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Umzugskosten- Kosten Telefonanschluss bei Doppelter Haushaltsführung


| 22.12.2008 20:51 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Nachdem ich vor kurzem eine Steuerprüfung hatte, bei welcher das Finanzamt in einem vorläufigen Bescheid verschiedene Punkte nicht anerkannt hat, möchte ich Sie um Rat fragen:

1) Ich hatte 2007 einen beruflich bedingten Umzug. Den größten Teil der Utensilien habe ich mit meinem privaten PKW transportiert. Bei einer der Umzugsfahrten übersah ich einen hinter mir stehenden PKW und touchierte ihn. Ich einigte mich mit dem Unfallgegner auf eine Barzahlung von 500 Euro. Diese 500 Euro setzte ich bei der Einkommensteuererklärung ab, ebenso 100 Euro als Wertminderung für meinen PKW (17 Jahre alt). Das Finanzamt lehnte die Anerkennung mit der Begründung ab „Unfallkosten für Familienheimfahrten sind mit der Entfernungspauschale abgegolten. §9 Abs.S.10 EKStG“. Anmerkung: Es handelte sich nicht um eine Famioenheimfahrt, sondern um eine Umzugsfahrt!

2) Ebenfalls im Rahmen des Umzugs fiel meine Brille zu Boden, sodass ein Glas ersetzt werden musste. Da ich den Schaden nicht von der Krankenkasse erstattet bekam, setzt ich den Betrag von 415 Euro ab, was ebenso abgelehnt wurde.

3) Für die Hilfe beim Umzug bekamen die Helfer Trinkgelder, welche ich mit 150 Euro absetzte. Auch dies wurde gestrichen mit der Begründung, Trinkgelder können ohne Nachweise nicht berücksichtigt werden.

4) Im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung setzte ich die fixen Kosten für den Telefonanschluss (Flatrate incl. Internetflatrate), nicht dagegen die einzelnen Gebühren für Telefonate (welche aufgrund der Flatrate ohnehin nicht anfielen) von der Steuer ab. Da ich als Arzt oftmals Rufbereitschaft hatte, war der Telefonanschluss aus beruflichen Gründen unabdingbar. Dieser Posten wurde mit der Begründung gestrichen, dass Telefonkosten nicht geltend gemacht werden könnten, wenn eine wöchentliche Familienheimfahrt stattgefunden hat.

Könnten Sie bitten Stellung beziehen, welche Posten das FA mit Recht und welche es mit Unrecht gestrichen hat, damit ich Widerspruch einlegen und ggf. die Sache einer gerichtlichen Klärung zuführen kann.

Vielen Dank für Ihre Bemühungen
Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Anfrage beantworte ich wie folgt:

1) Problematisch ist, dass es sich um Ihren Privat-PKW handelte, damit scheidet die Ansetzung des `Wertverlustes` als sog. außergewöhnliche AFA aus.
Im Rahmen der Umzugskosten wird es sehr schwierig sein, diesen Wertverlust plus die 500 € `einzurechnen`, da die Umzugskostenhöhe gem. LStR 41 per Gesetz beschränkt ist.
Es ist kein direkt passendes Urteil des BFH zum Thema ersichtlich Allerdings hat der BFH zu den Reisenebenkosten des Arbeitnehmers entschieden (hier ähnliche Lage wie bei den Umzugskosten, da beide beruflich veranlasst), dass `Wertverluste auf Grund eines Schadens an mitgeführten Gegenständen, die der Arbeitnehmer auf seiner Reise verwenden musste, Reisenebenkosten sind (und damit abzugsfähig), wenn der Schaden auf der reisespezifischen Gefährdung beruht`. Mit diesem Urteil (BFH vom 30.11.1999) könnte man versuchen den Wertverlustabzug am PKW zu begründen. Für die 500 € sehe ich jedoch keine Möglichkeit, zumal Sie angeben, dass Sie den Schaden fahrlässig verursachten.


2) Hier sehe ich keine Möglichkeit, denn Aufwendungen, die für Ernährung, Kleidung, und persönliche Bedürfnisse wie Ihre Brille fallen unter ein Abzugsverbot, da es steuerrechtlich Aufwendungen für die Lebensführung gem. § 12 Nr. 1 EStG sind (und damit nicht abziehbar sind). Die Brille als außergewöhnliche Belastung zu behandeln, geht auch nicht durch.

3) Hier hat das Finanzamt leider auch Recht.

4) Im Rahmen der doppelten Haushaltführung sind nach BFH vom 18.03.1988 Telefonkosten (`Ferngespräch bis 15 Min.` nach BFH)anstelle der Aufwendungen für eine Heimfahrt zu berücksichtigen.
Das Finanzamt hat damit Recht.

Ich wünsche Ihnen ein Frohes Fest und verbleibe
MfG


Bewertung des Fragestellers 25.12.2008 | 17:15


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"Die Aussage, die zum Thema beruflich bedingte Umzugskosten gemacht wurde war nach Konsultation der Fachliteratur möglicherweise falsch. Sollte sich dies bewahrheiten, würde ich das Honorar zurüpckfordern."