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US-Staatsbürger: Depot vor oder nach Umzug nach Deutschland auflösen?


30.11.2014 18:37 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Veräußerungsgewinne aus Aktienverkäufen unterfallen sonstigen Einkünfen i.S.v. Art. 13 Abs. 5 Muster-OECD und Art. 13 Abs.5 DBA-Dtl-USA für Einkommenssteuer.


Wir leben derzeit in Kalifornien und planen für Juni 2015 den Umzug nach Deutschland. Ich besitze die doppelte Staatsbürgerschaft, bin also auch nach dem Umzug in den USA steuerpflichtig.

Eine Frage die sich nun stellt: was tun mit meinem Aktiendepot (US Depot mit ausschliesslich US Werten, und alle Gewinne wäre long-term capital gains).

1) falls ich dieses vor dem Umzug auflöse, bezahle ich US federal (20%) und CA state tax (13%) auf die Kursgewinne, also insgesamt 33%. Wenn ich es richtig verstehe fallen in Deutschland dann keine Steuern an, die Einkünfte werden aber unter dem Progressionsvorbehalt berücksichtigt, erhöhen also die Steuern für Einkünfte später im Jahr. Ist das soweit richtig?

2) sollte ich das Depot halten und erst nach dem Umzug auflösen, ist mir nicht klar wir die Kursgewinne besteuert werden. Ich spare zwar die CA state tax (da kein resident mehr), aber wie verhält es sich ansonsten? Als unbeschränkt Steuerpflichtiger gilt in Deutschland die Abgeltungssteuer (25%), und als US Staatsbürger fallen theoretisch weiterhin 20% an.

Das Doppelbesteuerungsabkommen sagt leider nichts über Kursgewinne, nur Dividenten.

Meine Frage ist also: wie werden die Kursgewinne meiner US Wertpapiere aus meinem US Deport versteuert wenn ich als US Staatsbürger in Deutschland lebe.

Vielen Dank!
30.11.2014 | 23:30

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihr zusammengesetzte Schlußfrage auf der Basis der angegebenen Informationen wie folgt.

Gem. Art. 13 Abs.5 DBA-Dtl-USA für Income-Taxation sind Einkünfte, die in den "vorstehenden Artikeln nicht behandelt werden" im Ansäßigkeitsstaat zu versteuern. Gem. der Kommentarliteratur gehören dazu auch Veräußerungsgewinne aus dem Verkauf von Anteilen an Kapitalgesellschaften wie Aktiengesellschaften (z.B. Kaminski/Köhler Kommentar zum Muster DBA der OECD und dem Außensteuergesetz, Rz. 45 und Rz. 49. zu Art. 13. Das oben genannte DBA folgt insoweit wortgleich dem Muster-DBA). Daraus folgt, dass es sich bei dem Verkauf von Aktien tatsächlich nicht um "Einkünfte aus Aktien" gem. Art. 11 DBA handelt, auch wenn der abkommensrechtliche Dividendenbegriff natürlich abkommensautonom auszulegen ist. Damit ist aber bislang wirklich nur gesagt, dass das Besteuerungsrecht auf etwaige Veräußerungslöse aus Aktienverkäufen hier dem deutschen Staat zugwiesen wird, wenn sie hier ansäßig sind oder werden (Wichtigste Ausnahme: die Aktiengesellschaften finanzieren sich überwiegend selbst aus Immobilien, die in den USA liegen, dann Art. 13 Abs. IV DBA, oder es handelt sich um REITS etc.).

Na, gut damit lässt sich zu den Vorfragen 1 und 2 zumindest folgendes sagen:

Frage 1) Nein, das ist so nicht richtig. Wenn Sie erst im Juni 2015 in Dtl. unbeschränkt einkommenssteuerpflichtig werden, unterfallen Gewinne aus den Vormonaten nicht dem Progressionsvorbehalt. Im Jahr des Ansäßigkeitswechsels ist tatsächlich nach Monaten zu differenzieren.

Frage 2.) Nach dem oben Gesagten fällt, falls sie erst nach Ende 2015 veräußern und im Verlauf des Jahres 2015 alle sonstigen Kontakte, das letztendliche Besteuerungsrecht hier tatsächlich Dtl. zu. Dennoch wird Ihre US/Bank/Broker hier erfahrungsgemäß prohylaktisch 30% Witholding-Tax einbehalten wollen, wenn sie das Geld nach Dtl. transferienen wollen. Falls das passiert müssen sie IRS Formular W-9 ausfüllen, und der Bank/Broker-Firm mitteilen, dass sie auch eine US-Staatsbürgerschaft haben also kein None-Resident-Alien sind. In Dtl. gilt dann einfach der 25%-Satz auf private Veräußerungsgewinne.

Sie haben hier eine kostenlose Nachfragefunktion, aber wenn Sie es noch genau wissen wollen, kontaktieren Sie mich bitte per E-MAil.

MIt freundlichen Grüßen
Ra. Jahn


Nachfrage vom Fragesteller 02.12.2014 | 07:17

Sehr geehrter Herr Jahn,

vielen Dank für die prompte Antwort.

Zu meiner ersten Frage bzgl. Veräußern der Aktien vor dem Umzug: das mit dem Progressionsvorbehalt war mir gar nicht so wichtig, sondern daß bei einem Verkauf der Aktien keine Steuern in Deutschland anfallen wenn der Verkauf vor dem Umzug stattfindet, auch wenn es im selben Jahr ist. Also z.B. verkaufen der Aktien im April, Umzug nach Deutschland im Juni resultiert nur in einer Steuerpflicht auf US Seite. Ist das so richtig?

Und Veräußern der Aktien in 2016 würde also nur die deutsche Abgeltungssteuer von 25% nach sich ziehen? Müssen die Gewinne in der US Steuererklärung dann überhaupt noch angegeben werden?

Wie verhält sich die Sache wenn ich die Aktien nach dem Umzug, aber noch in 2015 veräußere?

Und zuletzt: gibt es für die von Ihnen angegebene Literatur (Kaminski/Köhler etc.) einen Link wo ich das ganze nachlesen kann? Wenn ich das google finde ich nichts außer dem Buch.

Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.12.2014 | 23:26

Sehr geehrter Fragesteller,

Frage 1.) Ja, wenn die unbeschränkte Steuerpflicht, erst im Juni mit Ihrem Umzug hierhin einsetzt und die Transaktion komplett, also auch incl. Gutschrift des Veräußerungserlöses, vorher abgewickelt wird, ist das so.

Frage 2.) Ja, vorausgesetzt Sie haben 2016 wirklich alle anderen Anknüfungspunkte an die USA als Ihre auch US-Staatsbürgerschaft aufgegeben. Natürlich müssen Sie die trotzdem angeben und auch nachweisen, dass Sie die deutsche Abgeltungssteuer gezahlt haben.

Frage 3.) Genauso, wie Frage 2.), weil sie dann in zum Zeitpunkt der Transaktion bereits in Dtl. unbeschränkt steuerpflichtig sind.
Die Fundstelle zu dem DBA-Kommentar sollte es online meines Wissens nur über einen kostenpflichtigen Datenbankzugriff, für den ich hier keine Werbung machen werde, geben. Falls Sie sich doch im Netz finden informieren Sie bitte die Urheber. Ein paar deutschsprachige Jura-Bücher haben auch die Jura-Bibliotheken der Hochschulen in der Nähe Ihrer hier angegebenen Adresse, ich weiß aber nicht, ob das für den DBA-Kommentar gilt.

Mit freundlichen Grüßen
Ra. Jahn

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