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Uhr und Verschleissteil


06.10.2004 12:57 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht



Hallo, folegendes Szenario: (bitte auf alle Fragen antworten!)

Kunde kauft vor 7 Montaten eine Uhr (Wert 90.- EUR), dieses Modell wurde vielfach verkauft ohne eine einzige Reklamation. (Trage selbst das selbe Modell jeden Tag!)

In unseren AGB`S steht, dass wir nur auf das Uhrwerk Garantie geben können, das das arband und das Gehäuse ja als Verschleissteil anzusehen ist. Uhren sind teilweise sher anfällig gegenüber Laugen, Reinigungsmitteln etc. Im schlimmsten Fall wird die Legierung abgerieben, oder beschädigt !

Nun hat eine Kunde eine Uhr zurückgesandt, die schlimm aussah, dass uns der Schlag getroffen hat... alles abgerieben, die Legierung wie von einer Lauge angegriffen zerstört... braun, anstatt silber... der Kunde forderte von uns eine neue Uhr oder sein Geld zurück nach 7 Monaten.

Wir haben dies schriftlich abgelehnt und dem Kunden angeboten die Hälfte der Reparatur zu tragen aus Kulanz. (zu unserem E.K, Arbeitszeit wäre nicht berechnet worden (sprich 40 EUR).

Nun droht der Kunde mit Anwalt, weil er sagt, wir dürfen mit unseren AGB`s uns nicht über geltendes Recht stellen udn muessen ihm nach 7 Monaten eine neue Uhr geben.

Nun die Frage:

Alle Uhrenhändler können keine Garantie auf das Armband oder Gehäuse geben, weil es ein Verschleissteil ist. Selbst im Booklet des Herstellers steh dies geschrieben. Bei jedem Kauf ist es im Shop zwingend notwenidig die AGB`s zu akzeptieren. Ohne eine Akzeptanz kommt kein weiterer Kaufvorgang zu stande.

Wer hat Recht ? Und welche Kosten kommen im Falle einer Verhandlung auf uns zu, wenn wir an einen Richter gelangen, der das Recht immer auf Seite der Verbraucher sieht ? Wir haben bei diesem Modell ca. 25 EUR Gewinn... da kann ich nicht nachgeben. Zumal wurde das Modell bereits 500x verkauft ohne eine einzige Reklamation ? Ich will aber in solch einem Fall nicht nachgeben, weil ich solch ein Verhalten unverschämt finde.

Wie denken Sie ?
Sind wir im Recht ?
Welche Gerichts und Anwaltkosten kommen im Streitfall auf uns zu ?

*****
Ihr Kunde hat natürlich insoweit Recht, als dass er ein zweijähriges Gewährleistungsrecht hat, das auch durch Ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen nicht ganz oder für einzelne Teile ausgeschlossen werden kann. Dies betrifft allerdings nur solche Mängel, die bereits bei Auslieferung der Uhr an den Kunden angelegt waren (etwa eine fehlerhafte Legierung o.ä.). Da seit dem Kauf allerdings schon mehr als 6 Monate vergangen sind, müßte der Kunde beweisen, daß dieser Fehler bereits von Beginn an vorgelegen hat.

Ausgehend von Ihrer Schilderung dürfte die Uhr allerdings bei Auslieferung an Ihren Kunden in Ordnung gewesen sein. Zwar darf eine Uhr auch nicht zu anfällig gegen Reinigungsmitteln etc. sein, aber wenn ich Sie richtig verstehe, braucht es für einen Schaden wie hier vorliegend schon eine stärkere Lauge, für die die Uhr sicherlich nicht ausgelegt sein muß.

Von daher sehe ich derzeit kein Gewährleistungsrecht Ihres Kunden.

Zu Ihrer Frage hinsichtlich des Kostenrisikos: Ein Anwalt verlangt bei einem Kaufpreis von 70,- € für den Prozess insgesamt 82,50 € (zzgl. USt., die für Sie allerdings nur ein durchlaufender Posten sein dürfte), die Gerichtskosten betragen, wenn es zu einem Urteil kommt, 75,- €. Ihr Prozeßrisiko dürfte sich mithin (Gericht, Anwalt und gegnerischer Anwalt) auf 240,- € belaufen, wobei allerdings u.U. zur Frage, ob ein ursprünglicher Mangel vorliegt, vom Gericht noch ein Gutachter gehört werden kann, dessen Kosten zwar zunächst Ihr Kunde dem Gericht vorschiessen muß, der allerdings letztendlich, wie auch alle anderen Kosten, vom Verlierer zu bezahlen ist. Aber, wie gesagt, nach Ihrer Schilderung sehe ich dieses Problem nicht.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Angaben gedient zu haben. Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Udo Meisen
Rechtsanwalt
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