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Untreue bei Erbe


| 21.04.2017 12:32 |
Preis: 52,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dr. Holger Traub, Dipl. Kfm.



In dem Testament meines Großvaters wurde ich als alleiniger Erbe meines Großvaters bestimmt. Zum Tode meines Großvaters im Jahr 1992 war ich noch nicht volljährig und wurde daher durch einen Rechtsanwalt als Vormund betreut.
Hierzu gab es einen Jahrelangen Erbschaftsstreit mit der 2 Frau meines Großvaters. Da sich hierzu aber nichts mehr ergeben hat war der Fall für mich erledigt. Im Jahr 2015 wurde ich dann aber wieder von dem Rechtsanwalt der Gegenpartei angeschrieben das es doch noch offene Nachlasswerte. Ich habe mir dann zum ersten Mal alle ehemaligen Dokument geben lassen. Hier musste ich feststellen das es zum Tode auch eine gemeinsames Konto gegeben hat mit einer Summe von DM 8.040,73. Da ich als Erbe eingesetzt worden bin, hätte mir ja eigentlich die Hälfte meines Großvaters zugestanden. Darauf angesprochen, äußerte sich die Gegenpartei dazu dass das ganze Geld angeblich für die Beerdigung verwendet worden ist. Laut Rechnung kostete das Ganze aber nur DM 4.378,20. Somit ist die Aussage ja nicht richtig. Des weiteren wurde weder ich, noch mein Rechtsanwalt gefragt ob mein Anteil dafür verwendet werden darf. Dies hatte ich der Gegenpartei auch so geschrieben. Jetzt wurde plötzlich auf Verjährung gepocht.

Meine Frage ist daher ob das Ganze wirklich verjährt ist? Ich habe ja eigtl. erst 2015 davon erfahren das mein damaliger Rechtbeistand das nicht richtig geklärt hat. Hätte das Geld nach dem Tode einfach so von Ihr verwendet werden dürfen, ohne Absprache? Da ja der Anteil meines Großvaters vom gemeinsamen Kontos mir als Erbe zusteht.

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Es ist davon auszugehen, dass der Anspruch auf Auszahlung von rund € 2.000,00 (damals rund DM 4.000,00) verjährt ist.

Prinzipiell unterliegen auch die Ansprüche bzgl. der Geltendmachung eines Erbfalls den regelmäßigen Verjährungsfristen, vgl. § 196, § 199 BGB.

Nur in Ausnahmefällen ergeben sich längere Verjährungsfristen, wenn von einer Kenntniserlangung nicht ausgegangen werden kann (10 Jahre oder sogar 30 Jahre).

In Ihrem Fall ist dies jedoch schwierig zu begründen und dürfte wohl ausscheiden. Denn es gab lange und ausgedehnte Rechtsstreite bzgl. der Erbauseinandersetzung. Hierbei wurden sicherlich auch die Vermögenspositionen zwischen den Rechtsanwälten dargestellt und diskutiert, was für eine Kenntniserlangung bzw. zumindest für die Möglichkeit einer Kenntniserlangung spricht (was genügt). Ebenso ist davon auszugehen, dass die Kenntnis Ihrem gesetzlichen Vertreter vorlag, da den beratenden Rechtsanwalt eine Unterrichtungs- und Aufklärungspflicht trifft.

Eine andere Frage ist jedoch die, ob ggf. ein Haftungsanspruch ggü. dem damals beratenden Rechtsanwalt besteht. Ein solcher Anspruch konnte noch nicht verjährt sein, da eine Kenntniserlangung Ihrerseits erst im Jahre 2015 erfolgte (über die unsachgemäße Unterrichtung und Erbauseinandersetzung).

Daher könnte sich die Situation ergeben, dass zwar der damalige Auszahlungsanspruch aus Erbschaft verjährt ist, jedoch Ihr damaliger Rechtsanwalt für diesen eingetretenen Schaden ggü. Ihnen haftet. Für die Prüfung und Durchsetzung eines solchen Anspruchs wäre ein Rechtsanwalt zu mandatieren.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Sofern ich Ihre Frage zufriedenstellend beantworten konnte, würde ich mich über die Abgabe einer 5-Sterne-Bewertung freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub
-Rechtsanwalt-

Nachfrage vom Fragesteller 21.04.2017 | 14:01

Vielen Dank für Ihre ausführliche Auskunft.
Bei der Summe wird sich ein weiterer Aufwand gegenüber meines damaligen Rechtsanwalt wohl nicht lohnen.

Habe aber noch eine Frage wegen der Gegenpartei. Kann Diese rechtlich belangt werden, da mein Anteil ohne Zustimmung verwendet worden ist?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.04.2017 | 14:07

Sehr geehrte(r) Fragensteller(in),

gerne will ich Ihnen Ihre Nachfrage beantworten.

Da haben Sie Recht. Wirtschaftlich wäre ein solches Vorgehen gegen den Rechtsanwalt auf keinen Fall.

Auch ein möglicher Rückzahlungsanspruch bzgl. der "erstmalig" unberechtigten Verwendung des Guthaben des Erblassers auf dessen Beerdigungskosten wäre mittlerweile verjährt.

Darüber hinaus erlitten Sie als Erbe auch kein Schaden, da Sie per Gesetz ohnehin als Erbe zur (anteiligen) Kostentragung der Beerdigungskosten verpflichtet sind, vgl. § 1968 BGB.

Zwar hätten die anderen Erben hierüber nicht eigenmächtig verfügen dürfen, eine Kostentragungspflicht ggü. Ihnen hätte jedoch gerichtlich durchgesetzt werden können.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub
-Rechtsanwalt-

Bewertung des Fragestellers 21.04.2017 | 14:11


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"Schnelle und hilfreiche Antwort, auch wenn für mich als Erbe nicht so gut"
FRAGESTELLER 21.04.2017 5/5.0
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