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Umgangsrecht und zeitliche Regelung


| 01.10.2017 17:11 |
Preis: 25,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von



Hallo,
ich habe eine Frage bezüglich Umgangsrecht und zeitlicher Regelung.
Folgender Sachverhalt:
- Ich habe das alleinige Sorgerecht und mein Kind wird im Januar sechs Jahre alt.
- Der biologische Vater äußerte schon während meiner Schwangerschaft, dass er kein Interesse am Kind hat und ging kurz nach der Geburt zu seiner neuen Freundin.
- Der biologische Vater ist seit dem 11. Lebensjahr Drogenabhängig, mehrfach vorbestraft z.B. wegen Körperverletzung und Erpressung, wobei eines der Delikte bundesweit medial die Runde machte.
- Beim bundesweit medialen Fall wurde er auf Bewährung verurteilt. Keine zwei Monate später wurde er wieder straffällig (Körperverletzung und schwerer Raub) und nahm auch wieder Drogen
- Daraufhin wurde seitens des Richters betreutes Wohnen angeordnet. Diese Anweisung hat nach wie vor Bestand
- Die richterliche Auflage schloss auch eine Antigewalt Therapie und regelmäßige Drogentests ein
- Zusammen mit seiner Betreuerin nahm er nun Kontakt zum Jugendamt auf und möchte von seinem Umgangsrecht Gebrauch machen.
- Er hat eine Ausbildung angefangen und übt diesen Beruf seit ein paar Monaten aus
- Vor drei Jahren wollte der biologische Vater bereits einmal von seinem Umgangsrecht Gebrauch machen, tauchte aber beim ersten angesetzten Termin nicht auf. Er sagte den Termin auch nicht ab. Die Sachbearbeiterin und ich warteten vergeblich
- Zur Familie des biologischen Vaters, hatte mein Kind mit Ausnahme der Mutter keinen Kontakt. Der Kontakt zur Mutter war aber unregelmäßig und lief im Januar 2017 auch komplett aus.
- Ich bin mittlerweile mit einem neuen Partner verlobt und mein Kind akzeptiert diesen auch als Papa.

Ich als Mutter habe Angst, dass der biologische Vater nur Kontakt zum Kind haben möchte, damit er gut dasteht und die Betreuungsweisung loswird. Sprich den Kontakt zum Kind abbricht, sobald er wieder in Freiheit ist. Darauf deuten mehrere Indizien, als auch seine Vergangenheit hin, die von Kriminalität geprägt ist.
Das Jugendamt sieht das leider anders. So äußerte die Sachbearbeiterin das die Vergangenheit keine Rolle spielt. Deshalb möchte das Jugendamt schon zu Beginn zweiwöchige Treffen ansetzen. Ich wiederum präferiere ein sechswöchiges Intervall und hätte gerne einen Psychologen dabei, der dem Kind in diesem sehr schweren emotionalen Moment beiseite steht. Gerade auch, weil mein Kind sehr emotional ist und immer seine Zeit brauch, bis es sich an neue Menschen gewöhnt bzw. zu diesen eine Beziehung aufbaut.

Was kann ich nun machen, um meine Sichtweise durchzusetzen?
01.10.2017 | 19:03

Antwort

von


24 Bewertungen
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Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte Ihre Frage auf Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben. Bitte beachten Sie, dass schon geringe Abweichungen im Sachverhalt zu einer anderen rechtlichen Bewertung führen können.

Der Gesetzgeber hält das Umgangsrecht des biologischen Vaters für sehr wichtig. Nur in äußersten Extremfällen kann dieses Umgangsrecht ausgeschlossen werden. Anders als beim Sorgerecht muss hier sehr präzise dargelegt werden warum ein Umgang dem Kindeswohl schadet. Leider muss ich auch dem Jugendamt recht geben, die Vergangenheit zählt hier nicht. Alleine der ernsthafte Wille des Vaters eine Zukunft mit dem Kind haben zu wollen reicht aus.

Sie werden sich im Endeffekt nicht gegen einen Umgang Ihres Kindes mit seinem biologischen Vater wehren können. Wenn Sie aber recht haben und es dem Vater in erster Linie um seine Bewertung im Rahmen des Strafvollzugs geht, ist sein Interesse am Kind selbst relativ gering. Sie können Ihm den Umgang sehr erschweren:
Sie sind zunächst nicht gezwungen sich vom Jugendamt bestimmte Umgangszeiten aufdrücken zu lassen. Sie können verlangen, dass das Umgangsrecht nur auf Grund richterlicher Entscheidung ausgeübt wird. Im Rahmen der gerichtlichen Verhandlung können Sie dann Zugeständnisse machen die mit Bedingungen verknüpft werden. Richter, Anwälte und auch das Jugendamt sind hier an einer einvernehmlichen Lösung interessiert weswegen man sehr weit auf Sie zugehen wird. Beispiel: "Ich bin einverstanden, dass er sich alle 3 Wochen mit meiner Tochter trifft ABER es soll unter Aufsicht des Jugendamtes geschehen". (In aller Regel hat das Jugendamt hierfür Räumlichkeiten). Je nachdem wie der Kenntnisstand Ihres Kindes ist, können Sie auch die Auflage machen, dass er nicht darauf bestehen soll "Papa" genannt zu werden. Sie können verlangen, dass er keine Geschenke mitbringen darf usw. Das alles erschwert für einen Mann der nur einen Aktenvermerk braucht "Gibt sich Mühe ein stabiles soziales Umfeld aufzubauen", den Umgang sehr.
Selbst wenn er diesen Bedingungen zustimmt können Sie fordern, dass diese Form des Umgangs zunächst ein halbes Jahr andauert. Eventuell verliert er bis dahin das Interesse (oder hat seine Aktennotiz), vielleicht lassen sich in dieser Zeit aber auch Ihre Bedenken zerstreuen und Sie können guten Gewissens einigen Lockerungen im Umgang zustimmen.
Alle Vereinbarungen können Sie auch ohne Gerichtsverfahren mit dem Jugendamt treffen (dann geht es schneller, ist kostengünstiger und für Sie schwerer durchzuhalten).

Ich empfehle Ihnen sich anwaltlich vertreten zu lassen.

Ich hoffe, Ihre Frage umfassend beantwortet zu haben. Sollte dies nicht der Fall sein, nutzen sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Krueckemeyer
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 02.10.2017 | 18:44

Sehr geehrter Herr Krueckemeyer,

erstmal vielen Dank für Ihre Antwort.
Um auf Ihr Schreiben nochmal Bezug zu nehmen, hätte ich noch zwei kleine Rückfragen.
1) Bezüglich des Kenntnisstands des Kindes.
Der Erzeuger ging direkt nach der Geburt. Sprich er ist dem Kind völlig unbekannt. Er meldete sich auch nie. Schickte nie Karten, Geschenke bzw. es kam überhaupt kein Lebenszeichen gegenüber meinem Kind von Ihm. Deshalb ist mir die zeitliche Regelung sehr wichtig.
Sie schreiben in Ihrem Beispiel von einem 3-wöchigen Intervall auf sechs Monate. Wie lange würde in diesem Beispiel ein Treffen dann dauern? 30 Minuten? Oder direkt eine Stunde? Oder meinen Sie das so, das ich das frei Entscheiden bzw. vorschlagen darf?
Es ist ja quasi für mein Kind das erste Sehen des Gegenübers. Deshalb würde ich auch wie Sie im Beispiel schrieben, die Idee übernehmen, dass der Erzeuger auf das Wort „Papa" besteht, um mein Kind nicht emotional zu überfordern.

2) Sie schreiben, dass man sehr auf mich zugehen wird. Das Jugendamt folgt bis jetzt aber eher der Betreuerin des Erzeugers. So wird darauf bestanden, dass ich (als alleinige Sorgeberechtigte) auch alleine an den Treffen teilnehme, weil sich bei einem ersten Termin, der „Erzeuger" von meinen Eltern eingeschüchtert fühlte. Ich möchte das aber nicht. Da ich in der Beziehung geschlagen und bedroht wurde, was auch der Polizei bekannt ist. Deshalb spiele ich mit dem Gedanken, meinen Eltern eine Sorgevollmacht gegenüber Behörden auszustellen, damit diese mich zu den Terminen begleiten dürfen. Ist dies notwendig, oder könnte ich auch (wie Sie schreiben) darauf bestehen, dass meine Eltern auch ohne Vollmacht am Treffen teilnehmen dürfen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.10.2017 | 20:40

Sehr geehrter Fragesteller,

tatsächlich will der Gesetzgeber dem leiblichen Vater in jeder Lebensphase des Kindes die Möglichkeit zur Teilhabe sichern.

Wenn Sie ein gerichtliches Verfahren anstreben, wird für das erkennende Gericht, dass Kindeswohl im Vordergrund stehen. Wenn also nicht sofort offensichtlich ist, dass das Kind durch den Umgang mit dem Kindesvater Schaden nehmen wird, wird das Gericht sehr um eine gütliche Einigung bemüht sein. Sie werden zum Umgang nicht "Nein" sagen können aber immerhin "Ja, aber...". Dann können Sie die für Sie wichtigen Punkte in die Verhandlung einbringen und Sie werden jedenfalls angehört werden, was beim Jugendamt nicht immer der Fall sein wird. Angesichts der Vorgeschichte halte ich die Forderung des Jugendamtes alleine zu den Treffen zu kommen für unverschämt.
Ich will Sie nicht belügen, ein gerichtliches Verfahren kostet viele Nerven und auch einiges an Geld (trotzdem empfehle ich dringend eine anwaltliche Vertretung), ich denke aber in Ihrem Falle werden Sie so besser beraten sein als mit dem Jugendamt.

Sollten weitere Nachfragen bestehen oder sollten Sie eine anwaltliche Vertretung durch mich wünschen, kontaktieren Sie mich bitte via Email. Außerdem freue ich mich natürlich über eine positive Bewertung.

Mit freundlichen Grüßen

Krueckemeyer
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 04.10.2017 | 07:14


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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 04.10.2017
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