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Unterhalt ab 18 Jahre


| 30.01.2005 22:05 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Fachanwalt für Familienrecht Klaus Wille


| in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Frau Rechtsanwältin, sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,

mein Sohn ist im November 2004 18 Jahre alt geworden. Leider erhalte ich äußerst wenig Informationen über die Entwicklung meines Sohnes. Zur allgemeinen Information erst einmal das, was mir bekannt ist:
Ich bin seit 15 Jahren geschieden. Das Sorgerecht meiner Kinder aus dieser Ehe wurde von der Mutter verlangt. Um die Sache nicht unnötig zu verkomplizieren, habe ich zugestimmt. Meine Tochter ist mittlerweile 22 und mein Sohn 18 Jahre. Er ist leider nie regelmäßig zur Schule gegangen, was von der Kindesmutter trotz mehrerer Hinweise nicht weiter verfolgt wurde. Er musste auch zweimal Klassen wiederholen. Nach der 7. Klasse erhielt er ein Abgangszeugnis und hat die Schule nicht wieder besucht. Seit diesem Zeitpunkt machte er gar nichts mehr. Ich komme meiner Unterhaltspflicht ohne Unterbrechung bis heute nach. Da meinem Sohn und meiner Ex-Frau bekannt war, dass ich mit seinem 18. Geburtstag höhst wahrscheinlich keinen Unterhalt mehr zu zahlen brauche, wenn er sich nicht um eine Ausbildung bemüht, hat er zwei Wochen vor seinem Geburtstag ein Berufsbildungsjahr vom Arbeitsamt angefangen. Dies geht bis Juli 2005. Dort hat er die Möglichkeit den Hauptschulabschluss nachzumachen und in verschiedene Berufsbereiche hineinzuschnuppern plus 1 Tag Berufsschule pro Woche. Leider sind seine schulischen Leistungen so schlecht, dass ihm jetzt schon mitgeteilt wurde, dass er einen Hauptschulabschluss sehr wahrscheinlich nicht schaffen wird. Allerdings kann er dieses Jahr absolvieren, um dort in den praktischen Bereichen Erfahrung zu sammeln. Für dieses Berufsbildungsjahr vom Arbeitsamt erhält er 240 Euro monatlich. Er könnte beim Arbeitsamt Berufsausbildungsbeihilfe beantragen oder hat dies vielleicht sogar schon gemacht. Er ist offiziell bei seiner Mutter in der Wohnung gemeldet. Da sie sich aber nicht besonders gut verstehen, ist er ausgezogen und wohnt bei seiner Freundin, möchte sich dort aber nicht polizeilich anmelden. Seine Mutter erhält das Kindergeld (154 Euro) und den Unterhalt auf ihr Konto.
Ich bin in zweiter Ehe verheiratet und habe einen 12 jährigen Sohn. Auch meine Ex-Frau ist in zweiter Ehe verheiratet gewesen (wieder geschieden)und hat einen 7 jährigen Sohn.
Ich habe ein monatliches Nettogehalt von 1400 Euro plus Urlaubsgeld (ca. 300 Euro) und Weihnachtsgeld, vergütet nach BAT. Meine Ex-Frau soll mind. genauso wie ich verdienen, wahrscheinlich aber höher.
Nun zu meinen Fragen:
1.
Bin ich meinem Sohn überhaupt noch unterhaltspflichtig und wenn ja, wieviel müsste ich zahlen und wie lange?
2.
Zählt mein Sohn als priveligiertes volljähriges Kind, trotz Berufsbildungsjahr? Gilt das Berufsbildungsjahr als allgemeine Schulbildung?
3.
Kann ich Nachweise von meinem Sohn verlangen über die regelmäßige Teilnahme an diesem Jahr? (Habe ich per Telefon schon gemacht, leider kommt keine Reaktion)
4.
Habe ich das Recht den Unterhalt auf das Konto meines Sohnes zu überweisen oder muss ich es weiterhin der Mutter auf ihr Konto überweisen.

Ich bin meiner Unterhaltspflicht immer regelmäßig nachgekommen, würde aber gerne meine Rechte kennen, da meine Ex-Frau angedroht hat, wenn ich ab dem 18. Geburtstag meines Sohnes keinen Unterhalt mehr zahle, würde mein Sohn mich auf diesen verklagen.
Ich hoffe auf möglichst genaue Angaben und bedanke mich schon im voraus für Ihre Bemühungen.

Mit freundlichen Grüßen

Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 1237 weitere Antworten zum Thema:
30.01.2005 | 22:48

Antwort

von

Rechtsanwalt Fachanwalt für Familienrecht Klaus Wille
162 Bewertungen
Rechtsanwalt Klaus Wille - www.anwalt-wille.de

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für Ihre Anfrage.


Zu Ihren Fragen:

Fragen 1 und 4:
a) Ab dem 18. Lebensjahr muß Ihr Sohn grds für sich selbst aufkommen, außer er ist noch Schüler oder Azubi. Dies ist - trotz der widrigen Umstände - bei Ihrem Sohn noch (!) der Fall.

b) Dann wird für Ihren Sohn ein Unterhaltsbedarf von 600 EUR angesetzt, weil nicht mehr bei seinen Eltern lebt . Anzurechnen sind:
das Kindergeld 154 EUR und sein Gehalt. Wobei das Gehalt nur in Höhe von (240 EUR -85 EUR = ) 155 EUR angerechnet wird.

Dies bedeutet: Ihr Sohn hat noch einen Bedarf in Höhe von:
600 - 154 - 155 EUR =
291 EUR.
Dieses Geld muß von Ihnen und (!) der Mutter des Kindes anteilig aufgebracht werden.

Geht man davon aus, daß Ihre Ex- Frau genauso viel verdient, dann muß jeder von Ihnen 145,50 EUR an den Sohn zahlen.

c) Problematisch ist, daß Sie im Bedarfsfall nachweisen müssen, daß Ihr Sohn nicht mehr bei Ihrer Ex-Frau lebt.

d) WICHTIG: Nur der Sohn darf von Ihnen den Unterhalt fordern. Sie müssen dem Sohn auch das Geld überweisen.

e) Sie haben das Recht von Ihrem Sohn zu erfahren, wie hoch das Einkommen der Mutter ist. Denn nur dann kann Ihr genauer Anteil errechnet werden. Außerdem haben Sie Anspruch darauf zu erfahren, welchen Betrag Ihr Sohn verdient.

Frage 2:
Unterhaltsansprüche sogl. privilegierte volljährige Kindern (§ 1603 Abs.2 S.2 BGB) haben folgende Vorraussetzungen:
Das Kind darf nicht älter als 21 Jahre sein;
und es befindet sich noch in einer allgemeinen Schulausbildung und (!) es lebt im Haushalte der Eltern oder eines Elternteils. Außerdem muß es unverheiratet sein.
Folge davon: der Unterhaltanspruch richtet sich nach der Düsseldorfer Tabelle.

Sie schreiben, Ihr Kind lebt nicht mehr bei Ihnen bzw. der Mutter. Folglich ist es kein privlegiertes Kind gem. § 1603 Abs. 2 S. 2 BGB

Frage 3:
Eine einmalige Meldung über seine Teilnahme reicht aus.

Ich hoffe Ihnen weitergeholfen zu haben. Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wille
Rechtsanwalt
Breite Str. 147-151
50667 Köln
www.anwalt-wille.de
0221/2724745


Fachanwalt für Familienrecht Klaus Wille, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 30.01.2005 | 23:27

Sehr geehrter Herr Wille,

vielen Dank für die schnelle Antwort.
Ich werde meinem Sohn nun einen Brief schreiben, in dem ich ihn auffordere mir Gehaltsabrechnungen von ihm und seiner Mutter vorzulegen. Um dies auch entsprechend zu verfassen, welche Paragraphen finden hier Anwendung? ( auch für den Nachweis des regelmäßigen Schulbesuchs)
Wenn er nach dem Berufsbildungsjahr nichts macht, aber ausbildungssuchend gemeldet ist beim Arbeitsamt, wielange muss ich dann Unterhalt zahlen?
Bin ich auf der richtigen Seite, wenn ich den Unterhalt erst weiterzahle, wenn ich diese Angaben habe oder sollte ich weiterzahlen und erst nach seinen Angaben verringern? (Was er ja auch hinauszögern kann)

Vielen Dank und viele Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.01.2005 | 19:45

Sie müssen Ihm keinen Paragraphen schreiben.

Der Anspruch entsteht aus Treu und Glauben.

Sie müssen für eine Übergangszeit von 6 Monate noch Unterhalt zahlen, wenn er arbeitssuchend gemeldet ist.

Sie sollten erst einmal für Februar 2005 zahlen. In dieser Zeit wird er Ihr Schreiben beantwortet haben.

Sie können sich gerne dann nochmals an mich direkt wenden.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wille
Rechtsanwalt

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Rechtsanwalt Fachanwalt für Familienrecht Klaus Wille
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