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Unfallschaden entdeckt nach Gebrauchtwagenkauf von privat


| 04.12.2014 12:12 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sascha Steidel


Zusammenfassung: Ansprüche beim Gebrauchtwagenkauf. Gewährleistungsausschluß und Arglist beim Privatkauf


Sehr geehrte Damen und Herren,
in folgenden Fall möchte ich sie um Rat bitten:

Anfang Oktober habe ich mir nach langer Recherche einen Gebrauchtwagen von privat in Deutschland gekauft. Der Wagen ist 2 Jahre alt und wurde für 36300 Euro von mir übernommen. Vorher waren der Verkäufer und ich in einem Vertragsautohaus, wo der Wagen einem Gebrauchtwagencheck unterzogen wurde (Hebebühne, allgemeiner Zustand, Fehlerspeicher, Werkstatt Historie...) Hierbei wurde von den Technikern alles für gut befunden, Wagen steht tiptop da. Allerdings habe ich diese Aussage leider nicht schriftlich, habe nur eine Rechung, sonst nichts

Habe den Wagen zu Hause zu einem Lackaufbereiter gebracht, dies mache ich mit jedem neuen Wagen, einmal schön vom Profi polieren lassen, danach wird der Wagen von mir mit einer Lackversiegelung behandelt.
Beim Aufbereiter kam dann das böse Erwachen, ein Lackierer und ein KFZ-Sachverständiger haben sich daraufhin den Wagen angesehen, folgendes wurde aufgedeckt:

Das Auto hatte einen schweren Schaden/Unfall auf der Oberseite
Ein neues Dach wurde eingeschweißt und gespachtelt
Die Holme in der B-Säule wurden gerichtet und gespachtelt
Die Motorhaube ist nicht original (andere Farbe, die überlackiert wurde)
Fast alle Teile an dem Wagen wurden überlackiert und gespachtelt
Ein Hagelschaden ist auszuschließen, da auch die Holme unter den Türen betroffen sind
Sämtliche Reperaturen wurden nicht sehr fachmännisch durchgeführt
Einer groben Schätzung nach müsste sich der ursprüngliche Schaden sich zw. 12000 und 15000 Euro bewegen
Es ist wahrscheinlich, dass der Wagen im Ausland repariert wurde

Also trotz Gebrauchtwagencheck als Absicherung, ist der Traumwagen zum Albtraum mutiert.
Ich habe natürlich sofort den Verkäufer angerufen und ihn mit der Lage konfrontiert, er zeigte sich erstaunt und meinte von der Sache nichts gewusst zu haben. Daher möchte er den Wagen auch nicht zurücknehmen. Der Vorbesitzer hat mir daraufhin eine Bestätigung seiner Vollkaskoversicheurng geschickt, in dem zu lesen war, dass in seiner Zeit kein Schaden reguliert wurde. Wir haben einen Kaufvertag der Allianz Autowelt abgeschlossen in dem unter anderem folgendes vermerkt ist:

„Der Verkäufer garantiert, dass das Fahrzeug in der Zeit, als es sein Eigentum war keinen Unfallschaden, sondern nur folgende Schäden erlitten hat ( div Lackschäden, Dach, Motorhaube, Heckklappe)"

„Der Verkäufer erklärt, dass das Fahrzeug in der übrigen Zeit – soweit dem Verkäufer bekannt – keinen Unfallschaden, sondern nur folgende Schäden erlitten hat (div Lackschäden, Dach, Motorhaube, Heckklappe)"

„Das KFZ wird unter Ausschluss der Sachmängelhaftung verkauft, soweit der Verkäufer nicht nachstehend eine Garantie oder Erklärung abgibt. Der Ausschluss der Sachmängelhaftung gilt nicht im Falle des Vorsatzes un der groben Fahrlässigkeit, sowie bei der Verletzung von Körper, Leben und Gesundheit."

Bei den besprochenen Lackschäden handelte es sich um Steinschläge und kleinere Kratzer.

Der Verkäufer hat den Wagen ca ein halbes Jahr gefahren. Ich bin mittlerweile der vierte Besitzer.
Überlege nun einen Anwalt konsultieren, möchte mir abllerdings vorab hier eine erste Einschätzung einholen. Ein weiteres Problem ist, dass ich keine Rechtschutzversicherung hatte. Daher folgende Überlegungen:
Ich möchte den Wagen am liebsten Rückabwickeln, aber nicht um jeden Preis (Prozesskostenrisiko, Anwaltskosten) Ein Anwalt kostet Geld, ein mögliches Gerichtsverfahren noch viel mehr, aufgrund des hohen Streitwerts.
Fakt ist:

Der Verkäufer hat mir nachgewiesen, dass in seiner Besitzerzeit kein Schaden reguliert wurde, daher könnte ich nur über die arglistige Täuschung gehen. Dazu müsste ich ihm nachweisen, dass er von dem Schaden wusste.
Habe nun eine Kopie des Vertrages des Verkäufers mit dem Vorvorbesitzer zugesandt bekommen. Wie erwartet wurde der Wagen an ihn ebenfalls als unfallfrei verkauft. Somit kann ich auch einen Nachweis einer arglistigen Täuschung nicht führen.
Der Vorbesitzer hat mir nun nach längerer Diskussion einen Vergleich angeboten: Er ist bereit mir 2000 Euro zu bezahlen, da ihm die Sache selbst sehr unangenehm ist, im Gegenzug halten wir vertraglich fest, dass ich in der Sache keinerlei Ansprüche gegen ihn geltend machen kann.

Somit stehe ich nun vor folgender Entscheidung:
Nehme ich den Vergleich inkl. 2000 Euro an oder gebe ich einen Betrag x für Anwalt und Prozesskosten aus, von denen ich nicht weiß ob ich darauf sitzen bleibe und obendrein das Auto noch behalten muss. Rechlich sehe ich aufgrund der Faktenlage keine Möglichkeit mehr, den Wagen zurückzugeben. Eine Möglichkeit wäre noch die Drittschadensliquidation, allerdings kann ich nicht abschätzen wie hier die Chancen stehen, vor dem Hintergrund die Kosten ohne Rechtschutzversicherung selbst tragen zu müssen.

Daher stellen sich mir folgende Fragen:

In wie weit stimmen meine Überlegungen, gibt es rechtlich noch eine sinnvolle Möglichkeit weiter vorzugehen ?
Wie könnte die Strategie aussehen ?
Oder sind die Erfolgschancen so gering bzw. die zu erwartenden Kosten so hoch, dass ich den Vergleich annehmen sollte ?


Mit freundlichen Grüßen

der Fragesteller

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Nach Ihrer Schilderung gibt es auf Ihre Fragen eigentlich nur eine seriöse Antwort: Wenn Sie die mit einem Prozessrisiko verbundenen Kosten scheuen, müssen Sie den Vergleichsvorschlag des Verkäufers annehmen.

Dabei lässt sich unter Umständen die Summe ja noch verhandeln, so dass der Schaden vielleicht noch etwas abgemildert werden kann.

Rechtlich schätzen Sie die Sachlage korrekt ein. Der Gewährleistungsausschluss ist , sofern beide Parteien tatsächlich Verbraucher sind, vollständig wirksam. Daher können Sie nur im Falle arglistiger Täuschung Ansprüche durchsetzen. Die Umstände für die Arglist des Verkäufers sind von Ihnen zu beweisen.

Da der Verkäufer das Fahrzeug laut vorigem Vertrag selbst als unfallfrei übernommen hat, stehen die Chancen hier denkbar schlecht.

Zudem scheinen die Mängel ja auch nicht ohne weiteres "ins Auge zu fallen", da anderenfalls das Ergebnis des Gebrauchtwagenchecks nicht erklärbar wäre.

Nach alledem bleibt Ihnen meines Erachtens nur der Weg des Vergleichs.
Sie können noch versuchen, nachträglich eine schriftliche Stellungnahme des Autohauses für Prüfung des Fahrzeugs zu erhalten, um dort ggf. Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Den Vergleich mit dem Verkäufer könnten Sie unabhängig davon abschliessen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Bewertung des Fragestellers 11.01.2015 | 12:08


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