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Unfallfolgen Kostenübernahme Schmerzensgeld


| 12.12.2016 17:22 |
Preis: 60,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Böhler



Guten Tag,

mein Vater (81) stürzte, als meine Mutter (80) sich gerade hingesetzt hatte, in einem anfahrenden Elektrobus am 30.09.2016 und verletzte sich dabei an der Hand (ausgerenkte Finger, die er sich vor Ort selbst wieder einrenkte), am Ellenbogen (Hämatome) und wie sich später herausstelle am Kopf (Hirntrauma mit Bildung von Gewebsflüssigkeit).
Der Busfahrer rief sofort einen Krankenwagen und unterbrach die Fahrt.

In der Notaufnahme wurde mein Vater untersucht und die o.g. Verletzungen festgestellt, wobei die Kopfuntersuchung auf einem CT basierte und die Auswertung/der Befund erst am 04.10. dem Krankenhaus vor lag.
Er entließ sich in Unkenntnis der Befundlage an diesem Tag selbst.

Zwei Wochen später wurde er mit einem Kreislaufzusammenbruch ins gleiche Krankenhaus gebracht, intensiv behandelt und über die Kardiologie in die Neurologische Abteilung verlegt. In diesen 10 Tagen wurden die verschiedensten Tests gemacht, deren Ergebnisse teilweise nicht vorlagen, als er wieder nach Hause entlassen wurde.
Ca. 5 Tage später erlitte er erneut einen Zusammenbruch und landete wieder über die Notaufnahme in der neurologischen Abteilung, wo man jetzt weiter nach der Ursache suchte.
Dabei bekam er, weil er in der Notaufnahme 81 jährig als dement eingestuft wurde, ein Psychopharmaka um ihn ruhig zu stellen, deren Nebenerscheinungen mit Desorientierung, verstärkte Mobilität, Aggressionen mit Gewaltausbrüchen beschrieben sind.
Dabei riss er sich einen Katheder raus und wurde dann für einen Tag an das Bett gefesselt. Ein paar Tage später brach er sich bei dem Versuch nachts die Toilette aufzusuchen beim Überklettern der Bettsicherung den Oberschenkelhalsknochen. Das wurde nicht sofort erkannt. Erst am nächsten späten Nachmittag, bis dahin hatte man ihn in einen Stuhl vor das Schwesternzimmer gesetzt, wurde aufgrund meiner Nachfrage, Drängeln und Verlangen ein Röntgenbild erstellt und der Bruch festgestellt.
Verlegung in die Unfallchirurgie und Operation 2 Tage später.

Auf dieser Station wurde aufgrund seines verwirrten Erscheinungsbildes ein Kopf MRT angeordnet und ein Kopftrauma festgestellt, wobei die Wasser Ansammlung auf sein Gehirn drückte und seinen Zustand erklärte.
Verlegung auf Neurochirurgie zur Kopf OP.
Dort wurde darauf hingewiesen, dass dieses Hirntrauma wahrscheinlich der Auslöser für seine Zusammenbrüche war. Wie die Ergebnisse ergaben, hat er das seit seinem Unfall im Bus. Diese Info hat er allerdings erst nach der Kopf OP bekommen.

Er ist zur Zeit in der Geriatrieabteilung eines anderen Krankenhauses. Die Einstellung zur Pflegestufe 1 steht an. Er ist teilweise wirr, braucht in allen Belangen Hilfe und kommt jetzt zu meiner 80 jährigen Mutter nach Hause - sie freut sich drauf.

Innerhalb von 6 Wochen ist mein Vater von einem rüstigen Rentner, der mit seiner Frau im Auto einkaufen und zu Ämtern gefahren ist, ein Tattergreis - 16 kg Gewichtsverlust - geworden, der Schwierigkeiten hat Zusammenhänge zu verstehen, gezielt zu antworten und ab und zu weiße Mäuse sieht.

In Befürchtung, da sie in eine andere Wohnung umziehen und viele Dinge entsprechend verändert werden müssen, den Kosten nicht Herr werden zu können weil auch meine Mutter überfordert sein wird, frage ich mich, welcher Rechtsanwalt für mich der richtige ist und ob es Sinn macht zu klagen.

Vielen Dank für die Antwort

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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Schilderung summarisch gerne wie folgt beantworte:

Ihr Fall bewegt sich an der Schnittstelle von Verkehrs-, Versicherungs- und ggf. Sozialrecht, weshalb Sie eine Rechtsanwaltskanzlei mit entsprechenden Schwerprunkten beauftragen sollten.

Im Hinblick auf die Erfolgsaussichten eines Rechtsstreits kann im Rahmen dieser Plattform keine abschließende Beurteilung erfolgen. Entscheidend wird es aber darauf ankommen, ob den Busfahrer bzw. das hinter ihm stehende Transportunternehmen ein Verschulden am Unfall trifft. Hier ist anzunehmen, dass die Gegenseite versuchen wird, schon mit Verweis auf ihre allgemeinen Beförderungsbedingungen eine Haftung abzulehnen. Auch nach der Rechtsprechung kann einen Fahrgast ein weit überwiegendes Eigenverschulden treffen, wenn er nach dem Einsteigen nicht unverzüglich einen Sitzplatz einnimmt oder sich sonst einen sicheren Halt verschafft, vgl. etwa BGH Urteil vom 01.12.1992, Az. VI ZR 27/92. Der sog. Beweis des ersten Anscheins spricht dafür, dass der Sturz wegen mangelnder Vorsicht des Fahrgastes erfolgt ist – allerdings kann dieser Anschein auch erschüttert werden und somit existieren aber auch Urteile, wonach die Gegenseite verurteilt worden ist. Da die Kasuistik hier ausufernd ist, sollte sich der zu beauftragende Rechtsanwalt detailliert mit der Situation unmittelbar vor dem Sturz befassen.

Sofern diese Klippe umschifft werden kann, muss auch der ursächliche Zusammenhang zwischen Sturz und jetzigem Zustand nachgewiesen werden, wozu es ggf. eines medizinischen Sachverständigengutachtens bedarf. Sollte auch das gelingen, erscheint eine Geltendmachung von Schmerzensgeld und Schadenersatz (insbesondere auch Haushaltsführungsschaden und sog. Vermehrte Bedürfnisse) möglich.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt
Bewertung des Fragestellers 03.01.2017 | 07:38


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