauptung des Arbeitgebers sollten Sie daher prüfen lassen.

4. Oft enthalten Arbeitsverträge sogenannte Ausschlussklauseln, wonach Ansprüche innerhalb einer bestimmten Frist schriftlich geltend gemacht werden müssen, ansonsten verfallen sie. Daher sollten Sie mit der Prüfung und Geltendmachung nicht lange warten, damit Ihnen berechtigte Ansprüche nicht verfallen. Evtl. versucht der Arbeitgeber hier auf Zeit zu spielen und sie hinzuhalten bis die Ausschlussfristen abgelaufen sind. Achtung: Das Bundesarbeitsgericht hat in der Vergangenheit arbeitsvertragliche Ausschlussfristen des öfteren für unwirksam erklärt, wenn sie zu kurz (kürzer als 3 Monate) waren oder auch gesetzliche Ansprüche ausgeschlossen werden sollten, was nicht zulässig ist. Auch wenn Ihr Arbeitsvertrag eine solche Klausel enthält, muss diese nicht zwangsläufig wirksam sein.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen. Meine Kanzlei ist auf die bundesweite Vertretung in arbeitsrechtlichen Angelegenheiten ausgerichtet.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Ingo Scheide

Nachfrage vom Fragesteller 22.09.2017 | 11:54

Vielen dank für die schnelle Antwort. Was den Urlaub betrifft, da handelt es sich um den anteiligen Urlaub aus 2016. befristeter Vertrag vom 15.8.2016 bis 14.8.2017. kann mir der Arbeitgeber einfach den Urlaub für Dezember eintragen,weil er keine Arbeit hat? Außerdem bekam ich erst mit Ende Arbeitsverhältniss die Stundennachweise vom August bis Dezember 2016 , da angeblich Fehler im system bzw. Virus.
Mfg

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.09.2017 | 17:12

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Nachfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Urlaub kann nicht einseitig vom Arbeitgeber "angeordnet" werden. Einseitig gegen den Willen des Arbeitnehmers angeordneter Urlaub ist kein Urlaub, sondern eine bezahlte Freistellung, die nicht auf den Urlaub anzurechnen ist.

Sie sollten also die Urlaubsabgeltung auf jeden Fall prüfen und schriftlich, ggf. gerichtlich geltend machen lassen.

Mit freundlichen Grüßen,

Ingo Scheide
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 22.09.2017 | 17:16


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