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Totalschaden - wie abrechnen?


07.07.2014 18:06 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo.
Nehmen wir an, man hat einen Totalschaden des Fahrzeuges und man ist nicht daran Schuld.

Folgende Beispielwerte würden sich aus einem Gutachten ergeben:
Reparaturkosten netto: 6864€
Reparaturkosten brutto: 8196€
Wertminderung Steuerneutral: 400€
Wiederbeschaffungswert, 2,4% Differenzbesteuert: 7900€
Restwert: 2200€

Lässt man das Fahrzeug nun in einer Fachwerkstatt reparieren, ist die Sachlage wohl klar.
Was aber bekommt man von der Versicherung gezahlt wenn
Fall 1) man verkauft das Fahrzeug zum Restwert und schafft sich ein anderes an
Fall 2) man lässt das Fahrzeug von einem befreundeten Karosseriebauer wieder komplett
herrichten, der dafür als "Gefälligkeit" nichts verlangt, da man ihm auch schon mehrfach
geholfen hat. Danach fährt man das Auto weiter ohne zu verkaufen. Nach der Reparatur
könnte das Fahrzeug natürlich einem Gutachten vorgeführt werden, so dass dieser die
einwandfreie Wiederherstellung bescheinigen könnte.
Fall 3) man behebt den Schaden notdürftig selbst und lebt damit, dass ein paar Dellen
vorhanden sind. Auch hier nutzt man das Auto weiter ohne zu verkaufen.

Danke schon mal für die Antwort!
07.07.2014 | 18:58

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

vorab möchte ich nur mitteilen, dass in einem solchen Fall die Beauftragung eines Rechtsanwaltes für Sie sogar kostenlos ist. Wenn Sie wünschen, kann meine Kanzlei Sie auch gerne vertreten.
Zu den Positionen kommt im Übrigen noch eine Kostenpauschale von € 25,00 in Betracht.

Nun zu Ihren eigentlichen Fragen:

Fall 1) man verkauft das Fahrzeug zum Restwert und schafft sich ein anderes an

Hier könnten Sie zunächst die Wertminderung geltend machen.
Darüber hinaus würden Sie in diesem Fall den Wiederbeschaffungswert abzüglich Restwert bekommen, wenn Sie das Auto nicht weiter nutzen, insgesamt € 5.700,00.


Fall 2) man lässt das Fahrzeug von einem befreundeten Karosseriebauer wieder komplett
herrichten, der dafür als "Gefälligkeit" nichts verlangt, da man ihm auch schon mehrfach
geholfen hat. Danach fährt man das Auto weiter ohne zu verkaufen. Nach der Reparatur
könnte das Fahrzeug natürlich einem Gutachten vorgeführt werden, so dass dieser die
einwandfreie Wiederherstellung bescheinigen könnte.

Hier könnten Sie zunächst ebenfalls die Wertminderung geltend machen.

Darüber hinaus könnten Sie im Falle einer fachgerechten Reparatur auch die Brutto-Reparaturkosten verlangen, also € 8.196,00, sofern dies auf Rechnung passiert.
Bei einer Reparatur, wenn auch fachgerecht ohne Rechnung, können nur die Netto-Reparaturkosten von € 6.864,00 geltend gemacht werden, da die MwSt in diesem Falle nicht angefallen ist.
Die MwSt kann nur auf Ersatzteile geltend gemacht werden, die also auch tatsächlich angefallen sind.

Fall 3) man behebt den Schaden notdürftig selbst und lebt damit, dass ein paar Dellen
vorhanden sind. Auch hier nutzt man das Auto weiter ohne zu verkaufen.

Hier könnten Sie zunächst ebenfalls die Wertminderung geltend machen.

Darüber hinaus könnten Sie im Falle einer nicht fachgerechten Reparatur lediglich die Netto-Reparaturkosten von € 6.864,00 zzgl. der Mehrwertsteuer der angeschafften Teile ersetzt verlangen, wobei dies erst nach sechs Monaten gilt, wenn feststeht, dass Sie das Fahrzeug auch weiterhin genutzt haben (vgl. BGH vom 29.04.2003 VI ZR 393/02, BGH vom 23.05.2006 VI ZR 192/05 und BGH vom 29.04.2008 VI ZR 220/07).

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei diesem Fall Hilfe brauchen sollten, stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit zur Verfügung, da meine Kanzlei auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet ist.

Mit freundlichen Grüßen

Hoffmeyer, LL.M.
Rechtsanwalt


ANTWORT VON

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