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Unter Medikamenten als falsche Person ausgegeben


| 30.12.2014 09:51 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Silke Jacobi



Guten Morgen,

ich habe folgendes Problem.
Bei dem Datingportal Loovo habe ich ein Mädchen kennengelernt.
Man hat miteinander geschrieben ein geplantes Treffen kam nicht zustande.
Wir seit 2 Monaten nicht mehr miteinander geschrieben. Gestern rief sie mich an und bad mich das ich mich gegenüber ihren Eltern als Vater einer Freundin ausgebe.
Mir ging es gestern Abend sehr schlecht und ich hatte am Abend 3 Tabletten Vomex A eingenommen, sodass ich bei dem Gespräch mit ihr neben mir stand. Sie hat mich solange genervt und angerufen bis ich es letztendlich gemacht habe mich also als Vater ihrer Freundin ausgegeben habe und der Mutter bestätigt habe das es okey ist das sie bei meiner "Tochter" übernachtet. Laut den eigenen Angaben des Mädchens ist sie bereits 18 das denke ich aber im Nachhinein ist gelogen. Sie wollte heute von Hamburg nach Köln fahren zu ihrer Freundin.
Ich weiß das was ich gemacht habe war totaler mist und ich hätte mich nie darauf einlassen sollen. Ich würde gerne wissen wer hinter ihrer Handynummer steckt und die Eltern informieren.

Wie empfehlen sie das weitere vorgehen und habe ich mich strafbar gemacht?

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ihre Zweifel an der Altersangabe des Mädchens teile ich durchaus.

Sie haben sich am Telefon als jemand Anderes ausgegeben und damit über eine Identität getäuscht. Einen Straftatbestand der darauf gerichtet ist, existiert im StGB jedoch nicht.

Anhaltspunkte für eine Strafbarkeit aus dem Bereich der Sexualdelikte (z. B. Förderung sexueller Handlungen Minderjähriger) ergeben sich aus Ihrer Schilderung derzeit nicht. Zudem dürfte es hier am notwendigen Vorsatz bei Ihnen fehlen.

Derzeit würde ich daher davon ausgehen, dass Sie sich nicht strafbar gemacht haben. Dass Ihr Handeln trotzdem nicht in Ordnung war, haben Sie bereits selbst eingesehen.

Inwieweit Sie durch die Einnahme des Medikaments "neben sich gestanden" haben und in Ihren Entscheidungen evtl. beeinflusst waren, lässt sich nicht sicher beurteilen. Dies müsste notfalls ein Gutachter / Arzt feststellen. Eine mögliche Verminderung der Schuldfähigkeit oder eine evtl. Schuldunfähigkeit würde ich jedoch eher verneinen wollen, sodass Sie sich Ihr Handeln zurechnen lassen müssten.

Eine Handlungsanweisung für Ihr weiteres Verhalten lässt sich nur schwer geben. Wenn Sie nicht zufällig durch die Rückwärtssuche der Handynummer den Anschlussinhaber feststellen könnten, wird es wahrscheinlich schwer, die Person tatsächlich festzustellen. Aufgrund Ihrer Angaben sehe ich keine Möglichkeit, einen entsprechenden Auskunftsanspruch geltend zu machen.

Sie könnten die Eltern des Mädchens erneut anrufen und die wahren Umstände erklären. Ob Sie sich und dem Mädchen damit einen Gefallen tun, sei dahingestellt. Sie müssten dann damit rechnen, dass man Ihnen entsprechende Vorwürfe macht und Ihnen vielleicht mit rechtlichen Schritten, einer Anzeige o. ä. drohen wird.
Andererseits könnten Sie vielleicht insoweit etwas erreichen, als dass die Eltern zumindest Kenntnis davon haben, dass die Tochter Sie quasi als Alibi benutzt hat und in Wirklichkeit wahrscheinlich ganz andere Pläne hatte als bei der Freundin zu übernachten. Evtl. können die Eltern jetzt noch entsprechend reagieren und ggf. die Reise verhindern.

Wie Sie sich weiter verhalten, müssen aber letztlich Sie und Ihr Gewissen entscheiden.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Antwort etwas weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 30.12.2014 | 14:05

Sehr geehrte Frau Jacobi,
besten Dank für ihre Antwort.
Leider kann ich die Eltern nicht in Kenntnis setzen, da mir ihre Festnetznummer nicht vorliegt. Das Mädchen hat gestern ihr Handy an ihre Mutter weitergereicht. Ich kenne weder ihren richtigen Namen noch eine genaue Adresse nur ihre Handynummer und ihren angeblichen Vornamen und ihr angebliches Alter. Der Wohnort soll angeblich Hamburg sein, von wo aus sie heute nach Köln zu ihrer Freundin reisen wollte. Sie hat angeblich in Köln auch schon mal gewohnt bzw. hat dort eine Wohnung von denen ihre Eltern nichts wissen. Das kommt mir alles sehr seltsam/suspekt vor.
Weil wir uns mal treffen wollten, hat sie von mir eine Adresse bekommen. Das ist nicht direkt meine Wohnanschrift, sondern eine Adresse des in der Nähe liegenden Klinikums da sie damals mit dem Auto kommen wollte als wir uns besser kennenlernen wollten,da dort halt viele Parkplätze vorhanden sind deswegen habe ich ihr diese damals gegeben.
Das Treffen kam jedoch nie zu stande und sie hatte mich blockiert und ich hatte ihre Nummer gelöscht bis sie gestern angerufen hatte.
Die Eltern wollten auch gestern eine Adresse von ihrer "Freundin" haben welche Adresse sie jetzt ihren Eltern gegeben hat entzieht sich meiner Kenntnis.
Was empfehlen sie mir?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.12.2014 | 14:26

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für die Sachverhaltsergänzung.

Da Sie weder den vollständigen Namen noch die Anschrift kennen, wird es wohl kaum möglich sein, herauszufinden, wer hinter der Handynummer steckt.

Nach Ihrer Schilderung hätte ich sogar Zweifel, ob Sie überhaupt mit der Mutter des Mädchens gesprochen haben oder es sich auch dabei nur um einen "Strohmann" handelt.

Sie könnten versuchen, noch einmal die Handynummer anzurufen. Vielleicht erfahren Sie so den Namen oder wenigstens, ob das Handy zu dem gehört. Wenn eine völlig fremde Person sich meldet, könnten Sie versuchen, nach dem Mädchen zu fragen. Vielleicht können Sie dadurch den vollständigen Namen in Erfahrung bringen.

Ansonsten werden Sie nicht viel unternehmen können. Am besten warten Sie ab und vermeiden künftig jeden Kontakt zu dieser Person, die wahrscheinlich keine redlichen Absichten Ihnen gegenüber hat.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 30.12.2014 | 14:49


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