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Unterhaltsanspruch der Ex-Frau


22.11.2004 20:52 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin seit August 2001 geschieden. Meine Ex-Frau hat damals die Hälfte des gemeinsamen Hauses von mir ausbezahlt bekommen.
Ich habe ein geregeltes Einkommen damals wie auch heute. Ich habe einen Sohn von 7 1/2 Jahren, der derzeit in die 2. Klasse geht. Zum Zeitpunkt der Scheidung wurde von meiner Ex-Frau und mir und unserem gemeinsamen Anwalt ein monatlicher Unterhalt in Höhe von 840 € für Ex-Frau und Kind ausgehandelt. Bis zu dem Zeitpunkt wo mein Sohn in die 3. Klasse kommt. Das heisst bis Aug. 2005. Noch zur Info: Meine Ex-Frau lebt seit der Scheidung mit einem neuen Lebensgefährten zusammen, was sie aber bis vor kurzem abgestritten hat. Ich kann es aber mit Sicherheit beweisen, das es so ist.
Nun meine Fragen:
Muss meine Ex-Frau ab dem Zeitpunkt, wo mein Sohn in die 3. Klasse kommt wieder arbeiten?
Wieviel Kindesunterhalt oder Unterhalt für die Ex-Frau muss ich dann bezahlen? (Jahreseinkommen 50.000 € brutto)
Wenn nachweislich der Freund meiner Ex bei ihr wohnt, muss ich dann überhaupt noch für sie aufkommen?
Für eine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar!

Mit freundlichen Grüßen


"Hopser"
Guten Abend,

Ihre Frage hat zwei Komponenten, die ich wie folgt beantworten möchte:

a)
Eine Frage des Unterhaltsanspruches hängt zunächst davon ab, was seinerzeit vereinbart worden ist. Ist der Unterhaltsanspruch Ihrer Frau zeitlich bis zum Ende des zweiten Schuljahres beschränkt worden ? Oder soll dann nur eine neue Regelung gefunden werden. Wenn ersteres der Fall ist, ist die frühere Regelung unschädlich. Wenn Sie aber fortdauert, müßten Sie ggf. die Abänderung des Unterhaltstitels verlangen.

b)
Im Gegensatz zum Trennungsunterhalt knüpft der nacheheliche Unterhalt immer an bestimmte Tatbestände, die eine Bedürftigkeit herbeiführen, an. Dies ist im vorliegenden Fall die Kinderbetreuung. Die Rechtsprechung verlangt von einer Kindesmutter ab dem Zeitpunkt, in dem das Kind in die 3. Klasse geht, eine Halbstagserwerbsbeschäftigung. Dies bedeutet, daß Ihre Ex-Frau zumindest den Nachweis führen muß, daß sie sich um eine Beruftstätigkeit bemüht hat.

c)
Weiter kommt in Ihrem Fall auch die Verwirkung des Unterhalts aus schwerwiegendem Grund in Betracht, da diese mit einem neuen Partner zusammenlebt. Dies setzt aber voraus, daß sich die neue Partnerschaft schon so verfestigt hat, daß quasi die nichteheliche Partnerschaft an die Stelle der Ehe getreten ist. Dies liegt dann vor, wenn die Partner gemeinsam wirtschaften, der den Haushalt führende Partner von dem anderen finanziell unterstützt wird und dieser auch die finanziellen Mittel dazu hat. Wenn dies der Fall ist, kann auch schon eine relativ kurze Dauer von zwei-drei Monaten zu einer Verwirkung des Unterhaltsanspruches führen.

All diese Voraussetzungen müßten von Ihnen in einem etwaigen Rechtsstreit bewiesen werden.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Weiß
Rechtsanwalt und auch Fachanwalt für Arbeitsrecht
Esenser Straße 19
26603 Aurich
Tel. 04941 60 53 47
Fax 04941 60 53 48
e-mail info@fachanwalt-aurich.de
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