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Unterschriftfälschung bei Fahrkartenkontrolle


08.08.2017 10:27 |
Preis: 35,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von



Kürzlich fuhr ich mit der S-Bahn und habe mir kein Ticket gekauft.
Bei einer Kontrolle behauptete ich, dass ich meine Personalien vergessen habe und bat darum diese hinterlegen zu können und in den nächsten Tagen meinen Fahrausweis nachzeigen zu dürfen. Anschließend gab ich die Daten einer anderen Person an und unterschrieb den Zettel.
Der Kontrolleur sah jedoch zufälligerweise meinen Geldbeutel und bestand deshalb darauf, dass ich meine Dokumente zeige oder wir im nächsten Bahnhof auf die Polizei warten.

Also gab ich mein Fehlverhalten zu.

Anschließend behielt er den Zettel ein und sagte, dass - neben dem erhöhten Beförderungsgeld von 60€ (dieses habe ich bereits gezahlt) - eine Anzeige wegen Urkunden- und Unterschriftsfälschung zustande kommen wird.
Nach Telefonaten mit der Bahn, in denen ich mein Verhalten bedauerte (eine Entschuldigungs-Email habe ich ebenfalls geschrieben), wurde mir gesagt, dass es nur von dem Kontrolleur abhängt, ob er Anzeige erstattet.

Ich bin nicht vorbestraft.

Nun meine Fragen:
1. Mit welcher Strafe muss ich rechen, in dem Fall, dass er es zur Anzeige bringt?
2. Meines Wissens nach, wird der Fall im erweiterten Führungszeugnis eingetragen. Nach wieviel Jahren kann ich es daraus löschen lassen?
3. Bin ich anschließend wieder komplett "unvorbestraft" - also werde ich vor dem Gericht nicht benachteiligt?
4. Kann ich noch irgendetwas tun, um den Fall abzuwenden?
08.08.2017 | 12:01

Antwort

von


25 Bewertungen
Am Forst 14
49809 Lingen
Tel: 0591/90024545
Web: www.emsrecht24.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Nach meiner Einschätzung besteht hier eine realistische Chance, dass Sie ggf. mit Hilfe eines Rechtsanwalts zur Einstellung des Verfahren kommen können und damit auch weiterhin als nicht vorbestraft gelten.

Im Fall einer Strafanzeige könnte hier insbesondere wegen Betruges, Urkundenfälschung in Form einer sog. Identitätstäuschung und Erschleichen von Leistungen gegen Sie ermittelt werden. Welchen gesetzlichen Straftatbestand Ihr Handeln hier möglicherweise tatsächlich erfüllt bedarf ggf. einer eingehenden Prüfung auch anhand der Aktenlage.

Grundsätzlich kommen hier Geldstrafe oder Freiheitsstrafe in Betracht. Sofern bei Ihnen noch Jugendstrafrecht anwendbar sein sollte, könnten als Sanktionen grundsätzlich Erziehungsmaßregel, Zuchtmittel und Jugendstrafe in Betracht kommen, wobei sich die Wahl der Rechtsfolge danach richten soll, welche nach der Persönlichkeit des Täters den besten Erfolg für seine Resozialisierung verspricht.

Das Gesetz liefert dabei lediglich einen Strafrahmen für einzelne Delikte. Grundsätzlich kommt es bei der Bildung einer Strafe allerdings auf die Gesamtumstände an. Ich möchte Sie hier daher nicht mit der Nennung möglicher "Höchststrafen" verunsichern.

Sie haben angegeben, dass Sie nicht vorbestraft sind. Dieses wird ggf. natürlich grundsätzlich zu Ihren Gunsten berücksichtigt. Bestenfalls sind Sie strafrechtlich noch überhaupt nicht in Erscheinung getreten.

Sofern tatsächlich ein Ermittlungsverfahren gegen Sie eingeleitet wird, empfehle ich Ihnen von Ihrem Schweigerecht Gebrauch zu machen und einen Anwalt mit Ihrer Verteidigung zu beauftragen. Dieser nimmt Einsicht in die Ermittlungsakte und kann nach deren Auswertung beurteilen, welche Verteidigungsstrategie in Ihrem Fall voraussichtlich die Beste sein wird.

Im außergerichtlichen Ermittlungsverfahren könnte Ihr Verteidiger dann bspw. bereits zur Vermeidung einer Hauptverhandlung auf eine Verfahrenseinstellung (ggf. gegen Auflage) hinwirken.

Solche Einstellungen des Verfahrens werden grundsätzlich nicht in das Bundeszentralregister aufgenommen (vgl. §§ 3, 10 BZRG).

Jede strafgerichtliche Verurteilung wird hingegen in das Bundeszentralregister eingetragen. Die Eintragung bleibt dann grundsätzlich bis zur sog. "Tilgungsreife" bestehen, die von der Höhe der Strafe abhängt (vgl. §§ 45 ff. BZRG).

Davon zu unterscheiden ist allerdings das sog. polizeiliche Führungszeugnis. Dieses polizeiliche Führungszeugnis ist lediglich ein Auszug des Bundeszentralregisters. Geldstrafen von nicht mehr als 90 Tagessätzen oder Freiheitsstrafen von unter 3 Monaten werden in dieses grundsätzlich nicht aufgenommen.

Ich hoffe, dass ich Ihre Fragen verständlich beantwortet habe und Ihnen eine entsprechende erste Orientierung bieten konnte. Bei Unklarheiten können Sie gerne die kostenlose Nachfragefunktion nutzen.

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei diesem Fall Hilfe brauchen sollten, stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit zur Verfügung. Meine Kanzlei ist auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet, ohne dass Ihnen dadurch Mehrkosten entstehen. Die von Ihnen entrichtete Beratungsgebühr würde im Falle einer Beauftragung angerechnet werden.

Mit freundlichen Grüßen

Claas
Rechtsanwalt







Nachfrage vom Fragesteller 08.08.2017 | 14:07

Sehr geehrter Herr Claas,

vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Diese hat mir bereits einige gute Hinweise gegeben.

Mit welchen Verfahrens- und Anwaltskosten darf man im Falle eines solchen Prozesses ungefähr rechnen?

Ich bin über 20 und strafrechtlich (bis auf ein Fahrverbot; wobei ich nicht weiß, ob dieses eine Relevanz hat) noch nicht auffällig geworden.

Wie hoch stufen Sie die Chancen einer Einstellung des Verfahrens mit Hilfe eines Anwaltes ein?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.08.2017 | 15:59

Vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich gerne wie folgt beantworte:

Das Honorar für einen Rechtsanwalt in Strafsachen richtet sich grundsätzlich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG). Die Gebühren bestimmen sich u.a. danach, in welchen Verfahrensabschnitten der Rechtsanwalt tätig wird (bspw. Ermittlungsverfahren, Hauptverfahren). Für die einzelnen Tätigkeiten sieht das RVG einen Gebührenrahmen vor, innerhalb dessen sich die jeweiligen Gebühren bewegen, entscheidend sind dabei bspw. auch Umfang und Schwierigkeit der Angelegenheit.

Am besten erkundigen Sie sich beim Anwalt Ihrer Wahl zunächst konkret nach den entsprechenden Kosten. Gerne erstelle auch ich Ihnen ein konkretes Angebot.

Eine vernünftige Prognose bzgl. der Erfolgsaussichten kann man erst nach Akteneinsicht stellen. Grundsätzlich sehe ich hier jedoch gute Chancen, dass das Verfahren ggf. zur Einstellung gebracht werden kann (möglicherweise gegen Auflage).

Bitte beachten Sie, dass eine abschließende Beurteilung hier nur bei genauer Prüfung der gesamten Sachlage und Dokumente möglich ist. Dieser Dienst kann Ihnen hier dementsprechend lediglich eine erste Einschätzung an die Hand geben.

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei diesem Fall weitere rechtliche Hilfe brauchen sollten, schreiben Sie mich bitte direkt per E-Mail an, da diese Plattform nur eine einmalige Nachfrage erlaubt, ich Ihnen aber auch weiterhin bei kostenfreien Nachfragen zur Verfügung stehen möchte. Meine Kanzlei ist auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet, ohne dass Ihnen dadurch Mehrkosten entstehen. Die von Ihnen entrichtete Beratungsgebühr würde im Falle einer Beauftragung angerechnet werden.

Mit freundlichen Grüßen

Claas
Rechtsanwalt

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