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"Untervertrag" Auto


21.02.2007 12:08 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich habe ein Fahrzeug (1 Jahr alt) bei einer Autobank finanziert, Laufzeit noch 34 Monate monatlich 330.-Euro. Jetzt habe ich einen Freund der dieses Fahrzeug gerne übernehmen möchte mit einer Art "Untervertrag". D.h. die Finanzierung bleibt auf meinen Namen bestehen und er kommt für die monatlichen Raten auf solange die Finanzierung besteht. Er würde mir jeden Monat das Geld auf mein Konto überweisen.
Nun meine Frage:
Wie setzte ich am besten einen Vertrag auf um bei evtl. Zahlungsschwierigkeiten an mein Geld bzw. auch wieder an mein Auto zu kommen? Ich möchte das Fahrzeug wirklich gerne abgeben und denke auch nicht das es bei Ihm zu Unregelmäßigkeiten kommen wird, doch möchte ich vor Gericht sicher sein.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich im Rahmen dieser Erstberatung wie folgt beantworten:

I. Zunächst sollten Sie prüfen, ob nicht einfach Ihr Bekannter in den Vertrag mit der Bank eintreten kann. Dieses sollten Sie in Absprache mit der Bank klären.

II. Ist die unter I. genannte Option nicht möglich, so kommt es dann weiter darauf an, wer zur Zeit Eigentümer des PKW ist. Ich gehe grds. davon aus, dass ein Eigentumsvorbehalt vereinbart sind, Sie also solange nicht Eigentümer des PKW sind (werden können), bis der Kaufpreis restlos bezahlt ist.
Richten Sie in diesem Fall zunächst Ihr Augenmerk auf den mit der Bank geschlossenen Vertrag. Es kann Ihnen dort untersagt sein, den Wagen „Dritten zu überlassen“, usw. Im Zweifel fragen Sie bitte bei der Bank nach und klären diese über Ihr Vorhaben auf.

Sollten gegen Ihr Vorhaben keine Einwendungen der Bank bestehen, dann können Sie mit dem Bekannten einen Vertrag mit dem Inhalt aufsetzen, dass er verpflichtet ist, für die Überlassung des PKW etwa bis zum 03. Werktag eines Monats an Sie monatlich 330 EUR bis zum Ablauf von 34 Monaten (letzte Ratenzahlung am Besten genau benennen) zu zahlen. Weiterhin sollte vereinbart werden, dass Sie verpflichtet sind, nach vollständiger Zahlung dem Freund dass Eigentum an dem PKW zu verschaffen.
Sie sollten allerdings für weitere Sicherheiten sorgen. In Betracht kommt hier etwa eine Bürgschaft durch einen Dritten. Möglicherweise kann Ihr Bekannter selbst auch finanzielle Sicherheiten bieten.

III. Sind Sie bereits Eigentümer des PKW, dann gilt grds. ebenfalls das oben Gesagte. Vereinbaren Sie aber unbedingt einen Eigentumsvorbehalt!

IV. Insgesamt stehe ich allerdings dem Vorhaben eher kritisch gegenüber. Denn die Konstellation, dass Sie weiterhin das Darlehen bei der Bank abzahlen müssen, den PKW jedoch „aus der Hand geben“ und ein Dritter über den PKW verfügt, ist eher als „unglücklich“ zu bezeichnen. Dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass Sie weiterhin Vertragspartner und damit Darlehensschuldner der Bank und somit immer in der Pflicht sind, die Zahlungen an die Bank leisten zu müssen. Bei Zahlungsstörungen durch den Dritten muss dann trotzdem Ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit weiter bestehen, da es ansonsten bei Zahlungsverzögerungen zu Dissonanzen mit der Bank und letztlich sogar negativen SCHUFA-Einträgen (die Sie betreffen!) kommen kann. Auf der anderen Seite können jedoch auch Sicherheiten wegbrechen. So kann etwa der Bürge wegen (eingetretener) Vermögenslosigkeit ausfallen, etc.

Für sinnvoller halte ich es daher, dass Ihr Bekannter ganz in den Vertrag eintritt oder aber selbst ein Darlehen für den Autokauf aufnimmt und – soweit möglich – den Wagen auslöst.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben. Nutzen Sie bei Unklarheiten bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen
Stephan André Schmidt, LL.M.
Rechtsanwalt
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