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Urhebrrecht, Lichtbildwerke, § 68 alte Fassung


17.11.2004 16:09 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht



Unter meiner Federführung soll ein Werkverzeichnis zum Oeuvre eines 1997 verstorbenen Künstlers erscheinen. Kurz vor Abschluss der Arbeiten sind wir auf eine Rechtsfrage in Zusammenhang mit dem Urheberrecht an den von uns benutzten Abbildungen gestoßen.
Das Buch versteht sich als wissenschaftliche Publikation, die in einer Auflage von lediglich tausend Stück erscheinen wird. Die zu besprechenden 250 Werke werden durch jeweils eine Schwarzweiß-Fotografie (meist etwa 5 cm x 5 cm) dokumentiert.
Der größte Teil der Fotos wurde vor 1969 von einschlägigen Kunstfotografen gefertigt und auch vor 1969 publiziert. Nach meiner Kenntnis sind aufgrund des § 68 des alten Urheberrechtes solche „Lichtbildwerke“ nach 25 Jahren nicht mehr geschützt. Der § 68 wurde erst 1995 gestrichen. Die Erben eines bekannten, 2001 verstorbenen Pressefotografen behaupten nun aber, auch wenn dies rechtlich so geregelt wäre, stünden ihnen dennoch Tantiemen bei einer erneuten Veröffentlichung zu. Eventuell gibt es bei typischen Pressefotos eine derartige Regelung, auf die die Erben des Fotografen sich im vorliegenden Fall missverständlich berufen. Es handelt sich jedoch bei einem Foto, das den Künstler 1959 - allein mit sich und seiner Kunst - in seinem Atelier zeigt, wohl kaum um ein „Dokument der Zeitgeschichte“. Meines Erachtens ist der Vergütungsanspruch an einen bestehenden urheberrechtlichen Schutz geknüpft. Man kann für Werke, die nicht mehr geschützt sind, doch wohl keine Tantiemen verlangen.
Ist diese meine Rechtsauffassung, die sich auf das Buch „Meine Rechte als Urheber“ von RA. Dr. Gernot Schulze, Verlag Beck DTV, 4. Auflage erschienen 2000 stützt, richtig, oder habe ich da etwas missverstanden?

Sehr geehrter Anfragender,

nach meiner Einschätzung wollen Sie heute ein Werk auf den Markt bringen, in dem Sie heute Lichtbilder verwenden. Der Schutz der Lichtbilder richtet sich nach § 72 UrhG. Die Verjährung beträgt nach § 72 Abs. 3 UrhG 50 Jahre. Sie wird nach § 69 UrhG berechnet.

Dies bedeutet, dass die Lichtbilder noch immer einem urheberrechtlichem Schutz unterliegen.

Aus diesem Grund halte ich den Anspruch der Erben dem Grunde nach für berechtigt.

Hinsichtlich der Höhe des Vergütungsanspruches würde ich auf der Basis des Tarifes würde ich auf der Basis des Tarifes

Gebühren für den Abdruck von Werken der Bildenden Kunst und Fotografien i. S. § 2 Abs. 1 Ziff. 4 und 5, § 72 UrhG in Büchern und Broschüren

vgl. http://www.bildkunst.de/tarife1.html

mit den Erben verhandeln.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Auskünften weiter geholfen zu haben und wünsche Ihnen mit Ihrem Werk viel Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen
Kai Breuning
- Rechtsanwalt -


UrhG § 72 Lichtbilder

(1) Lichtbilder und Erzeugnisse, die ähnlich wie Lichtbilder hergestellt werden, werden in entsprechender Anwendung der für Lichtbildwerke geltenden Vorschriften des Teils 1 geschützt.

(2) Das Recht nach Absatz 1 steht dem Lichtbildner zu.

(3) Das Recht nach Absatz 1 erlischt fünfzig Jahre nach dem Erscheinen des Lichtbildes oder, wenn seine erste erlaubte öffentliche Wiedergabe früher erfolgt ist, nach dieser, jedoch bereits fünfzig Jahre nach der Herstellung, wenn das Lichtbild innerhalb dieser Frist nicht erschienen oder erlaubterweise öffentlich wiedergegeben worden ist. Die Frist ist nach § 69 zu berechnen.


UrhG § 69 Berechnung der Fristen

Die Fristen dieses Abschnitts beginnen mit dem Ablauf des Kalenderjahres, in dem das für den Beginn der Frist maßgebende Ereignis eingetreten ist.

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