Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
142.023 Fragen, 59.662 Anwaltsbewertungen
450.789
Registrierte
Nutzer
businessandmore.de Anwalt? Hier lang  | 3 Anwälte online

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten

Frag-einen-Anwalt Prime

Schließen

ist ein neuer Service von 123recht.net und Frag-einen-Anwalt.de, damit Sie noch einfacher zu Ihrem Recht kommen. Wir garantieren Ihnen:

  • Schnelles Feedback

    Wir melden uns noch heute bei Ihnen.

  • Kostenlose erste Einschätzung

    Sie erhalten eine kostenlose erste Einschätzung Ihres Problems.

  • Erfahrene Kanzlei

    Wir kennen Theorie und Praxis. In unserer Kanzlei arbeiten Anwälte mit über fünfjähriger Berufserfahrung im Strafrecht.

  • Transparenz

    Vor einer Beauftragung nennen wir Ihnen immer sämtliche Folgekosten. Wir teilen mit, was wir machen werden und bis wann.

  • Bundesweite Mandatsbearbeitung

    Wir helfen Ihnen zu Ihrem Recht, egal wo Sie sitzen, ohne Mehrkosten.

  • Verlässlicher Service

    Sollten Sie uns beauftragen: Wir halten jeden weiteren Termin, den wir Ihnen zusagen.

Schließen

Unechte Tasche über eBay verkauft, was tun?


18.11.2004 00:24 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen



Einen schönen guten morgen,


ich habe ein riesiges Problem.habe eine tasche wie folgt bei ebay eingestellt:Überschrift: Louis Vuitton Tasche +Neu+
in der beschreibung: hier eine tasche im stil von LV.habe dann noch details der tasche angegeben.war mir ja nicht sicher,
ob sie 100% ig original ist.wollte nichts falsches behaupten.tasche wurde von einem herren ersteigert.erhielt jetzt folgendes
schreiben von diesem mann:
LOUIS VUITTON EBAY-NR.

Sehr geehrte ,

haben Sie recht herzlichen Dank für die Zusendung Ihrer Zahlungshinweise, welche ich aber höchst wahrscheinlich nicht mehr benötigen werde.

Dies mag nun zunächst für Sie sicherlich recht ominös klingen, doch ich werde Ihnen nachfolgend die Gründe hierfür aufzeigen:

Ich habe auf eine "Louis Vuitton" geboten, welche Sie aber nicht liefern können, da es sich bei Ihrer Auktion zweifelsohne um ein Plagiat handelt.

Mit dem Einstellen von Auktionen in Ebay, erklären Sie sich mit den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Firma einverstanden. Ich verweise hier insbesondere auf §7 ff. „Es ist verboten, Artikel anzubieten, deren Angebot, Verkauf oder Erwerb gegen gesetzliche Vorschriften oder gegen die guten Sitten verstoßen. Insbesondere dürfen folgende Artikel weder beschrieben noch angeboten werden: Artikel, deren Bewerbung, Angebot oder Vertrieb Urheber- und Leistungsschutzrechte, gewerbliche Schutzrechte (z.B. Marken, Patente, Gebrauchs- und Geschmacksmuster) sowie sonstige Rechte (z.B. das Recht am eigenen Bild, Namens- und Persönlichkeitsrechte) verletzen.“

Demnach versichern Sie mit der Akzeptanz der ABG, sich vor Einstellen der Auktion über die Eigenschaft, sprich die Authentizität, der Produkte, informiert zu haben (direkt vor Einstellen der Auktion wird nochmals explizit darauf hingewiesen, dass das Einstellen von Plagiaten in Ebay untersagt ist). Wie Ihnen sicherlich bekannt ist, ist der Verkauf von Plagiaten/Falsifikaten untersagt und kann strafrechtlich geahndet werden (s. StGB). Der potentielle Käufer darf demnach stets davon ausgehen, dass er auf ein Original bietet, wenngleich dies so nicht unbedingt direkt aus der Artikelbeschreibung durch einen Zusatz "original" hervorgeht (§157 BGB: „Verträge sind so auszulegen, wie Treu und Glauben mit Rücksicht auf die Verkehrssitte es erfordern). Das Einstellen von Plagiaten (bezogen auf Mode, Designer-Accessoires etc.) bedeutet eine Schutzrechtsverletzung aus dem Bereich "Design", also Urheberrechts- und Geschmacksmusterrechtsverletzung.

Ihre Artikelbeschreibung ist daher schon auf einen Betrugsversuch ausgelegt. Sie bieten eine "Tasche von Louis Vuitton" an. Die Tasche stammt aber nicht aus dem Hause Vuitton, sondern aus irgendeiner produzierenden Firma – vermutlich aus Fernost - ...Somit wurde auch hier bewusst über die Wahrheit hinweg geschwiegen.

Ich habe heute die Auktion ausgedruckt und dem Geschäftsführer, der Louis Vuitton Boutique vorgezeigt. Da meine Familie seit Jahren Stammkunde in jenem Hause ist, hat sich der Geschäftsführer die Auktion genau angesehen und die Tasche als billiges Plagiat befunden; er warnte mich vor der Abnahme. Demnach handelt es sich bei jener Tasche garantiert um KEIN Original.

Über jene Aussage und den daraus resultierenden Konsequenzen bin ich mehr als empört.

Ich selbst habe die Tasche des Bildes mit einem Original in der Boutique verglichen und kann selbst als Laie die Unterschiede feststellen. Im Übrigen liegt der offizielle Verkaufspreis jenes Modells bei derzeit €550.

Ich muss gestehen, dass ich nun äußerst verärgert bin und jene Dreistigkeit Ihrerseits weder tolerieren noch akzeptieren werde. Da Sie die Authentizität ja sicherlich garantieren werden (dies müssen Sie ja, da Sie die Auktion bei Ebay eingestellt und sich sicherlich vorher informiert haben), darf ich Sie darum bitten, eine schriftliche Bestätigung einer offiziellen Boutique beizubringen (Firma Louis Vuitton Deutschland GmbH, Domkloster 2, 50667 Köln, (0221) 257 68 28).
Falls Sie meinen Worten keinen Glauben schenken möchten, werden Ihnen die Herrschaften dort vor Ort sicherlich aufzeigen, dass es sich dabei um eine billige Nachahmung des Originals handelt, welche nicht einmal 20€ Wert ist.

Der Geschäftsführer war im Übrigen sehr daran interessiert, die Anschrift des Verkäufers in Erfahrung zu bringen. Ich bin mir aber sicher, dass wir diese Angelegenheit unter uns klären können.

Da Sie jene Tasche bewusst eingestellt haben, betreiben Sie geradezu einen Handel mit gefälschten Produkten, was nach deutschem Recht strafbar ist. Um es nochmals deutlich zu exponieren: Mit dem Vertrieb von Plagiaten geht eine Markenschutzrechtsverletzung einher, welche strafrechtlich geahndet werden kann und - sollte Vuitton davon in Kenntnis gesetzt werden - eine Schadensersatzklage nach sich ziehen wird.

Es gibt nun drei Möglichkeiten, wie wir weiter verfahren können:

1. Möglichkeit:
Ich werde Ihnen den fälligen Gesamtbetrag überweisen (gem. §433 Abs. 2, BGB). Sie liefern die Ware, die in der Artikelbeschreibung beschrieben und abgebildet wurde (gem. $433 Abs. 1, BGB). Da es sich um ein Plagiat handelt, haben Sie den Kaufvertrag nicht erfüllt. Da eine Nacherfüllung (i.S.d. $439, Abs. 1, BGB) nicht möglich ist, werde ich auf Erfüllung klagen. Sie werden aufgefordert, ein Original zu liefern und haben die entsprechende Kostennote des Rechtsanwalts zu tragen. Falls Sie sich weigern sollten, wird ein gerichtliches Verfahren eingeleitet werden.

2. Möglichkeit:
Um den Kaufvertrag zu erfüllen (§433 Abs.1, BGB), müssen Sie ein Original liefern. Demnach könnten Sie in einer Vuitton-Boutique Ihrer Wahl eine original Tasche käuflich erwerben. Exakt dasselbe Modell werden Sie nicht finden, da dieses Vuitton-untypisch ist, was ich Ihnen bereits oben aufgezeigt habe.

3. Möglichkeit:
Gemäß §324,BGB werde ich vom Kaufvertrag auf Grund einer Verletzung Ihrerseits nach §241 Abs., BGB zurücktreten. Auf Grund einem grob fahrlässigen Täuschungsversuch werde ich zudem Schadensersatz (gem. §325 BGB) fordern.
Sie überweisen mir die Differenz des zu bezahlenden Betrages zum derzeit offiziellen Verkaufspreis eine Originals (550,00€ - 57,99 € = 492,01 €). Sodann werde ich in der Louis Vuitton Boutique vor Ort das Original erwerben, das mir nach jenem Vertrag eigentlich zugestanden hätte. Mit jener Zahlung entbinden Sie sich zeitgleich von weiteren rechtlichen Schritten meinerseits. Es bleibt sich gleich ob Sie das entsprechende Original selbst erwerben oder mir jene Zahlung zugestehen, einen Betrag i.H.v. € 492,01 haben Sie in jedem Falle zu entrichten, sei es an die entsprechende Vuitton Boutique oder aber an mich.

Es bleibt nun Ihnen überlassen, welche Möglichkeit Sie wählen.

Bitte bedenken Sie, dass Sie sich gerade auf sehr dünnem Eis befinden. Sollten Sie es darauf ankommen lassen, werde ich Ihnen ganz sicher einige Unannehmlichkeiten bereiten. Würde ich den normalen Weg wählen, würde dies folgendermaßen aussehen:

Mit Abgabe meines Gebotes und folgendem Zuschlag, kam es gemäß §156 BGB bei einer Versteigerung zu einem wirksamen Kaufvertrag, welcher sowohl für Gläubiger wie auch Schuldner bindend ist. Somit wäre ich verpflichtet, die entsprechende Zahlung an Sie zu leisten. Nach eingegangener Zahlung müssten Sie die Ware (in jenem Falle: das Plagiat) liefern. Sodann würde ich über meinen Rechtsanwalt auf Erfüllung klagen und ein Original einfordern, was Sie laut Vertrag liefern müssen, dazu sind Sie verpflichtet. Zeitgleich müssten Sie die Kostennote des Rechtsanwalts tragen. Sollten Sie sich weigern, fallen weitere Gerichtsgebühren an. Zudem steht es mir frei, eine Anzeige bei der Polizei wegen Betruges zu erheben (worauf eine Vorladung sowie evtl. Eintragung in Ihr polizeiliches Führungszeugnis wg. Betruges folgen wird). Für derartige Betrugsdelikte werden teilweise Freiheitsstrafen bis zu 6 Jahren verhängt.

Da Sie die Tasche bewusst eingestellt haben, obwohl es sich dabei um eine Fälschung handelt (wir können hier von einem bewussten Täuschungsversuch sprechen), wovon Sie auszugehen hatten, fällt dies unter das Stichwort Wirtschaftskriminalität.
Wie Sie sehen, kann aus solch einem einfachen Verkauf eines Plagiates ein Horrorszenario entstehen.

Da ich Sie aber nicht unbedingt ärgern möchte, dennoch aber auf mein Recht beharre, werde ich auf all das verzichten, sofern Sie meinem wirklich noch humanen Vorschlag zustimmen und den Differenzbetrag i.H.v. € 492,01 unter einer Frist bis zum Dienstag 23. November 2004 auf nachfolgendes Kreditinstitut überweisen:


KontoNr: 14
BLZ: 10
Deutsche Bank

Verwendungszweck: Ihr Name / Entschädigung

Ich hege demnach die Hoffnung, mit Ihrer Einsicht rechnen zu dürfen und würde mich – sicherlich auch in Ihrem Sinne - freuen, den Rechtsanwalt bei jener Angelegenheit außen vor lassen zu können, da dies immer mit hohen Zusatzkosten (in jenem Falle müssten jene gänzlich Sie tragen) verbunden ist . Mit der Überweisung des geforderten Betrages entbinden Sie sich - wie bereits oben zugesichert - von weiteren Rechtspflichten. Nach Eingang des Geldes hat sich die Angelegenheit für mich erledigt. Weitere Konsequenzen haben Sie dann nicht zu befürchten, dies sichere ich Ihnen hiermit schriftlich zu.

Ich darf Sie um eine kurze schriftliche Rückmeldung bitten, in welcher Sie mir Ihre weitere Vorgehensweise bestätigen mögen.

Sollte ich wider Erwarten bis zum Dienstag 23. November 2004 keine Antwort Ihrerseits erhalten haben, werde ich ohne weitere Ankündigung die Angelegenheit umgehend meinem Rechtsanwalt übergeben, welcher bereits jene Email in Kopie erhält.

Mit noch freundlichen Grüßen

Fragen:
1. wie soll ich mich diesbezüglich verhalten?

Vielen lieben dank im voraus

p.s ich bin völlig verzweifelt und weiß mir keinen rat.




Guten Morgen,

da sind Sie ja an ein richtiges Schätzchen geraten.

Problem ist bei der Auktion, was zwischen Ihnen und dem Käufer vereinbart. Dies hängt von Ihrer Produktbeschreibung ab. Diese ist jedenfalls nicht eindeutig, da Sie ja ausdrücklich von einer Tasche "im Stil" von LV schreiben. Hieraus hätte ein verständiger Käufer schließen können, daß es sich eben nicht um ein Originalstück handelt.

Um dies abschließend zu beurteilen, müßte ich die gesamte Produktbeschreibung einmal lesen.

Für den Fall, daß aus der Beschreibung hervorgeht, daß es sich nicht um eine Originaltasche handelt, haben Sie gegenüber dem Käufer die besseren Karten. Er hat dann ein Plagiat ersteigert, welches er auch geliefert bekommen hat. Für diesen Fall haben Sie auch den vollen Anspruch auf eine Kaufpreiszahlung. Die etwas unappetitlichen Drohungen des Käufers gehen dann ins Leere.

Eine offene Flanke haben Sie allerdings gegen Luis Vitton. Wenn Sie eine Tasche -egal ob in Kenntnis des Plagiatscharakters- als im Stile von LV verkaufen, schmücken Sie sich mit fremden Federn. Sie begehen dabei eine Urheberrechtsverletzung, die von LV möglicherweise abgemahnt werden kann. Dies hätte zur Folge, daß LV von Ihnen eine Unterlassungserklärung verlangt, deren Kosten Sie dann zu tragen hätten.

Vor diesem Hintergrund kann ich Ihnen nur raten, sich mit Ihrem Käufer zu einigen. Die Ansprüche des Käufers selbst würde ich zurückweise, ihm aber anbieten, die Tasche gegen Erstattung der Portokosten zurückzunehmen.

Ich hoffe, ich habe Ihnen weitergeholfen. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Weiß
Rechtsanwalt und auch Fachanwalt für Arbeitsrecht
Esenser Straße 19
26603 Aurich
Tel. 04941 60 53 47
Fax. 04941 60 53 48
e-mail info@fachanwalt-aurich.de
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 53839 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Frau Prochnow, hat basierend auf den zur Verfügung stehenden Informationen die Fragen sehr kompetent beantwortet. ...
5,0/5,0
Fr. RAin Fristsch antwortete sehr schnell, kompetent und freundlich. Besten Dank! ...
5,0/5,0
Ich kann den Anwalt guten Gewissens weiterempfehlen. ...