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Unterhalt berechnen


23.08.2011 11:18 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Joachim




Guten Tag,

Einige Fragen zur Ermittelung des bereinigten Einkommens als Grundlage und die Berechnung des Kindesunterhaltes, Trennungsunterhaltes und nachehelichen Unterhaltes.

Seit längerer Zeit kriselt es in unserer Ehe und ich weiß leider nicht, wie es ausgeht.
Ich würde für den Fall der Fälle sehr gerne wissen, was an Unterhaltszahlungen auf mich zukommt, sowohl für meine Frau, als auch für unseren Sohn.

Ich arbeite in Vollzeit, meine Ehefrau arbeitet in Teilzeit.
Wir haben einen gemeinsamen Sohn, er wird 4.
Wir wohnen in einem Haus (1 Wohnung, darunter Garagen), im Grundbuch sind jedoch noch nicht wir, sondern die Großeltern meiner Frau eingetragen. Wir wollten schon vor 2 Jahren zum Notar und das haus überschreiben lassen, dachten aber immer - das hat noch Zeit. Wir wohnen in Bayern.

Der Kredit für das Haus (Ausbau, Renovierung) läuft jedoch auf uns (beide Ehepartner, Bürge = Vater der Frau)


Einkommen Ehemann nach Abzug von Steuern und Pflichtbeiträgen zur Sozialversicherung, berechnet: 2500 Euro (=Nettoeinkommen).

Einkommen Ehefrau nach Abzug von Steuern und Pflichtbeiträgen zur Sozialversicherung, berechnet 400 Euro (=Nettoeinkommen).

Aktuell habe ich Steuerklasse 3, meine Frau 1.
Ich habe ff. eheprägende monatliche Ausgaben:

a) Zins- und Tilgungszahlung für die selbstbewohnte Immobilie:
400 Euro
b) Beitrag zur Riesterrente: 125 Euro
c) Beitrag zu einer privaten Krankenzusatzversicherung
für Ehemann, Ehefrau und die 2 Kinder: 70 Euro
d) Beitrag Finanzierung Auto I: 240 € monatlich, noch 3 Jahre (Versicherung Vollkasko 50 € monatlich)
e) Beitrag Finnzierung Auto II: 320 € monatlich, noch 3 Jahre. (Versicherung Vollkasko 80€ monatlich)

Denkbar wäre auch, dass später ein Auto auf meine Frau läuft und eines auf mich. Ich weiß leider nicht, wie das berechnet wird. Aktuell laufen beide Autos auf beide Ehepartner.
f) Zu den Fahrkosten zur Arbeit:
Entfernung zur Arbeitsstelle 50 km einfach.


Ehefrau hat folgende monatliche Ausgaben:

a) Beitrag zur Riesterrente: 20 Euro
b) Zu den Fahrkosten:
Entfernung zur Arbeitsstelle 20 km einfach an 3 Tagen die Woche.

Meine Frau wird sicherlich in der Wohnung wohnen bleiben, ich werde ausziehen. Kosten für eine kleine Mietwohnung ca. 400€ kalt.

Die Immobilie ist ein 1-Familienhaus. Die Wohnung hat 105m2.

Kosten für das Haus zusätzlich:

70€ Strom, 10 € Hausratversicherung, Nebenkosten bezahlen die Großektern meiner Frau.


Wie hoch in der zu bezahlende Kinderunterhalt?
Was muss ich meiner Frau als Trennungsunterhalt bezahlen?
Was muss ich meiner Frau danach bezahlen?
Auf was sollte ich sonst achten?

Mir genügen auch Angaben, die auf ca. 50 € genau sind. Ich erwarte keine Zahlenwerte auf den Cent genau. Wichtig: Es geht mir wirklich um Beträge.

Vielen Dank vorab!


-- Einsatz geändert am 23.08.2011 11:30:39
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23.08.2011 | 13:13

Antwort

von

Rechtsanwalt Christian Joachim
330 Bewertungen
Sehr geehrter Fragesteller,

herzlichen Dank für Ihre Fragen und das damit entgegengebrachte Vertrauen.

Per Email habe ich Ihnen eine pauschale Unterhaltsberechnung übersandt. Daraus ergibt sich, dass Kindesunterhalt in Höhe von 241,00 € sowie Ehegatten Unterhalt beziehungsweise Trennungsunterhalt in Höhe von 202,00 € zu zahlen wären.

Dieser Berechnung liegen jedoch einige Annahmen zu Grunde, die sich gegebenenfalls im Laufe einer weiteren und genaueren Berücksichtigung der Werte und Lebensumstände ändern könnten. Dies betrifft insbesondere die Kosten für das Fahrzeug. Diese Kosten müssen berufsbedingt sein, dies bedeutet, dass Fahrzeug muss für die Ausübung des Berufs unverzichtbar sein und dass das Fahrzeug auch bereits entsprechend genutzt worden ist. Insofern könnten hier gegebenenfalls dann die Finanzierungskosten mit berücksichtigt werden, allerdings nicht die Tilgung. Hier habe ich hier zunächst in die Unterhaltsberechnung einen Betrag in Höhe von 200,00 Euro als Abzug eingestellt. Sicherlich werden sodann auch für die Krankheitsvorsorgeänderungen ergeben. Daneben sind die Fahrtkosten zur Arbeit zu berücksichtigen.

Hieraus ergibt sich ein Nettoeinkommen in Höhe von etwa 1.550,00 Euro. Hiervon ist zunächst Kindesunterhalt und der Erwerbstätigenbonus abzuziehen. Der Kindesunterhalt beträgt sodann bei dem o.g. Nettoeinkommen 241,00 €.

Dadurch geraten sie und ihre Ehefrau in eine Mangelfallberechnung, die zum Ergebnis hat, dass noch ein Betrag in Höhe von 202,00 € an Ihre Ehefrau zu zahlen wäre. Dabei habe ich berücksichtigt, dass die Wohnung, die von Ihrer Frau bewohnt wird, als entsprechender Wohnwert in Höhe von ca. 500,00 € angerechnet wird.

Generell sollten Sie darauf achten, dass Sie eine entsprechende einvernehmliche Einigung mit Ihrer Ehefrau finden und insbesondere alle Ein- und Ausgaben in Einklang zu bringen. Dies bezieht sich insbesondere auch auf das eingebrachte Darlehen zur Renovierung, welches grundsätzlich gemeinsam getilgt werden muss, und sich gegebenenfalls auch hierzu noch Abzüge und Änderungen bei der Unterhaltsberechnung ergeben.

Darauf achten sollten Sie auch, dass sodann die Finanzierung des Fahrzeugs ihrer Frau bei der Berechnung des Unterhalts berücksichtigt wird. Grundsätzlich, da es für Sie keine berufsbedingte Aufwendung ist, kann es keinen Abzug im Rahmen Ihres Einkommens geben. Hier sollten Sie auch im Rahmen des Trennungsunterhalt eine entsprechende Berücksichtigung vornehmen, gegebenenfalls eine Anrechnung auf den Trennungsunterhalt oder die Zahlung auf die Ehefrau verlagern. Hier können sich jedoch sodann auch wieder Änderungen beim Einkommen der Ehefrau ergeben, wenn eine berufsbedingte Nutzung notwendig ist.


Bezüglich der Fahrzeugkosten kann es auch sein, dass eine Reduzierung vorgenommen wird. Einige Gerichte gehen davon aus, dass ab einer bestimmten Kilometer Anzahl geringere Sätze als 0,3 Euro pro Kilometer anzusetzen wären. Damit würde sodann auch weitere Ehegattenunterhalt steigen.

Mein Rat schließlich wäre eine entsprechende an den übersandten Werten sich orientierende Summe an die Ehefrau als Trennungsunterhalt zu zahlen sowie natürlich den entsprechenden Kindesunterhalt für den Sohn in entsprechend festgelegter Höhe. Nach der Scheidung ist der Trennungsunterhalt (dann Ehegattenunterhalt) grds. der Höhe nach unverändert, jedoch ist zu gegebener Zeit die Ehefrau sodann auch verpflichtet, eine reduzierte Beschäftigung aufzunehmen, womit der Ehegattenunterhalt beziehungsweise Trennungsunterhalt nicht mehr gezahlt werden müsste.

Gerne stehe ich Ihnen weiterhin zur Verfügung hoffe, Ihnen zunächst hilfreich geantwortet zu haben.


Christian Joachim, Rechtsanwalt

ANTWORT VON
Rechtsanwalt Christian Joachim
Kühlungsborn

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