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Unfall auf Autobahn im Stau


30.12.2016 07:49 |
Preis: 50,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Tamás Asthoff



Guten Tag,

meine Frau fuhr mit mir und unserem gemeinsamen 5 Monate alten Säugling auf der BAB. Vor uns bildete sich aufgrund eines Verkehrsunfalles ein langer Stau. Unsere Ausfahrt war in etwa 1-2 Kilometer von uns entfernt. Meine Frau entschied sich auf dem Standstreifen bis zur Ausfahrt vorzufahren da u.a. unsere Tochter das "ganze Fahrzeug vollgebrüllt hat". Wir wollten dann auf einem Rastparkplatz oder der nächsten Parkmöglichkeit nach Ihr schauen was mit ihr los war und ggf. zum Arzt gehen. Evtl. war auch nur ein Windelwechsel notwendig.

Als sie auf dem Standstreifen überwechselte und langsam vorfuhr rumpelte es von links. Ein LKW Fahrer fuhr uns in die vordere und hintere Seitentür. Der Fahrer stieg aus und antwortete -gute Frau Sie waren im toten Winkel-. Ich habe Sie nicht gesehen. Wir sollen laut LKW Fahrer aber Schuld sein. Aufgrund der ganzen Umstände mit dem Stau, schreiendem Baby usw. tauschten wir lediglich die Halterdaten aus und ich machte mit dem Handy Bilder der Schäden beider Fahrzeuge. Es fuhr auch die Polizei am äußeren linken Fahrstreifen vorbei aber diese interessierte es nicht was bei uns passiert war, obwohl sie uns gesehen hatten. Diese wollten offensichtlich nur eines nämlich zu dem eigentlichen Unfall vorfahren wofür diese gerufen wurden.

Kurz vor Weihnachten rief ich bei der Spedition an, welcher den LKW gehört. Eine Frau teilte mir lediglich mit sie würde mir einen Kostenvoranschlag zusenden wie hoch der Schaden wäre und ich solle dies dann bei meiner Versicherung einreichen. Ich sagte, dass ich es schon genauer geklärt haben möchte, weil klar ist auf dem Standstreifen darf man nicht fahren oder halten was meine Frau jedoch getan hat, aber genauso wenig darf auch ein LKW hier hinfahren und schon gar nicht in ein gegnerisches Fahrzeug reinfahren. Die Frau der Firma teilte darauf weiterhin mit, dass sie sich mit dem Fahrer in Verbindung setzt wie er die Sachlage sieht und wir telefonieren dann wieder nach Weihnachten. Also rief ich gestern wieder bei der Spedition an und fragte ob sie mit dem Fahrer nun Kontakt aufnehmen konnte. Sie teilte mit nein der Fahrer habe Urlaub dies hat sie vor Weihnachten nach ihrer eigenen Aussage noch nicht gewusst. Ich gab an, sie solle mich doch zurückrufen wenn sie mit ihm gesprochen hat. Sie sagte ok so machen wir das.

Weiterhin möchte ich einen Anhaltspunkt noch mitteilen. Meine Frau erzählte mir die Tage, dass ihr bei der Weiterfahrt nach dem Unfall aufgefallen ist, dass der LKW Fahrer im stockendem Verkehr im Stau immer wieder ein Stück nach rechts auf dem Standstreifen auswich und wieder zurück auf seine Spur ging.

Irgendwie finden wir die Situation komisch und bitten daher um Einschätzung eines Fachmanns. Handelt es sich hier womöglich um eine Teilschuld?

Ich will niemandem etwas unterstellen aber ich habe auch gehört dass es Leute gibt insbesondere Fahrer von großen Lastzügen die einfach kleinere Fahrzeuge in solchen Situationen ausbremsen wollen, weil sie nicht so "flexibel und flink" im Straßenverkehr unterwegs sein können.

Für Ihre Einschätzung danke ich Ihnen recht herzlich.

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Sehr geehrter Fragesteller!

Vielen Dank für die Anfrage.

Zunächst möchte ich den Sachverhalt klarstellen. Sie schreiben, ein Lkw sei ihnen in die linke Seite gefahren. Dabei hätten sie sich auf dem Standstreifen befunden bzw. sich auf diesem langsam fortbewegt. Dieser Schilderung ist daher zu entnehmen, dass sich der Lkw Fahrer ebenfalls verkehrsrechtswidrig auf den Standstreifen einordnen bzw. hinüber wechseln wollte.

Wenn das den Tatsachen entspricht, wäre es so, dass sie sich beide verkehrsordnungswidrig auf dem Standstreifen befunden haben. Dies bedeutet aber nicht, dass die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer acht gelassen werden kann. Vielmehr gilt die StVO auch hier.

Man wird in aller Regel jedoch zu dem Ergebnis kommen, dass beide Fahrzeugführer einen etwa gleich hohen Mitverschuldensanteil zu tragen haben. Dabei ist jedoch die sogenannte erhöhte Betriebsgefahr eines Lkw zu berücksichtigen, was in der Regel dazu führt, dass sich dieses Verhältnis zugunsten des PKW-Fahrers verschiebt.

Ich käme danach auf eine Haftungsquote von etwa 60 zu 40 bis 50 zu 50.

Wenn der LKW-Fahrer angegeben hat, er habe sie nicht gesehen, weil sie im toten Winkel waren, so würde das eine Haftungsverschiebung zu seinen Lasten begründen können. Zu einer größeren Haftungsquote als zwei Drittel käme ich aber in keinem Fall.

Im Rahmen der Berechnung ist es so, das jede Seite der jeweiligen Gegenseite den Schaden in Höhe der Quote ersetzen muss. Bei einer Haftungsquote von 50 % hätten Sie also die Hälfte des gegnerischen Schadens zu ersetzen und umgekehrt.

Denken Sie daran, dass jeder Unfall der eigenen Versicherung fristgerecht zu melden ist. Sollte es bei der Regulierung Schwierigkeiten geben, können Sie sich gerne wieder an mich wenden. Ich stehe Ihnen mit Rat und Tat gerne zur Verfügung-Sie können mich dazu auch gerne direkt kontaktieren.

Mit freundlichen Grüßen
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