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Unkostenerstattung gegenüber den Steuerberater


14.09.2017 10:28 |
Preis: 38,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir, eine GmbH, haben zum 1.1.2016 den Steuerberater gewechselt , da der alte Steuerberater aus Altersgründen aufgehört hat. - leider war die Zusammenarbeit mit dem neuen Steuerberater nicht vertrauensvoll gegeben,wegen andauernder überhöhten Rechnungen, so dass wir die Notbremse gezogen haben und zum 01.07.2017 die Zusammenarbeit beendet haben.

Als Konsequenz haben wir jetzt neue dubiose Rechnungen, zum Teil rückwirkend bis zur Mandatsübernahme am 1.1.2016, bekommen, die der abgeschlossenen und unserer Meinung nach gültigen Honorarvereinbarung zwischen den Parteien keine Grundlage haben. Auch diverse weitere Rechnungen wurden ohne die Richtlinien einer ordnungsgemässen Rechnungsstellung ausgestellt ( Beratungskosten im höheren 4-stelligen Bereich ,ohne Stundenlohn, welche Person hat beraten - welcher Zeitwert viel an - keine gültige Honorarvereinbarung über diese Beratungskosten wurden ohne Rücksprache erstellt über 19 Monate ! Die Finanzbuchhaltung wurde rückwirkend im August 2017 zum 1.1.2016 um 40 % erhöht ohne Ankündigung und Vereinbarung ) und die per Honortarvereinbarung gegebenen Rabatte ( 10 % auf alle Rechnungen - wurden auch nicht in Abzug gebracht ).

Natürlich werden jetzt diese Rechnungen dazu benützt um die Steuerunterlagen nicht an uns auszuhändigen - und man besteht auf den Ausgleich der dubiosen Rechnungen. Wir haben unseren ehemaligen Steuerberater davon in Kenntnis gesetzt, dass wir seine Rechnungen nicht akzeptieren und davon ausgehen, dass auch ein gerichtliches Verfahren unserer Auffasung ist und um Herausgabe der Unterlagen gebeten.

Gleichzeitig haben wir angekündigt sollten wir die Unterlagen nicht erhalten, werden wir, um eine ordnungsgemässe Bilanz für 2016 zu erstellen und um auch die Buchhaltungen auf den laufenden zu halten, ab dem 1.1.2016 alle Monate von unserem
neuen Steuerberater nachbuchen lassen und ihn für diese Kosten in Regress nehmen, da er die Aushändigung der Unterlagen verweigert hat und dann natürlich auch angebliche Leistungen wie vorbereiten der Bilanz 2016, nicht anerkennen werden.

Wir möchten dass unser alter Steuerberater einen Mahnbescheid erstellt und wir dann Einspruch einlegen können, damit die Sache durch das Gericht geklärt wird, wohl wissend, dass es sich hier um ein sehrt langes Zeitfenster handeln kann und wir dann dieses Zeitfenster in Ruhe aussitzen können.

Sodele.......jetzt zu meiner Frage :

habe ich mit diesem Schreiben eine Rechtsgültigkeit erlangt oder hätte ich einen Rechtsanwalt für diese Angelegenheit
einschalten müssen - wären hier irgend welche § aufzuführen gewesen um den Steuerberater in Verzug bzw. in Regress für unsere Kosten nehmen zu können.

Danke für Ihre Rückantwort
14.09.2017 | 11:09

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Um eine Gegenpartei nach § 286 BGB in Verzug zu setzen, benötigen Sie keinen Rechtsanwalt. Der Verzug tritt ein, wenn ein Leistungszeitpunkt zwischen den Parteien vereinbart und dieser nicht eingehalten wurde. Ebenso tritt Verzug ein, wenn ein berechtigter Anspruch besteht und dieser zu einem bestimmten Zeitpunkt, namentlich einer konkreten Fristsetzung, trotz Einfordern nicht erfüllt wird.

In Ihrem Fall wäre das die Herausgabe der Buchhaltungsunterlagen. Hierfür sollten Sie eine konkrete Frist (Datum) für die Herausgabe benennen. Da nach überwiegender Rechtsauffassung an dem Buchhaltungsunterlagen kein Zurückbehaltungsrecht besteht (anders wie an den Handakten des Steuerberaters und dessen Arbeitsergebnisse), hat der Steuerberater Ihnen die Unterlagen herauszugeben (vgl. u. a. BGH, Urteil vom 17.2.88 - IVa ZR 262/86; BGH, Urteil vom 3.7.97 - IX ZR 244/96). Dass dem Steuerberater an der Buchhaltung kein Zurückbehaltungsrecht zugestanden wird ist auch schlüssig. Denn sonst können Sie Ihre Abschluss-, Veröffentlichungs- und Steuerpflichtgen ggü. dem Finanzamt nicht erfüllen, was aber per Gesetz von Ihnen verlangt wird.

Zusammgefasst auf Ihre Frage:

Sie benötigen keinen Rechtsanwalt um den Steuerberater nach § 286 BGB in Verzug zu setzen und hierüber Schadensersatz zu fordern. Ebenso wenig muss ein Paragraph gennannt werden. Wichtig ist nur, dass Sie nachweisen können, dass Sie den Steuerberater in Verzug gesetzt haben (beispielsweise Schreiben vorab per Telefax und sodann per Einwurf-Einschreiben).

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und würde mich über die Abgabe einer 5-Sterne-Bewertung freuen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub
-Rechtsanwalt-


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