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Unterhalt des Sohnes


21.09.2004 15:34 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Vor einigen Jahren wurde die Ehe meines Sohnes geschieden, da die Frau einen neuen Partner hat. Mein Sohn erhielt damals einen Titel zur Unterhaltszahlung, entsprechend seinem damaligen Verdienst.
Inzwischen ist er wieder verheiratet,hat weniger Geld in seinem neuen Job, leidet aber nach wie vor unter der Boshaftigkeit seiner Ex-Frau, die ihm nicht das Geld zum Überleben lässt.
Ich habe Sorgen, dass mein Sohn diesen Dauerdruck nicht aushält.
Wer kann ihm helfen, genau zu bestimmen, wieviel er selbst zum Leben, Arbeiten, für seine eigene Familie, zur Rückzahlung seiner Schulden behalten darf und ob auch ein Mann nach einer Scheidung das Recht auf ein Weiterleben hat? Wo gibt es einen Anwalt, den er auch bezahlen kann?
Danke

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Sehr geehrte Ratsuchende, Ihre Frage ist sehr allgemein gehalten, ich kann Sie daher leider auch nur allgemein beantworten. Grundsätzlich gilt :

Ihr Sohn hat dann die Möglichkeit, den Unterhaltsanspruch seiner geschiedenen Frau abzuwehren, wenn sich seine Einkommensverhältnisse wesentlich geändert haben. Von einer wesentlichen Veränderung spricht man, wenn sich das Einkommen um mindestens 10 % verringert hat. Bei der Ermittlung des Einkommens spielen auch Schulden eine Rolle.
Die neue Ehefrau Ihres Sohnes geht leider der geschiedenen Frau nach, es sei denn, die neue Frau betreut gemeinsame Kinder, ist zu alt oder zu krank, um eigenes Einkommen zu erzielen oder kann keine eigene angemessene Erwerbstätigkeit finden. Dann ist die neue Ehefrau vorrangig zu berücksichtigen, die geschiedene Ehefrau kann Unterhalt nur noch aus dem Einkommen beanspruchen, welches nach Abzug des Unterhaltes für die neue Ehefrau übrigbleibt. Nur in seltenen Fällen bleibt genug auch für die geschiedene Frau übrig.
Dieser Grundsatz kann wiederum durchbrochen werden, wenn die geschiedene Ehefrau noch Kinder Ihres Sohnes betreut.

Sie sehen also, dass man sich den Einzelfall sehr genau anschauen muss. Sind denn Kinder vorhanden ? Auch diese sind bei der Unterhaltsberechnung mit zu berücksichtigen.

Grundsätzlich gilt, dass Ihrem Sohn nach Abzug seiner Unterhaltspflichten monatlich € 840,00 verbleiben müssen.

Ihren Angaben entnehme ich, dass die geschiedene Frau die Zwangsvollstreckung aus dem Unterhaltstitel betreibt. Hier ist es sinnvoll, schleunigst, bei Vorliegen der Voraussetzungen, eine Abänderungsklage zu erheben. In Verbindung mit dieser Klage kann dann beantragt werden, die Zwangsvollstreckung aus dem Titel einzustellen.
Ihr Sohn sollte dringend einen Anwalt aufsuchen. Anwälte werden nach einem Gesetz bezahlt, die Gebühren sind also immer gleich. Wenn ein Anwalt diese überschreiten will, bedarf es einer sogenannten Honorarvereinbarung. Unabhängig davon sollte vor jeder Beratung offen über die Kosten gesprochen werden. Dies kann auch vorab telefonisch geschehen. Möglicherweise kann Ihr Sohn auch Beratungshilfe beanspruchen. Ob hier die Voraussetzungen vorliegen, klärt das für Ihren Sohn zuständige Amtsgericht (an seinem Wohnsitz, bzw. das nächstgelegene). Die Kosten der anwaltlichen Tätigkeit werden dann von der Staatskasse übernommen, bis auf einen kleinen Selbstbeitrag von € 10,00.
Sollte eine Klage erfolgversprechend sein, gibt es die Möglichkeit, Prozesskostenhilfe zu beanspruchen, so dass hier zunächst keine Kosten auf Ihren Sohn zukämen.

Wenn Sie noch Fragen haben, können Sie sich gerne an mich wenden.

Mit freundlichen Grüßen

S. Schneider
Rechtsanwältin
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