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Trennungsunterhalt und wie behandel ich die Zweitwohnung steuerrechtlich?


29.12.2004 10:39 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Hallo, ich lebe seit 12/04 von meiner Familie getrennt. Habe seit dem 1.12.04 einen eigenen Hausstand.Ich bin seit 20 Jahren verheiratet. Wir haben auch eine gemeinsame 10 Jährige Tochter die bei der Mutter lebt.Ich habe meiner Frau ab 9/04 einen Unterhalt von 1200 Euro ( ich wohnte noch zu Hause) gezahlt.Ich habe ein Einkommen von 2200 Euro Netto und meine Frau von 650 Euro Netto.Ich musste einen kompletten Hausstand neu einrichten was bis jetzt 9000 Euro verschlungen hat, wovon ich 2000 Euro von meiner Frau ( sie hatte 5000 geerbt) bekommen habe und 1800 Euro vom gemeinsamen Sparbuch bekam.Sie ist halbtags bei einem Steuerberater beschäftigt.Sie sagte mir, es wäre besser die Wohnung offiziell als Zweitwohnung zu deklarieren. Und ich solle 2005 noch Steuerklasse 3 bleiben. Da ich in 2004 ca. durchschnittlich 2500 Euro ( Überstunden ) verdient habe, was sie mir auch vorhielt. Ich kann mir im moment wirklich keinen Anwalt leisten, da ich meinen Hausstand noch nicht komplett habe.
Ich möchte natürlich Finanziell klar kommen, möchte aber auch, dass meine Frau und Tochter klar kommen.
Wie soll ich mich verhalten?
Sehr geehrter Anfragender,

zunächst einmal möchte ich darauf hinweisen, dass Ihre Frage als "Trennungsunterhalt" betitelt ist, während sich die Frage darauf bezieht, wie Sie Ihre Wohnung steuerrechtlich behandeln sollen.

Steuerrechtlich können Sie in Steuerklasse 3 verbleiben, wenn Sie in 2005 zumindest zeitweise zusammengelebt haben bzw. wenn die Trennung nicht entgültig ist. Sofern Sie also nur eine Auszeit nehmen um einmal Abstand zu gewinnen und vorhaben, anschließend zurückzukehren, ist die Wahl der Steuerklasse unproblematisch.

Sollte jedoch die Trennung auf Dauer gewollt sein, müssten Sie eigentlich jetzt die STeuerklassen ändern lassen. Für den Fall, dass Sie irgendwann in 2005 wieder einen Versöhnungsversuch unternehmen würden (z.B. einen Urlaub), dann könnten Sie auf jeden Fall auch in der Steuererklärung 2005 Zusammenveranlagung beantragen.

Die "Zweitwohnung" steuerrechtlich geltend zu machen geht eigentlich nur dann, wenn die Mehrausgaben beruflich motiviert sind. Dies ist bei Verkürzung des Arbeitsweges o.ä. der Fall. Ob dies in Ihrem Fall möglich ist, kann aus Ihrem Sachverhalt nicht geschlossen werden.

Hinsichtlich des Trennungsunterhaltes an Ihre Frau und die Tochter möchte ich darauf hinweisen, dass eine gewohnheitsrechtliche Verpflichtung entstehen kann, wenn Sie den Unterhalt in einer den gesetzlichen Betrag übersteigen Höhe mehrmals ohne Einschränkung zahlen. Welchen Betrag Sie derzeit zahlen haben Sie nicht angegeben.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser ersten Einschätzung schon einmal weiter geholfen zu haben. Für Rückfragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Kai Breuning
- Rechtsanwalt -

Nachfrage vom Fragesteller 29.12.2004 | 11:07

Ich zahle zur Zeit 900 Euro Unterhalt!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.12.2004 | 17:41

Ausgehend von einem Netto-Einkommen von EUR 2.200 ergäbe sich folgender Unterhalt:

Einkommen: EUR 2.200
abzgl. Kindesunterhalt: EUR 326,00
abzgl. Pauschale Arbeitsweg EUR 90,00
abzgl. Selbstbehalt EUR 920,00
unterhaltspflichtiges Einkommen = EUR 864,00

davon 3/7 (=Erwerbstätigen Bonus) = 370,29

Gesamtbetrag (Kindesunterhalt + Ehegattenunterhalt) = EUR 696,29

Bei einem Netto-Einkommen von EUR 2.500 betrüge der Kindesunterhalt EUR 343 und der Ehegattenunterhalt EUR 491,57; insgesamt mithin EUR 834,57.

Ihr derzeit gezahlter Unterhalt von EUR 900 dürfte daher aller Wahrscheinlichkeit nach zu hoch sein. Um Nachteile für die Zukunft auszuschließen sollten Sie umgehend einen Anwalt aufsuchen.

Mit freundlichen Grüßen
Kai Breuning

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