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Überzogenes Honorar für eine Website - Zahlung soll "erzwungen" werden


21.12.2008 22:26 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht



Für mein kleines Unternehmen brauchte ich eine Website, ich wollte ein Content Management System haben, welches ich zukünftig selbst pflegen kann (bin ein wenig firm mit Programmierung). Im Zuge meiner Existenzgründung wollte ich die Website von jem. "Professionellen" erstellen lassen. Mir wurde jem. empfohlen. Wir haben keinen Vertrag geschlossen (auch keinen Auftrag), es fand ein Gespräch statt, in welchem ich ausführlich beschrieb, was ich haben wollte, inkl. einem rechtskonformen Webshop.
Der junge Mann (Kleinerunternehmer) hat ein kostenloses Template von Joomla herunter geladen und bei Goneo das Hostingpaket für mich bestellt - anfangs waren dort auch noch meine Daten hinterlegt. Nachdem das so weit war, bestückte ich das CMS fleissigmit Bildern, Daten etc. und gestaltete meine Seite inhaltlich zumeiner Zufriedenheit. Ich kannte Joomla bis dato noch nicht. Er installierte dann auch eine Art "Webshop" und war dann ca. 4 Monate nicht erreichtbar, er sagt selbst, er war krank. Ich befüllte den Webshop. Eines Tages, wies mich eine Bekannte daraufhin (sie betreibt selbst auch einen Webshop) dass mein Shop gar nicht rechtskonform sei, u.a. keine sachgerechte Bestätigung der AGBs u.a. hat.
Als ich dann Anfang Dezember von besagtem jungen Mann eine Rechnung in Höhe von 700 EUR bekam, war ich sprachlos. Er stellte mir u.a. Layout und Gestaltung der Website in Rechnung, bei einem Stundensatz von 35 EUR. Ein IT-Experte ear genauso sprachlos über die Forderung, da meine Website genauso aussieht, wie das Standard-Template, welches kostenlos downloadbar ist. Außer meinen Text- und Bild-Editionen war alles so, wie in der Vorlage - sogar Farben, Schaltflächen etc.
Es stellte sich dann auch heraus, dass er meinen Kundenzugang zu Goneo (Hoster) geändert hatte, ich konnte mich mit meiner bei Registrierung hinterlegten E-Mail Adresse nicht mehr bei Goneo anmelden, wobei ich ich dadurch auch nicht mehr an die Datenbanken kam u.a.
In Joomla selsbt hatte er mir zwar einen Administrator-Zugang geschaffen, aber sich selsbt hatte er einen Super-Admin gegeben. In seiner gestellten Rechnung meinte er, er würde mir die Passwörter geben, wenn ich die Rechnung bezahlt hätte.
Daraufhin sicherte ich die Daten meiner Website (Texte, Bilder) und machte Screenshots von meiner Seite, sowie von dem kostenlosen Joomla-Template, welche beide genauso aussehen und vom Quellcode. Der IT-Experte bemerkte, dass es einen "Hackerparagraphen" gäbe, gegen den derjunge Mann verstoßen würde, weil er selsbtständig ohne Zulassung die Zugänge geändert hat.

Also schrieb ich ihm (per Einschreiben natürlich), dass ich aufgrund dessen, dass er unerlaubt meine Zugänge geändert habe, und nach Schätzung eines Experten max. 4h für die Installation der Software verbracht haben kann (Wie gesagt, Layout und Programmierung sind nicht geschehen) die Summe für die 4h bereit bin zu bezahlen, und nicht die Summe von 700 EUR, da diese nicht nachweisbar berechtigt ist. Ich stellte ihm aber auch ein Ultimatum (2 Wochen nach Brief), bis zu welchem er die Zugänge wieder freigeben sollte. 3 Tage nach Ende des Ultimatums rief ich bei Goneo (Hoster) an und erkämpfte mir den Zugang für mein Hosting-Paket zurück, es war tatsächlich nachträglich eine utopische E-Mail hinterlegt worden. Daraufhin sicherte ich meine Datenbanken und löschte den Super-Admin des jungen Mannes. Er hatte sich bis dato in keiner Form gemeldet!
Fast 2 Wochen nach verstrichenem Ultimatum bekam ich nun eine Zahlungserinnerung, in welcher er mich freundlich an die Begleichung der gestellten Rechnung erinnerte.
Ist das frech oder dumm gestellt? Dass er den Brief bekommen hat,kann ich belegen (Post-Einschreiben) Wie soll ich mich verhalten?
Sehr geehrter Fragesteller,

Ich beantworte Ihre Frage auf der Grundlage der von Ihnen gegebenen Informationen wie folgt:

Sie haben einen rechtlich als Werkvertrag zu qualifizierenden Vertrag abgeschlossen, in dem der Auftragnehmer einen Erfolg - nämlich die Herstellung des versprochenen Werkes schuldet. Das Werk ist offensichtlich nicht fertiggestellt. Nach Ihrer Schilderung sind beim Vertragsschluß zwei wesentliche Aspekte nicht abschliessend geregelt worden, nämlich einerseits wie das Werk en detail beschaffen und was andererseits an Vergütung geschuldet sein soll. Dies macht den Vertrag nicht unwirksam, stellt aber Ihren Gegner im Streitfall vor beachtliche Probleme. Ihr Kontrahent müßte nachweisen, dass es sich bei dem verlangten Lohn um die übliche Vergütung handelt (§ 612 Abs. 2 BGB) und hierzu genau darlegen und dem Gericht Beweis anbieten, was er mit welchem zeitlichen Umfang gemacht hat und welchen Lohn Webdesigner mit einer seiner Qualifikation und Erfahrung vergleichbaren Ausbildung für eine solche Leistung üblicherweise erzielen. Dieser Vortrag ist in praxi kaum zu bringen.

Ich empfehle Ihnen daher, den von Ihnen für angemessen gehaltenen Betrag zu zahlen und es im Übrigen auf einen Rechtsstreit ankommen zu lassen. In diesem Rechtsstreit könnten Sie gegebenenfalls noch als Gegenposition die Mängel der Leistung geltend machen.


Ich hoffe, Ihnen mit vorstehenden Ausführungen eine erste Orientierung gegeben zu haben. Für Nachfragen nutzen Sie bitte die Nachfragefunktion.
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