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Unverhältnismäßig hohe Schadensersatzforderung


02.10.2017 11:24 |
Preis: 40,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo!
Am besten komme ich gleich zum Thema: Beim Einzug in meine neue Wohnung habe ich mit dem Mietwagen leicht das Vordach gerammt. Aber wirklich nur leicht, so dass an zwei handflächengroßen Stellen die Farbe abgeplatzt ist und an der Ecke die Metalleinfassung gequetscht wurde. Weder die Dichtigkeit noch die Bausubstanz ist betroffen. Da ich als Facharbeiter in der Metallbranche tätig bin, weiß ich, dass die Metalleinfassung sich im Handumdrehen reparieren lässt.
So ehrlich, wie ich nun mal bin, habe ich den Schaden dem Vermieter gemeldet. Er schickt mir daraufhin einen Kostenvoranschlag in Höhe von €3300, ziemlich unverhältnismäßig wie ich meine. Den Kostenvoranschlag hat der Vermieter selber erstell, da er eine Maler- bzw. Stuckfirma betreibt. Darin will er rund die Hälfte des Betrags fürs Verputzen sowie Streichen haben und die andere Hälfte ist eine Pauschale vom Dachdecker.
Privathaftpflichtversicherung habe ich nicht, über die Haftpflicht des Mietwagenvermieters will ich den Schaden nicht abwickeln, da das Auto schon vorher ziemlich beschädigt (mehr als 50 Vorschäden) gewesen ist. Vielmehr würde ich den Schaden aus eigener Tasche begleichen.
Wegen der Unverhältnismäßigkeit des Schadens habe ich dem Vermieter angeboten selber einen Meisterbetrieb für die Schadensbeseitigung zu beauftragen. Der Vermieter lehnt es ab und besteht darauf, dass ich den Kostenvoranschlag an die Haftpflichtversicherung weiterleite. Nach Ablauf von 10 Tagen will er das Vordach reparieren und die Kosten einklagen.
Was wäre in meine Situation das klügste? Soll ich einen alternativen Kostenvoranschlag einholen? Soll ich mich passiv verhalten und nach der Reparatur eine transparente Übersicht der angefallenen Kosten verlangen? Macht es Sinn sich mit dem Vermieter auf einen Rechtsstreit einzulassen? Für eine wegweisende Antwort wäre ich dankbar!

Schöne Grüße aus Köln
02.10.2017 | 12:15

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Unstreitig ist, dass Sie einen Schaden verursacht haben und für die Beseitigung aufkommen müssen.
Da Sie keine private Haftpflchtversicherung haben, die für den Ausgleich aufkommen wird, bleibt die Mietwagenhaftpflicht (unverständlich ist hier, wieso Sie diese nicht in Anspruch nehmen, da die vielen Vorschäden nicht in Ihren Verantwortungsbereich fallen) oder die Zahlung durch Sie selbst, welche Sie favorisieren.
Eine Privathaftpflichtversicherung ist eine freiwillige Versicherung, so dass der Vermieter auch nicht auf Weiterleitung an die Versicherung bestehen kann.

Einziger Streitpunkt scheint hier die Höhe des Kostenvoranschlages zu sein. Es steht Ihnen frei, einen eigenen Kostenvoranschlag einzuholenund diesen dem Vermieter zur Kenntnis zu bringen. Dies macht insbesondere dann Sinn, wenn Sie davon ausgehen, dass die Schadenshöhe erheblich niedriger zu bewerten ist, als in dem vom Vermieter überreichten Kostenvoranschlag.

Erst nach Einholung eines weiteren Kostenvoranschlages wissen Sie auch, ob es Sinn macht, sich mit dem Vermieter auf einen Rechtsstreit wegen der Höhe der Schadenspositionen einzulassen. Handelt es sich um einen erheblichen Unterschied in der Höhe, so sollten Sie der Forderung des Vermieters entgegentreten.
Handelt es sich aber um keinen Unterschied oder nur marginale Abweichungen, so muss ich Ihnen von einem Rechtsstreit abraten, da Sie bei Verlust des Rechtsstreites nicht nur die höhere Forderung, sondern auch noch die Kosten des Verfahrens zu tragen haben.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Wibke Türk

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