Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
472.864
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Untermietvertrag auflösen durch Kündigung des Hauptmietvertrages (EILIG)


13.06.2017 16:09 |
Preis: 25,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Henning



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin Hauptmieterin in einer Wohngemeinschaft mit zwei Zimmern und eines davon habe ich untervermietet. Das Zimmer wurde unmöbliert von mir vermietet und daher gilt für meine Untermieterin eine 6 monatige Kündigungsfrist. Nun möchte ich die Wohnung kündigen und muss daher auch meiner Untermieterin kündigen. Meine Vermieterin möchte die Untermieterin nicht übernehmen. Da die reguläre Kündigungsfrist für meine Wohnung 3 Monate beträgt, habe ich nun die Sorge, dass meine Untermieterin Widerspruch einlegt und Schadensersatz von mir fordern wird. Schließlich muss diese ja nun früher ausziehen und ich halte mich nicht an die 6 monatige Frist und erfülle somit nicht meinen Untermietvertrag. Welche Rechte hat meine Untermieterin? Kann sie gegen meine Kündigung klagen?

Der Untermietvertrag besitzt 2 Klauseln zur "Mietzeit": 1. Der Vertrag wird längstens auf Dauer des Bestandes des Hauptmietvertrages geschlossen. 2. Das Untermietverhältnis kann gemäß gesetzlicher Bestimmungen gekündigt werden.

Danke für die Antwort und viele Grüße
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Grundsätzlich ist es zutreffend, dass in Ihrem Fall für den Untermietvertrag eine 6monatige Kündigungsfrist besteht. Dies allerdings nur dann, wenn Sie kein berechtigtes Interesse an der Kündigung haben; ist ein solches berechtigtes Interesse vorhanden, dann kommt die "normale" Kündigungsfrist von 3 Monaten nach § 573 BGB zur Anwendung.

Besteht kein solches berechtigtes Interesse, kann die Kündigungsfrist nicht abgekürzt werden. Insbesondere führt die Kopplung der Untermietzeit an die Dauer des Hauptmietverhältnisses nicht dazu, dass der Untermietvertrag automatisch mit erfasst wird, wenn der Hauptmietvertrag gekündigt wird. Da Sie dem Untermieter auf Vertragserfüllung haften, also im Falle des Entzugs des Wohnraums Schadensersatz leisten müssten, ist zu empfehlen, auch das Hauptmietverhältnis nur mit einer Frist von 6 Monaten zu kündigen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 13.06.2017 | 18:23

Danke für die schnelle Antwort. Da ich ein Jobangebot im Ausland habe, muss ich leider bereits in 3 Monaten die Wohnung verlassen. Können Sie "berechtigstes Interesse" näher erläutern? Gilt ein Jobwechsel in eine andere Stadt/ Land als berechtigtes Interesse?

Viele Grüße,

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.06.2017 | 08:46

Hallo

und danke für die Nachfrage. Ein Interesse an der Kündigung i.S.d. § 573 BGB ist dann berechtigt, wenn es ebenso schwerwiegend bzw. vergleichbar wie die in § 573 Abs. 2 BGB genannten Fallbeispiele ist. Diesen Beispielen ist gemeinsam, dass nachträglich Umstände eingetreten sind, die dem Vermieter eine weitere Fortsetzung des Mietvertrages nicht zumutbar erscheinen lassen.

Dies ist in dem von Ihnen beschriebenen Fall eines Arbeitsplatzwechsels wohl nicht der Fall, da es Ihnen rechtlich und tatsächlich möglich ist, das Hauptmietverhältnis bis zum Ende des Untermietverhältnisses aufrechtzuerhalten. Zudem wäre es Ihnen zumindest rechtlich möglich, für den betreffenden Zeitraum einen Zwischen(unter)Mieter für das freiwerdende Zimmer zu suchen, so dass Sie auch Ihre finanziellen Aufwendungen reduzieren könnten. Hinzu kommt, dass die Rechtsprechung auch einen Mieter, der aufgrund eines Jobwechsels auszieht, verpflichtet, die ordentliche Kündigungsfrist abzuwarten.

Daher bleibt es mangels eines erkennbaren berechtigten Interesses in Ihrem Fall bei der 6monatigen Frist des § 573a BGB.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Henning
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 58398 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Trotz für mich ungünstiger Prognose war die Antwort sehr hilfreich und verständlich. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Einfach Spitze! Sehr kompetent... Immer wieder...! ...
FRAGESTELLER
4,2/5,0
Vielen Dank für Ihre Einschätzung meiner Situation. Ihre Beurteilung hat mir sehr geholfen. Der Vermieter (Wohngenossenschaft) ist stark zurück gerudert. Wir entfernen nur noch Tapteten in einem Raum anstatt in 3 Räumen :-) ...
FRAGESTELLER