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Trittschall im Altbau 2


04.12.2008 11:30 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla



Sehr geehrter Herr Schröter,
zu der am 28.10.2008 gestellten Anfrage (Trittschall im Altbau) hätte ich eine weitere Frage. Inzwischen haben wir einen Fachanwalt eingeschaltet, der auch den Rechtsweg angedroht hat. Immerhin hat der Eigentümer, der die Wohnung umbauen ließ, sich beim Grund- und Hauseigentümerverein informiert und schlägt uns vor, entweder 4 mm Trittschalldämmung oder wie bisher Teppichboden zu verlegen. Eine weitere Begründung seinerseits ist, dass ein Bodenaufbau um mehr als 1 cm nicht möglich ist, da die Denkmalbehörde das Kürzen der Türen um mehr als 1 cm nicht erlaube. Unser Anwalt ist jetzt der Ansicht, dass wieder der Bestandsschutzes greift und wir die zweite Variante (Teppichboden) akzeptieren sollten.
Ist es also tatsächlich möglich, dass trotz Generalsanierung der Bestandsschutz Vorrang hat gegenüber einer Trittschalldämmung nach Stand der Technik bzw. DIN 4109?
Vielen Dank
Mit freundlichen Grüßen
Irmgard Zeller

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Sehr geehrte Ratsuchende,

unter Berücksichtigung Ihrer Angaben und Ihres Einsatzes beantworte ich die von Ihnen gestellte Frage sehr gerne zusammenfassend wie folgt:

Die Auffassung des von Ihnen beauftragten Kollegen ist nicht zwingend und meines Erachtens bezogen auf den von Ihnen am 28.10.2008 hier im Forum geschilderten Sachverhalt ist auch sehr gut vertretbar davon auszugehen, dass der Bestandsschutz trotz denkmalschutzrechtlicher Auflagen zumindest überwiegend weggefallen ist (im Hinblick auf die Türen ist er meines Erachtens nicht weggefallen). Dies möchte ich Ihnen gerne nachfolgend näher erläutern.

Für einen Altbau gilt grundsätzlich Bestandsschutz, auch wenn die Db-Werte über dem nach DIN 4109 zulässigen Maß liegen.

Dies gilt nur dann nicht (mehr), wenn der Altbau umgebaut wurde. Durch einen Umbau entfällt insoweit der Bestandsschutz. Im Falle eines Umbaus sind nämlich die nach dem aktuellen Stand der Technik gültigen Lärmschutzbestimmungen einzuhalten, was im vorliegenden Fall die DIN-Norm 4109 wäre. Dies ist auch genau die Quintessenz, die aus dem Urteil des BGH (Urteil vom 06.10.2004, Az.: VIII ZR 355/03 a) zu ziehen ist, worauf Sie der Kollege Schröter ja bereits am 28.10.2008 hingewiesen hat.

Wie der Kollege Schröter bereits ausführte, ist aufgrund der umfangreichen Renovierungsmaßnahmen der Bestandsschutz grundsätzlich weggefallen, so dass die DIN-Norm 4109 einzuhalten ist.

Fraglich ist, ob aufgrund der Einwendung der Denkmalbehörde eine Ausnahme von diesem Grundsatz zu machen ist und der Bestandsschutz wieder greift. Es liegt also eine Kollusion zwischen der DIN-Norm 4109 und dem öffentlich-rechtlichen Denkmalschutz vor.

Grundsätzlich geht der Denkmalschutz vor und es muß ein angemessener Ausgleich zwischen diesen beiden Interessen gefunden werden.

Im Ergebnis ergibt sich hieraus folgende Konsequenz:
Der Bestandsschutz ist grundsätzlich weggefallen für die Bereiche, die nicht vom Denkmalschutz betroffen sind. Es ist somit nach einer technischen Lösung zu suchen (sprechen Sie diesbezüglich bitte noch mal mit dem zuständigen Amt für Denkmalschutz bzw. einem erfahrenen Handwerker/Firma, was für technische Möglichkeiten gegeben sind, um das Problem mit den Türen am elegantesten zu lösen).

Sollte dies nicht möglich sein, was ich mir kaum vorstellen kann, müßte eine Lösung gefunden werden, bei der die Türen nicht gekürzt werden müssten, also etwa ein Trittschallschutz, der kurz bis vor die Tür reicht und vielleicht noch verblendet wird an der Tür, so dass keine größeren optischen Nachteile eintreten.

Dies halte ich durchaus für zumutbar. Gemessen an dem obigen BGH-Urteil ist nicht ersichtlich, wieso der Bestandsschutz (wieder) bestehen sollte, abgesehen von der Türenproblematik, die aber auch unter Einhaltung der DIN 4109 Norm gelöst werden könnte, wie ich Ihnen gerade aufgezeigt habe. Es wäre sehr interessant zu wissen, weshalb Ihr Anwalt vielleicht zusätzlich neben der Türenproblematik von einem weiteren Bestandsschutz ausgeht. Meines Erachtens ist dieser nicht mehr gegeben. Bitte sprechen Sie diesbezüglich noch mal mit dem von Ihnen beauftragten Kollegen.


Ich wünsche Ihnen für Ihr weiteres Vorgehen viel Erfolg!

Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen: Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können mich natürlich gerne im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal oder über meine E-Mail-Adresse mit mir Verbindung aufnehmen.

Sehr gerne stehe ich Ihnen auch im Rahmen einer Mandatierung zur Verfügung.
Den hier im Forum von Ihnen geleisteten Erstberatungsbetrag würde ich Ihnen in voller Höhe anrechnen.

Auch bei größerer Entfernung kann über Email, Post, Fax und Telefon eine gute Kommunikation erfolgen, so dass eine Mandatsausführung möglich ist.


Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Donnerstagnachmittag.


mit freundlichem Gruß

Dipl.-jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven
kanzlei.newerla@web.de
Tel. 0471/3088132
Fax: 0471/57774
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