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Umgangsrecht bei 8monate altem Kind


13.06.2017 13:46 |
Preis: 25,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Brigitte Draudt



Hallo. Der Kindsvater und ich haben uns getrennt als das Kind 6 Monate alt war. Das Kind lebt bei mir und er in einer 27qm Wohnung. Da unser Verhältnis sehr belastet ist, nehmen wir seit 2 Monaten eine Familienberatung vom Jugendamt in Anspruch. Die bisherige Umgangsregelung sieht vor, dass der Vater Sie jedes zweite Wochenende(Sa+So) von 9-19Uhr sowie jede Woche zweimal nachmittags von 17:19Uhr abholt und Zeit mit unserem Kind verbringt. Immer wieder gibt es Schwierigkeiten und Probleme im Umgang und das Verantwortungsbewusstsein des Vaters ist bisher noch nicht angemessen. Mir als Mutter ist grundsaetzlich der Umgang zwischen Vater und Kind sehr wichtig und ich bemuehe mich die Interessen des Kindes zu wahren und dem Vater sein Recht zukommen zu lassen. Dennoch kommt es oft zu Problemen und Konfliktsituationen und ich moechte mich absichern. Meine Fragen:
1. Ab wann muss ich als Mutter dem Vater das Kind über Nacht mitgeben? 8monate halte ich fuer zu jung. Die Wohnung des Vaters ist 27qm gross, er besitzt ein Kinderreisebett.
2. Wie ist der Umgang bei einem 8monatigem Kind ihrer Erfahrung meistens gerichtlich/jugendamtlich geregelt? Wie oft, wie lange?
Vielen Dank

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Sehr geehrte Fragestellerin,

ich beantworte Ihre Fragen gerne wie folgt:

Es gibt im Gesetz und in der Rechtsprechung keine genau festgelegten Altersgrenzen, ab wann Umgang wie lange zu erfolgen hat. Es kommt immer auf den Einzelfall an.
Das Gericht muss nicht angerufen werden, die Eltern können grundsätzlich frei regeln, wie Umgang stattzufinden hat. Eine Beratung durch das Jugendamt kann auf Wunsch stattfinden, muss es aber nicht. Wenn ein Gericht einen Beschluss zum Umgang trifft, so ist dieser bindend. Auch vor dem Jugendamt können die Eltern eine sogenannte Umgangsvereinbarung schließen, welche allerdings nicht die gleiche rechtliche Wirkung wie ein gerichtlicher Beschluss hat.

Die Regelung, die Sie momentan getroffen haben, erscheint vernünftig. Maßgebend ist natürlich immer das Kindeswohl. Der Vater muss seinen Pflichten nachkommen und ordnungsgemäß für das Wohl des Kindes sorgen, Essen, beaufsichtigen etc. Eine Einflussmöglichkeit darauf, wie er seinen Umgang ausgestaltet, haben Sie nur begrenzt, nämlich nur dann, wenn eine Gefährdung des Kindeswohls vorliegt. Sie teilen mit, es mangle an Verantwortungsbewusstsein und es käme zu Problemen. Ob hierin eine Gefährdung des Kindeswohls liegt, kann anhand dieser Angaben nicht beurteilt werden. Da Sie ja aber beim Jugendamt in Beratung sind, sollten Sie Ihre Bedenken hier ansprechen.

Konkret zu Ihren Fragen:

1. Es gibt keine feste Regelung, wie oben bereits gesagt, ab wann Sie das Kind dem Vater über Nacht mitgeben müssen. Es sind immer Einzelfälle, die von Gerichten entschieden werden. Eine Richtschnur ist das Alter von eineinhalb als Zeitpunkt für einen Übernachtungsbesuch. Wenn die Wohnung des Vaters soweit für ein Kind ausgestattet ist und er ein Reisebett für das Kind hat, so reicht dies aus. Ab einem Alter von ca. 3 Jahren, Kindergartenalter, geht man auch zu Wochenendübernachtungen über.

2. Hier ist die Regelung wie Sie sie bereits getroffen haben, durchaus im Bereich eines recht weitgehenden Umgangs. Denkbar wären hier auch kürzere Regelungen, etwa nur ein Tag am Wochenende. Hier kommt es aber wie gesagt immer auf den Einzelfall an und vor allem darauf, ob das Kind den Umgang so als angenehm empfindet. Nun kann sich natürlich ein Baby nicht wortreich artikulieren, jedoch können Sie ja beurteilen, ob das Kind etwa beim Abholen/ Bringen weint oder durchnässt oder hungrig ist etc.

Versuchen Sie zunächst, Ihre Bedenken bei Gesprächen am besten gemeinsam mit dem Vater beim Jugendamt oder einer Erziehungsberatung zu äußern und zu lösen. Wenn das gar nicht weiter hilft, kann man natürlich auch eine gerichtliche Umgangsregelung herbeiführen, wobei hier nicht garantiert werden kann, dass es zur Festlegung eines kürzeren Umgangs führen würde, da es sich wie gesagt immer um Einzelfallentscheidungen handelt. Bei derartigen Verfahren wird auch für das Kind ein Verfahrenspfleger bestellt, der seine Meinung äußert und auch wird das JA angehört.

Ich hoffe, Ihnen weiter geholfen zu haben und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Draudt
Rechtsanwältin
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