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Totalschaden eines Leasingfahrzeugs


09.12.2007 15:08 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht



Hallo,
wir haben eine Frage aus dem Verkehrsrecht und teils Leasingrecht.
Vor kurzem hatten wir einen Unfall mit unserem Auto gehabt, welches ein Firmenwagen unserer GmbH ist und sich in Leasing befand. An dem Unfall war der Unfallgegner schuld, welcher dies auch gleich zugegeben hat. Der von BMW Services beauftragter Gutachter teilte uns mit, dass das Auto einen Totalschaden hat. Jetzt zu unserem Problem: wir haben kein Auto mehr (zurzeit fahren wir einen Mietwagen, ist aber auch unklar, wie lange die gegnerische Versicherung dies übernehmen wird?) und ein vergleichbares Fahrzeug zu gleichen Konditionen kann uns unser Autohaus nicht anbieten (wir hatten wirklich sehr günstige Raten, sozusagen ein einmaliges „Sonderangebot“). Daher haben wir uns nach einem anderen Auto umgeschaut, welches in Frage kommen würde, aber da gibt es auch ein Problem: da es ein Neuwagen ist, muss es erst bestellt werden, was zwischen 3 und 6 Monaten dauern kann.
Daher unsere Frage: Welche Ansprüche haben wir denn gegenüber der Versicherung, etwa Schadensersatz, Mietwagen (wie lange?) etc. Oder wie soll die Zeit bis zum nächsten Leasingvertrag überbrückt werden?
Wir bitten um anwaltliche Beratung, hinsichtlich unserer Rechtslage und der Empfehlung was wir nun unternehmen sollen.
Vielne dank im Voraus,
Sehr geehrte Fragenstellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Anhand Ihrer Angaben beantworte ich Ihre Fragestellungen wie folgt:

Ihre Frage zu den Mehrkosten des Anschlussleasingvertrags ist bereits höchstrichterlich vom BGH wie folgt entschieden worden.

Schließt der Leasingnehmer im Falle eines Totalschadens nach vorzeitiger Beendigung des ursprünglichen Leasingvertrages entweder über eine gänzlich neue Laufdauer oder über die Restlaufdauer des Vertrages einen weiteren Leasingvertrag ab, so kann er die ihm dadurch entstehenden Mehrkosten nicht als Schaden ersetzt verlangen, weil sich seine Ansprüche in der Regel auf den Ersatz des Wiederbeschaffungswerts abzüglich des zu realisierenden Restwerts beschränken (BGH NZV 1992, 227 ff.= NJW 1992, 553 ff. (Urt. v. 05.11.1991 - VI ZR 145/91).

Die Mehrkosten eines Anschlussleasingvertrages sowie die vertraglichen Restverpflichtungen aus dem Leasing-Vertrag stellen bedauerlicherweise keinen vom Schädiger zu ersetzenden Schaden nach einem Totalschaden dar. Bitte prüfen Sie, ob Sie ggf. eine GAP-Versicherung für Ihr Fahrzeug abgeschlossen haben. GAP (engl. = Lücke), dient zur Schließung von entstehenden Amortisationslücken zwischen Ablösewert und Wiederbeschaffungswert des Leasing-Objektes.

Hingegen gehört der Verlust von Steuervorteilen in der Folge der vorzeitigen unfallbedingten Auflösung eines Leasingvertrages zum ersatzpflichtigen Schaden. Bitte lassen Sie sich von Ihrem Steuerberater/in dahingehend beraten.

Bei einem unverschuldet erlittenen Totalschaden des Leasingfahrzeugs hat der geschädigte Leasingnehmer gegen den Schädiger nur einen Anspruch auf Ersatz des Wiederbeschaffungswerts. Demgemäß steht Ihnen ein Leihwagen für die Zeit der Wiederbeschaffung eines Ersatzfahrzeugs zu. Dabei wird leider nicht auf die Lieferzeit für das von Ihnen gewünschte Neufahrzeug, sondern auf den allgemeinen Gebrauchtwagenmarkt abgestellt. Ich gehe von ungefähr 14 Tagen aus. Den genauen Zeitraum entnehmen Sie bitte dem Gutachten über den Schaden am Fahrzeug.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesen ersten Einschätzungen weiterhelfen konnte und verweise bei Unklarheiten nochmals auf die kostenlose Nachfragefunktion. Zudem bedaure ich, Ihnen keine positivere Nachricht geben zu können.

Einstweilen verbleibe ich

mit besten Grüßen


Inga Dransfeld-Haase
Rechtsanwältin
E-Mail: dr-haase@dr-schwoebbermeyer.de


Ich bitte noch folgendes zu beachten:

Die Beratung ist beschränkt durch die von Ihnen gegebenen Informationen. Es kann entsprechend den vorliegenden Bedingungen nur ein erster Überblick geboten werden, der eine abschließende, umfassende und verbindliche Anwaltsberatung nicht ersetzen kann. Der Umfang der Antwort steht weiterhin in Abhängigkeit zu Ihrem eingesetzten Honorar.
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