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Umgangsregelung / richterlicher Beschluß


05.11.2008 11:41 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


in unter 2 Stunden

Ich bin Vater von einem 10 jährigem Sohn welcher bei meiner Ex Lebensgefährtin lebt. Wir haben uns kurz nach der Geburt getrennt.
Ein Umgang hat sofern die Mutter dies zugelassen hat nur sporadisch stattgefunden. Mittlerweile lebe ich mit meiner jetzigen Lebensgefährtin und deren Tochter in einem Haushalt. Seit ca. 6 Monaten nun versuchen wir eine Umgangsregelung mit meiner ehemaligen Lebensgefährtin zu finden. Da diese uns aber schikaniert und gängelt (massiver Briefverkehr, beeinflussung des Kindes) sind wir vor das Familiengericht gezogen. Dort stellte der Richter fest, das mein Sohn den Kontakt zu uns wünscht und hat in dem Beschluß per beidseitigem Zwangsgeld fixiert, das wir uns verpflichten meinen Sohn immer jedes erste Wochenende im Monat abzuholen.
Die Kindsmutter spricht mit uns kein einziges Wort demzufolge sind auch keine flexiblen individuellen Absprachen möglich wären aber zum Teil unumgänglich. Außerdem wartet Sie auf irgendein Fehlverhalten unsererseits damit Sie gegen mich vorgehen kann.
Nun meine Stieftochter hatte vor 3 Tagen eine Operation und braucht noch Ruhe und darf sich nicht groß bewegen. Aus diesem Grunde ist eine Abholung unmöglich in Anbetracht dessen, das die Kinder im gleichen Zimmer nächtigen.

Frage 1: Muß man in solchen Fällen ein ärztliches Attest vorlegen oder wie kann man vermeiden, daß mal als Umgangsverweigerer hingestellt wird?

Frage 2: Läuft man Gefahr das angeordnete Zwangsgeld zahlen zu müssen?

Frage 3: Wem meldet man diesen Sachverhalt, denn meine Anwältin ist im Urlaub? Gericht, Anwalt der Gegenseite? Denn die Mutter verweigert die telefonische Kommuniktation.

Frage 4: Bei weiterem Schikanen und Beleidigungen der Mutter überlegen wir uns weiterhin ob ein Umgang überhaupt noch zum Kindeswohl meines Sohnes ist. Wie kann man einen richterlichen Beschluß aufheben lassen?

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Diese Antwort ist vom 05.11.2008 und möglicherweise veraltet. Stellen Sie jetzt Ihre aktuelle Frage und bekommen Sie eine rechtsverbindliche Antwort von einem Rechtsanwalt.

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05.11.2008 | 12:19

Antwort

von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle
1529 Bewertungen
Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Fragen möchte ich wie folgt beantworten:

Zur Vermeidung eines Zwangsgeldes sollten Sie auf jeden Fall dem Gericht rechtzeitig vor dem Wochende unverzüglich zu dem Aktenzeichen des Beschlusses das Hinderniss zur Abholung mit einem ärztlichen Attest und der genauen Schilderung der Umstände schriftlich mitteilen. Dazu sollten Sie ausführen, dass für das genannte Wochenende eine Unterbringung des Sohnes auch in anderen Räumen der Wohnung/Haus nicht möglich ist, sondern nur im Zimmer der Stiefschwester und diese wegen der Operation unbedingte Ruhe benötigt.

Sinnvoll wäre es natürlich, wenn dieses über Ihre Anwältin erfolgen könnte. Erkundigen Sie sich in der Kanzleil zuvor, ob es einen Vertreter oder eine Vertreterin gibt, die diese Mitteilung dem Gericht gegenüber abgeben kann. Ist dieses nicht der Fall, fertigen Sie die Mitteilung alleine und reichen diese mt den Hinweis "Eilig und unbedingt vorlegen" beim Gericht ein.

Zeitgleich informieren Sie auch schriftlich den Anwalt der Gegenseite über Ihre Mitteilung und leiten diesem diese Mitteilung ebenfalls zu.

Wenn Sie der Auffassung sind, dass das Umgangsrecht nicht mehr dem Kindeswohl entspricht, müssen Sie beim Gericht eine Aufhebung des Beschlusses beantragen. Nur das Gericht kann den Beschluss wieder aufheben.

Der Antrag muss natürlich sehr gut begründet werden. Dafür reichen allein Schikanen der Mutter möglicherweise nicht, es sei denn, diese wirken sich nachhaltig auf das Kindeswohl aus. Bedenken Sie vor Stellung dieses Antrages genau, dass Sie bei einem Erfolg keinen Kontakt mehr zu Ihrem Sohn haben werden und Ihr Sohn in seinem Alter Ihr Verhalten nicht verstehen wird, wenn er weiterhin zu Ihnen möchte. Bei dem Antrag, der Ihnen vorschwebt, darf allein das Kindeswohl das Entscheidende sein.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle




ANTWORT VON
Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle
Oldenburg

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