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Umgangs/sorgerecht/ Adoption!!!!


17.11.2004 15:13 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von



Hallo!
Am 21.08.2001 habe ich geheiratet, am 5.12.2001 kam undserer gemeinsame Tochter auf die Welt. Seit Mai 2003 sind wir getrenntlebend und am 15.12.2004 haben wir endlich unseren scheidungstermin.
Ich habe damals die Beziehung/EHe verlassen, aus folgenden Gründen. Mein Noch- EHEmann hat mir sehr viel verheimlicht. Ich wusste nicht, dass er psychisch krank ist, dass er auf Entzug für 3 Monate war, er eine Sonderschule besucht hat, dass seine Eltern auf deutsch "Assis" sind, seine Mutter aufgrund ihrer psyche in Rente ist (48 Jahre alt!). Aus diesen ganzen Gründen und noch vieles vieles mehr. Er war als Kind (laut AUssage seiner Mutter so aggressiv, dass er seine Kinderzimmermöbel mit einer Axt zuerhackt hat!!!(und das mit 15 Jahren)Er hat sogar seiner hochschwangeren Mutter vor Eifersucht in den Bauch geboxt, worauf seine Schwester in der 28 SSwoche geholt wurde.

Die erste Zeit nach meinem auszug aus der ehelichen Wohnung habe ich das wahre Gesicht kennegelernt! Er spionierte, verfolgte mich und meine TOchter, drängte mich von der Straße ab und wollte meine Tochter durch den Kofferraum (angeschanllt wie sie war) ziehen!!!! Ich hatte panische Angst und Gott danke der Zentralverriegelung! Bei jedem Besuch wg. der Kleinen, beleidigte er mich, fasste mich an u.s.w., sodass ich gezwungen war vor Angst mir Leute in die WOhnung zu holen, damit ich im Falle eines Falles einen Zeugen habe.Selbst den Bewarf er mit kochend heißem Kaffee. Damit er versucht sich zu ändern schaltete ich damals das Jugendamt ein, wo er mit mir und dem Jugendamt einen "Vertrag" abschloss mich nie wieder zu beleidigen oder auzurasten. Mittlerweile ist ein JAhr vergangen und es wurde vor Gericht festgelgt, alle 14 Tage Freitag von 14:30 -18 Uhr und Samstag von 10-18 uhr. Wir leben auch mittlerweile in neuen Partnerschaft. Ich habe im september meine 2. Tochter bekommen und wir sind zu viert super glücklich. Miene 1. tochter hat meinen Partner voll akzeptiert und sagt aus freien Stücken zu ihn Papa. Ihr richtiger Vater hält zwar die UMganszeiten ein, allerdings bringt er sie nur zu seiner Mutter oder diese kommt die klien gleich alleine holen. Dann verlangt er von mir, dass ich die kleine fahren muss zu ihm, was ich finanziell und auch zeitlich nicht schaffe, da meine 2. tochter ja auch verpflegt werden muss(8wochen alt) Meine 1. Tochter will nicht mehr zu ihm. Da sie, wenn sei von diesen Besuchen wieder kommt, Alpträume hat, phantasiert, schreit und weint und mir sagt, ihr vater wäre böse und seine Partnerin würde nur schimpfen, weiss ich mir keinen Rat mehr. Dann wird der 1. tochter ständig eingeredet, sie müsse ihre kleine schwester nicht lieben!!! und die ELtern von meinem neuen Partner wären nicht Oma und Opa sondern tante und Onkel.Obwohl die Kleine selbst entschieden hat sie oma und opa zu nennen, da diese sie wie ihre enkelin behandeln!!!
Kann ich unter solchen Voraussetzungen ihm nicht den Umgang irgendwie verbieten/Sorgercht entziehen, was für Möglichkeiten habe ich, damit die kleine nicht ständig aus der Regelmäßigkeit kommt.Ihr geregletes LEben ist mit den Besuchen nicht gesichert.
Bitte helfen Sie mir! Wie sieht es mit Adoptionen aus? Mein neuer Partner würde sie gern adoptieren?!? Gibt es Gerichtsbeschlüsse, indem dem Vater das Umgangsrecht entzogen wurde?
17.11.2004 | 16:46

Antwort

von


9 Bewertungen
Sehr geehrte Ratsuchende,

zu Ihren Fragen kann ich folgendes mitteilen:

1.) Sorgerecht und Umgangsrecht

Eine Sorgerechtsentziehung kommt in Betracht, wenn zu erwarten ist, das die Aufhebung der gemeinsamen Sorge und die Übertragung auf die die alleinige Sorge beantragende Person dem Wohl des Kindes am besten entspricht.

Auch für die Anordnung der Entziehung des Umgangsrechtes ist das Kindeswohl entscheidend.

Ob dieses gefährdet ist, kann nur unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalles beurteilt werden.
Soweit sie angeben, dass ihre Tochter nach Besuchen bei ihrem Vater äußert, dieser sei „ böse“, schreit und weint sowie Albträume hat, könnte dies in der Tat dafür sprechen dass das gemeinsame Sorgerecht sowie das Umgangsrecht nicht den Kindeswohl entspricht. Dem ausdrücklich ernsthaft und glaubhaft geäußerten Willen des Kindes kommt bei diesen Entscheidungen große Bedeutung zu.

In der Rechtsprechung gibt es sehr viele Urteile zu dieser Problematik.

Ein zeitweiser Ausschuss des Umgangsrechtes wird beispielsweise angenommen, wenn das Kind gegenüber dem Umgangsberechtigten eine ablehnende Haltung hat, dass Besuchsrecht dazu benutzt wurde das Kind dem allein Sorgeberechtigten zu entfremden, wenn der berechtigte den Umgang zu Auseinandersetzungen mit dem anderen Elternteil nutzt.
nicht als ausreichend wurde in einschlägigen Entscheidungen angesehen die Verfeindung der Eltern und die Entfremdung zwischen Kind und Umgangsberechtigten.

Bei der Frage des Sorgerechtes trifft das Gericht eine Prognoseentscheidung die sich danach richtet, welche Lösung für die Einheitlichkeit, Gleichmäßigkeit und Stabilität der Lebensverhältnisse des Kindes am besten ist. Hierbei sind die Bindungen und der Wille des Kindes maßgeblich zu berücksichtigen.

Ihre Schilderungen stellen in jedem Fall ein Indiz dafür dar, dass der Umgang mit dem Vater sich nicht zum Wohle des Kindes auswirkt, so dass Antrag auf Übertragung der alleinigen Sorge und Ausschluss des Umgangsrechts in Betracht kommen.

Bei der Entscheidungen ist eine genaue Analyse und Wertung aller Vorfälle und der Beziehungen zwischen Kind und Sorge bzw. Umgangsberechtigten erforderlich. Eine abschließende Beurteilung ist daher in diesem Rahmen nicht möglich, sondern setzt weitere Informationen und Nachforschungen voraus.
Sie sollten dies mit Ihrem im Scheidungsverfahren tätigen Anwalt besprechen.

2.) Annahme als Kind (Adoption)

Insofern er neuer Partner ihre 1. Tochter als Kind annehmen möchte sind hierfür folgende Voraussetzungen zu erfüllen. Ihr Partner musste für mindestens 25 Jahre alt sein, es muss eine Probezeit, in welcher der Annehmende das Kind angemessene Zeit in Pflege gehabt hat, vergangen sein, der Annahme darf nicht das überwiegende Interesse der Kinder des Annehmenden entgegenstehen, das Kind muss in die Annahme einwilligen und - was hier möglicherweise problematisch ist - beide Elternteile müssen einwilligen.

Zu Letztgenanntem ist jedoch zu berücksichtigen, dass das Vormundschaftsgericht auf Antrag des Kindes die Einwilligung eines Elternteils ersetzen kann, wenn dieser seine Pflichten gegenüber dem Kind anhaltend gröblich verletzt hat oder durch sein Verhalten gezeigt hat, dass in das Kind gleichgültig ist und wenn das Unterbleiben der Annahme das Kind zu unverhältnismäßigem Nachteil gereichen würde.

Ferner kann eine Einwilligung des Elternteils ersetzt werden, wenn dieser wegen einer besonders schweren psychischen Krankheit und einer besonders schweren geistigen oder seelischen Behinderung zu Pflege und Erziehung des Kindes dauernd unfähig ist.

Aus oben Genanntem ergibt sich das die Ersetzung der Einwilligung eines Elternteils nur in absoluten Ausnahmefällen in Betracht kommt.

Wie bereits oben erwähnt stellen ihre Ausführungen Indizien dafür dar, dass auch eine solche Entscheidung in Betracht kommen könnte. Eine ausreichende Grundlage zur abschließenden Beurteilung liegt jedoch in diesem Rahmen nicht vor.

Ich kann daher nur Anraten, Ihren mit der Scheidung befassten Anwalt unter Mitteilung aller Umstände mit der abschließenden Prüfung der hier angesprochenen rechtlichen Möglichkeiten zu betrauen. Die Einholung der für die Beurteilung der Erfolgschancen erforderlichen Informationen sollte veranlasst werden.

Ich hoffe, Ihnen eine erste Hilfe gewesen zu sein.

Mit freundlichen Grüßen

Falk Brorsen
Rechtsanwalt




ANTWORT VON

Braunschweig

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