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Unterhaltstitel vollstrecken


25.11.2008 14:08 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Grüß Gott, hätte eine Frage

ein Stiefvater von noch zwei minderjährigen Kindern hat die bestätigte Vollmacht der leiblichen Mutter, die Kinder gegenüber des nicht Unterhalt zahlenden Kindsvaters in allen Angelegenheiten mitzuvertreten. Zweitens existieren noch die Unterhaltstitel, die dieser Stiefvater , nachdem er jahrelang für diese Kinder Unterhalt gezahlt hat und nun zu Geld gemacht werden sollen. Der Stiefvater ist zwar nicht unterhaltsverpflichtet gegenüber seinen Stiefkindern, aber dass zumindest Wohnung und Verpflegung für die beiden Kinder gesichert werden mussten, ist unstreitig, weil sich das aus der Lebenssituation ( zwei weitere Kinder, Kindsvater zahlt nicht) einfach nicht anders machen liess. Zudem haben die Großeltern der beiden Kinder grössere Vermögensbeträge in der Hinterhand, die der Kindsvater einmal erben wird. Frage: Sehen Sie für den betroffenen Stiefvater eine Möglichkeit, an den vorgestreckten Unterhalt zu kommen ? Und unter welchen Voraussetzungen ?

Können Sie mir einen Anwalt nennen, der solche Fälle im Raum Augsburg / München übernimmt ?

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Sehr geehrter Fragesteller,

auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und insbesondere unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

Da Unterhaltstitel bestehen, kann aus diesen gegen den Unterhaltsschuldner, grundsätzlich auch für die Vergangenheit, vollstreckt werden. Problematisch ist aber, dass – sofern es sich um Unterhalt für die Kinder handelt – die Kinder als Unterhaltsberechtigte im Titel stehen.
Eine Leistung direkt an Sie kann damit nicht eingefordert werden.
Jedoch sind Sie mit einer Vollmacht zur Vertretung der Kinder ausgestattet. Somit können Sie die Ansprüche der Kinder für diese aus dem Titel vollstrecken lassen. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird der Gerichtsvollzieher aber die Vorlage einer Vollmachtsurkunde verlangen.
Hierzu stellen Sie einen Antrag bei der Gerichtsvollzieherverteilungsstelle bei dem Amtsgericht, in dessen Bezirk der Kindsvater wohnt.

Eigene Ansprüche haben Sie indes wohl nicht.
In Betracht käme allenfalls ein Anspruch wegen ungerechtfertigter Bereicherung. Dieser wird aber wahrscheinlich daran scheitern, dass Sie in Kenntnis dessen, dass Sie nicht zum Unterhalt verpflichtet sind, den Unterhalt geleistet haben.

Gerne stehe ich Ihnen auch für die weitere Wahrnehmung Ihrer Interessen – auch im Raum München/Augsburg – zur Verfügung.

Ich hoffe, dass meine Antworten für Sie hilfreich gewesen sind und darf zusätzlich auf die kostenfreie Nachfragefunktion verweisen.
Mit freundlichen Grüßen

Florian Müller
(Rechtsanwalt)


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