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Umgangsrecht verwehren


| 04.10.2017 14:04 |
Preis: 28,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo,

wie stehen meine Chancen dem biologischen Vater das Umgangsrecht zu verwehren:

- Ich besitze das alleinige Sorgerecht und mein Kind wird im Januar sechs Jahre alt.
- Der biologische Vater äußerte schon während meiner Schwangerschaft, dass er kein Interesse am Kind hat und ging kurz nach der Geburt zu seiner neuen Freundin.
- Während der Beziehung wurde ich geschlagen und nach der Trennung bedroht (nach der Trennung stellte ich deshalb Anzeige bei der Polizei)
- Der Unterhaltspflicht kam der biologische Vater nie nach. Auch der Unterhaltsvorschuss wurde unregelmäßig geleistet, da er die erforderliche Unterschrift für diesen nur dann leistete, wenn seine Mutter ihn drängte
- Er schickte nie Karten, Briefe, Geschenke oder ähnliches. Meldete sich nie bei meinem Kind. Mein Kind weiß nicht einmal, dass er existiert.
- Der biologische Vater ist seit dem 11. Lebensjahr Drogenabhängig, mehrfach vorbestraft z.B. wegen Körperverletzung und Erpressung, wobei eines der Delikte bundesweit medial die Runde machte.
- Beim bundesweit medialen Fall wurde er auf Bewährung verurteilt. Keine zwei Monate später wurde er wieder straffällig (Körperverletzung und schwerer Raub) und nahm auch wieder Drogen
- Daraufhin wurde seitens des Richters betreutes Wohnen angeordnet, wobei die Anweisung nach wie vor Bestand hat
- Die richterliche Auflage schloss auch eine Antigewalt Therapie und regelmäßige Drogentests ein
- Zusammen mit seiner Betreuerin nahm er nun Kontakt zum Jugendamt auf und möchte von seinem Umgangsrecht Gebrauch machen. Vermutlich um einen positiven Eintrag in seine Akte zu bekommen und aus der Betreuung heraus zu kommen
- Diese Vermutung habe ich, da ich auf Facebook gesehen habe, dass nach wie vor Kontakt zu seinem alten Umfeld sucht und zudem als Bild "Fuck BTMG" hochlud. Sprich nach wie vor an Drogen interessiert zu sein scheint.
- Vor drei Jahren wollte der biologische Vater bereits einmal von seinem Umgangsrecht Gebrauch machen, tauchte aber beim angesetzten Termin nicht auf.
- Er hat eine Ausbildung angefangen und übt diesen Beruf seit ein paar Monaten aus
- Obwohl er (nach wie vor) keinen Unterhalt leistet, lies er sich direkt den Kinderfreibetrag von 0,5 eintragen
- Zur Familie des biologischen Vaters, hatte mein Kind mit Ausnahme der Mutter keinen Kontakt. Der Kontakt zur Mutter war aber unregelmäßig und lief Anfang 2017 auch aus.
- Ich bin seit einigen Jahren in einer neuen Beziehung und auch verlobt.
- Mein Kind akzeptiert meinen neuen Partner als Papa.
- In die Familie meines Verlobten ist mein Kind komplett eingebunden und fühlt sich dort sehr wohl.

Sprich: Die Umstände der Trennung sprechen gegen meinen ehemaligen Partner. Da sich mein Kind und er nicht kennen, kann auch keine echte innere Anteilnahme und Zuneigung zu meinem Kind bestehen. Zudem hat er nie Verantwortung übernommen und nichts dafür getan um eine Bindung zu meinem Kind aufzubauen. Auch zu seiner Familie gibt es keine Bindung. Da unsere Familien zerstritten sind und mit Ausnahme der Mutter des Kindsvater alle den Kontakt verwehrten oder gar mein Kind nicht akzeptierten.
Ich hab Angst, dass ein Kontakt zu einem Loyalitätskonflikt bei meinem Kind führt, sie aus ihrem gewohnten Umfeld herausreißt und zudem die Beziehung zu Ihrem "rechtlichen" Papa zerstört. Ihr rechtlicher "Papa" ist zudem in ihrem kompletten Umfeld (Familie, Kindergarten) als "Papa" bekannt.
Wie kann ich das dem Jugendamt klar machen, dass ein Kontakt zum biologischen Vater dem Kind ausnahmslos schadet?
04.10.2017 | 14:49

Antwort

von


3 Bewertungen
Apothekergäßchen 4
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Tel: 0821/ 49 81 59 75
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Sehr geehrter Fragesteller,

grundsätzlich ist der Vater, auch der nichteheliche Vater, umgangsberechtigt nach § 1684 Abs. 1 BGB. Ein solches Umgangsrecht wird auch nicht dadurch verhindert, dass Sie als Mutter mit dem neuen Partner ohne Störung von außen leben wollen. Dieses Argument sollten Sie also nicht beim Jugendamt vorbringen.

Auch die Nichtzahlung von Unterhalt hat in meiner Praxis nie zu einem Unterhaltsausschluss geführt. Aufgrund der von Ihnen geschilderten Strafverfahren und der fehlenden Ausbildung wird er wohl auch die meiste Zeit nicht leistungsfähig gewesen sein.

Gravierend ist aber die Drogenproblematik des biologischen Vaters:
Sollte er derzeit immer noch Drogen konsumieren, was nach den Verdachtsgründen, die Sie dargelegt haben, ziemlich auf der Hand liegt, sollte ein Umgang wegen der Gefahr für das Kind ausgeschlossen werden, nur in Ausnahmen ein beschützter Umgang stattfinden.
Sollte der Kindesvater jedoch nachweisen können, erfolgreich von Drogen Abstand genommen zu haben, kommt m.E. für einen gewissen Zeitraum erstmal nur ein begleiteter Umgang in Betracht.

Die Drogensucht und Ihre Recherchen dazu sollten Sie also unbedingt mit dem Jugendamt besprechen!

Ich hoffe, Ihre Fragen verständlich beantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Judith Freund
Rechtsanwältin
Fachanwältin für Familienrecht

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Nachfrage vom Fragesteller 04.10.2017 | 15:27

Sehr geehrte Frau Dr. Freund,

erstmal vielen Dank für die Einschätzung.
Ich verstehe ehrlich gesagt aber nicht, weshalb es keine Rolle spielt, dass der biologische Vater keine Verantwortung übernommen hat und nie etwas dafür getan hat um eine Bindung zu meinem Kind aufzubauen. Er ist meinem Kind doch völlig fremd. Wenn es nun wie von Ihnen vorgeschlagen zu einem begleiteten Umgang kommen sollte, bricht für mein Kind doch eine Welt zusammen, wenn "der fremde Mann" sich als Papa vorstellt. Diese Verwirrung, sowie der aufgezwungene Kontakt schaden dem Kindeswohl doch. Außerdem ist es eine Einmischung in Ihr gewohntes Umfeld. So geht doch die gesamte Kontinuität verloren. Außerdem spürt mein Kind die Spannungen, da ich mit diesem Mann nicht mehr an einem Tisch sitzen kann, nach alledem was er getan hat. Jeder Termin ist für mich eine Qual. Und da mein Kind sehr empathisch ist, merkt es mir das leider an und sorgt sich.

Was die Drogensucht angeht. Leider hat das Jugendamt im ersten Gespräch leider alle Argumente diesbezüglich von der Hand gewiesen. Das er in betreuten Umgang ist und dort Drogentests macht, reicht dem Jugendamt aus. Das er sich privat trotzdem nicht von Drogen distanziert, spielt laut der Sachbearbeiterin keine Rolle, da die Tests ja gemacht werden. Das Jugendamt möchte sogar von Anfang an zweiwöchige Termine ansetzen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.10.2017 | 15:46

Auch wenn ich für Ihre Situation großes Verständnis hege, hier die weiteren Grundlagen für den Umgang:
Der Umgang ist ein Recht des Kindes und nicht der Eltern, der Umgang ist nur dann zu versagen, wenn der Umgang dem Kindeswohl widerspricht. Das Kind soll so die Chance erhalten, über seine Herkunft zu erfahren.

Die Eltern sind nach der Wohlverhaltensklausel (§ 1684 Abs. 2 BGB verpflichtet, alles zu unterlassen, was das Verhältnis des Kindes zum anderen Elternteil beeinträchtigt. Ein Verstoß gegen die Wohlverhaltenspflicht ist bereits dann gegeben, wenn eine Mutter dem Kind "freistellt", ob es Umgangskontakte zum Vater wahrnehmen will oder nicht. Sie müssen also das Kind aktiv und positiv beeinflussen, dass es die Umgänge wahrnimmt. Die Spannungen zwischen Ihnen und Ihrem Mann müssen Sie weitestgehend unterdrücken, Sie können aber das Jugendamt bitten, nicht am selben Tisch sitzen zu müssen. Das wird meistens berücksichtigt.

Vereiteln Sie grundlos und auf längere Zeit den Umgang des Vaters mit seinem Kind, verhalten Sie sich Ihrerseits kindeswohlgefährdend - teilweise ist sogar von einem "Missbrauch des elterlichen Sorgerechts" die Rede, so dass auch auf dem Gerichtsweg durchgesetzt werden kann, dass der Umgang stattfindet und gegen Sie ein Ordnungsgeld nach § 89 FamFG festgesetzt wird (bis zu 25.000 €).

Bewertung des Fragestellers 06.10.2017 | 11:25


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Stellungnahme vom Anwalt:
Die Fragen wurden auf Grundlage des gegebenen Sachverhalts und des später noch erweiterten Sachverhalts sehr umfassend beantwortet, auch wenn leider in der Sache keine günstigere Antwort gegeben werden konnte, dies auch insbesondere am gegebenen Einsatz von 28,00 Euro!
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 06.10.2017
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