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Unfallwagen verkauft. Käufer hat einen anderen Vorschaden entdeckt.


14.11.2014 03:49 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Reinhard Otto



Sehr geehrte Damen und Herren,

nach einem Unfall, und abgeschlossener Abwicklung mit der Versicherung des Verursachers, wurde der Unfallwagen vom Halter und Geschädigten verkauft.

Das Fahrzeug wurde als Unfallwagen mit Fotos inseriert, und den Interessenten das Unfallgutachten zugesandt.

Das Fahrzeug ist 17 Jahre alt, hat 5 Vorbesitzer, und wurde vom Halter selbst bis zum Unfall 3 Jahre gefahren und gepflegt.

Das Gutachtenergebnis lautet Totalschaden, nicht reparaturwürdig, sehr guter Erhaltungszustand, nicht fahrbereit, Schlepp und Transportfähig.

Denoch wollten zahlreiche Interessenten das Fahrzeug erwerben und wieder aufbauen.

Ein Interessent, welcher angab Fan und Sammler dieser Fahrzeuge zu sein, und über eine eigene Werstatt verfüge, bekam den Zuschlag und hat das Fahrzeug umgehend mit Anhänger abgeholt und auch nicht weiter das Fahrzeug begutachtet.

Es wurde eine Standardkaufvertrag gemacht in dem Anzahl der Halter, Laufleistung festgehalten wurde.
Bei Angabe Vorschäden wurde reingeschrieben: lt. Gutachten.

Nun einige Zeit später nachdem der Käufer das Fahrzeug zerlegt hat, und bereits mit der Instandsetzung begonnen hat, meldete er sich der Wagen hätte Unfallvorschäden und starken Rost.
Er will den Wagen zurückgeben und seine bis jetzt entstandenen Kosten (Achse richten, Transport, usw.) erstattet haben.

In der Zeit in der der letzte Halter das Fahrzeug gefahren hat, 3 Jahre, gab es keinen Unfall, ausser den schwerwiegenden mit Totalschaden.
Was in den anderen 14 Jahren, und 5 Haltern, gewesen ist ist unbekannt. Es fiel allerdings nie etwas auf, auch nicht beim TÜV.

Vielen Dank vorab.


Guten Morgen,

ich beantworte Ihre Anfrage auf der Grundlage der dazu mitgeteilten Informationen wie folgt:

Das Fahrzeug ist als "Unfallwagen" angeboten und als solcher gekauft worden.

Der Umfang der Unfallschäden ergibt sich aus dem dem Käufer bekannt gewesenen Gutachten.

Damit sind zunächst alle Rechte des Käufers, die auf diesen Unfallschäden basieren, ausgeschlossen.


Der starke Rost ist kein Unfallschaden, stellt allerdings bei einem 17-jährigen Fahrzeug auch keinen Mangel dar, weil bei einem solch alten Fahrzeug Rostbefall als altersgerechte Abnutzung anzusehen ist.


Der vom Käufer behauptete zweite Unfall, der ja zeitlich der erste Unfall gewesen sein müsste, ist vom Käufer im Streitfall zunächst zu beweisen.

Sollte ihm dies nicht gelingen, sind hat er auch keine Ansprüche.


Liegt tatsächlich ein Erstunfall vor, ist der im Standardvertrag formulierte Gewährleistungsausschluss zu prüfen.

Ich gehe davon aus, dass in dem verwendete Vertrag Formulierungen enthalten sind wie "Verkauf unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung" oder "Gekauft wie besehen und besichtigt".

In diesem Fall würden Sie für einen Unfallvorschaden überhaupt nur dann haften, wenn Ihnen dieser Vorschaden bekannt war und Sie ihn arglistig verschwiegen hätten.

Da der angebliche Erstunfall nicht während Ihrer Besitzzeit geschehen ist, und Ihnen auch nicht bekannt war, dass zu Zeiten eines der Vorbesitzer ein Unfall geschehen ist, liegt kein Gewährleistungsfall vor.

Sie sind nicht verpflichtet, das Fahrzeug zurückzunehmen und dem Käufer irgendwelche Kosten zu erstatten.


Mit freundlichen Grüßen


Nachfrage vom Fragesteller 17.11.2014 | 19:02

Sehr geehrter Herr Otto,

vielen Dank für die Antwort. Damt ich es richtig verstehe, es wurde ein Standrd ADAC Vertrag verwendet, welcher die Klausel enthält:

Das Fahrzeug wird unter Auschluss der Sachmängelhaftung verkauft. Dieser Auschluss gilt nicht für Schadensersatzansprüche aus Sachmängelhaftung, die auf einer grob fahrlässigen oder vorsätzlichen Verletzung von Pflichten des Verkäufers oder seines Erfüllungsgehilfen sowie bei der Verletzung ................

Danach dann unter 2.1: das Fahrzeug hatte lediglich folgende Vorschäden: siehe Gutachten.

Jedem Interessent wurde das Sachverständigengutachten zugesandt. In dem Gutachten ist ebenso unter Bemerkungen: keine Vorschäden erkennbar, siehe Fotoanlage.

Damit ist das ganze dann ok wenn ich das richtig verstanden habe?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.11.2014 | 19:14

Guten Abend,

wenn der Gutachter tatsächlich festgestellt hat, dass keine Vorschäden erkennbar waren, sollten Sie die Ausführungen des Käufers bestreiten. Es ist dann an ihm, diese gutachterlichen Feststellungen zu entkräften und einen weiteren Vorschaden nachzuweisen.

Mit freundlichen Grüßen

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