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Unterhalt bei ausgezogenem Sohn(18), Lehrling


18.12.2004 13:52 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von



Sehr geehrte Damen und Herren,

mein im April 18 Jahre werdender Sohn, welcher bei der Mutter(Exgattin) lebt, möchte ab Mai ausziehen. Er verdient im 3. Lehrjahr 460 € netto. Der Ausbildungsvertrag geht noch bis 28.2.06 Das Kindergeld bekommt in voller Höhe die Mutter, das steht ihm dann wohl zu. Da sie auf Sozialhilfe angewiesen ist, lehnt sie weiter Unterstützung ab.

Ich bin in zweiter Ehe verheiratet, habe 2 Kinder (8+10), verdiene monatlich € 3360, habe keine weiteren Einkünfte und kein Vermögen. Meine Ehefrau verdient € 400 hinzu. Ebenfalls kein zusätzliches Vermögen. Zusammen Bankschulden bei der Bank in Höhe € 200000. (Tilgung eines Hypothekendarlehens).

In welcher Höhe und bis zu welchem Zeitpunkt bin ich ihm gegenüber barunterhaltspflichtig?

Mit freundlichen Grüssen
18.12.2004 | 17:20

Antwort

von


162 Bewertungen
Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

1. Ihr o.g. Schulden aus der Ehe mit der neuen (!) Frau bleiben unberücksichtigt; etwas anderes gilt nur dann, wenn Sie aus der alten Ehe noch Schulden bezahlen.

2. Das volljährige Kind hat dann eine eigene (unterhaltsrechtliche ) Lebensstellung, wenn es seine Ausbildung abgeschlossen hat. D.h., Sie müssen auf jeden Fall bis zum 28.02.2006 Unterhalt zahlen.

3. Bei einem "Azubi" der volljährig ist, muß man unterscheiden, ob er noch im Haushalt der Eltern lebt oder einen eigenen Haushalt hat.

Hat der Volljährige einen eigenen HAushalt wird ein fester Bedarfssatz angesetzt. Der Bedarfssatz beträgt in der Regel 600 EUR.

Da die leiblich Mutter nicht leistungsfähig ist, müssen Sie den Unterhalt alleine ausgleichen. Wenn das Kind auszieht und Sie alleine (!) unterhaltspflichtig sind, dann erhalten Sie das Kindergeld (§64 Abs. 3 S. 1 Einkommmenssteurgesetz). Hier sollten Sie einen Antrag bei der Familienkasse stellen.

Dabei ist aber darauf hinzuweisen, daß Kindergeld zur Hälfte (also 77 EUR) angerechnet wird.

Außerdem muß das Gehalt des Azubis angerechnet werden. Beim Volljährigen mindert das bereinigte Nettoeinkommen voll den Unterhaltsbedarf.

Zugunsten des Azubis ist der ausbildungsbedingte Mehrbedarf von monatlich 85 € zu berücksichtigen.

Daraus folgt
460 EUR abzüglich 85,00 EUR = 375 EUR als anrechenbares Einkommen des Kindes.

Bedarf des Kindes ist 600 EUR.

Haftungsanteil des Vaters ist 600 - 375 EUR = 225 EUR.
Dann ist noch das Kindergeld zu dazuzurechen, da Sie das Kindergeld erhalten;also 225 + 77 EUR = 302 EUR.

Daher sind Sie verpflichtet, einen Unterhalt in Höhe von 302 EUR zu zahlen.

Für Rückfragen stehe ich IHnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wille
Rechtsanwalt






Rechtsanwalt Klaus Wille
Fachanwalt für Familienrecht

ANTWORT VON

Köln

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