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Tod eines Ponys durch Futtermittelvergiftung – wer ist haftbar


17.12.2004 14:44 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Hallo und guten Tag,

Ich hatte ein 5 Jahre altes Pony auf einem Reiterhof mit Vollpension untergebracht, d.h. Stall- und Weideunterbringung sowie Vollfütterung. Das Pony wurde vor 5 Monaten von einem Züchter angekauft.

Dieses (gesunde) Pony ist vor ein paar Tagen plötzlich verendet. Ursache lt. Obduktionsbericht: Vergiftung durch eine Giftpflanze (Herbstzeitlose oder Herbstlilie), die im Futtermittel (Grünfutter-Silage) enthalten war. Die Silage wird vom Reiterhof von einem Futtermittelhersteller angekauft.

Ein weiteres Pferd ist aus dem gleichen Grund zur selben Zeit verendet, alle anderen Pferde haben die Giftpflanze aussortiert und nicht angerührt.

Giftpflanzen wie die „Herbstzeitlose“ sind überall auf Europas Felder. Pferde können normalerweise Giftpflanzen von gutem Futter unterscheiden, aber eben nicht alle. Insbesondere Jungtiere und wenig erfahrene Weidegänger sind besonders gefährdet.

Meine Frage hierzu:

Ist jemand für den Tod des Tieres haftbar zu machen? Der Reitstallbesitzer oder der Futtermittelhersteller?

Oder ist niemand haftbar und das Ganze als Unfall zu betrachten, da alle anderen Pferde schließlich "schlauer" waren und die Giftpflanze nicht angerührt haben?

Vielen Dank für die Beantwortung der Frage!
17.12.2004 | 15:08

Antwort

von


162 Bewertungen
Sehr geehrte Damen und Herren,

man muß hier verschiedene Rechtsverhältnisse unterscheiden:
Den "Vollverpflegungsvertrag" mit dem Reiterhof und den Vertrag zwischen Reiterhof und Hersteller.

Außerdem muß man wissen, daß Tiere rechtlich den Sachen gleichstehen.

1. Inhalt des Vollverpflegungsvertrages ist natürlich auch die Fütterung mit ungiftigem Futter. Hier sollten Sie vorher kontrollieren, ob es nicht einen Haftungsausschluß für "Beschädigungen" der Tiere gibt. Wenn ja, dann entfällt hier ein Haftung.

Man kann argumetieren, die Überlassung des "vergifteten" Futters eine Pflichtverletzung ist.

Problamtisch ist hier aber - wie Sie selbst sagen -, daß die Pferde diese Giftpflanzen aussortieren und sich daher selbst schützen. Wenn dies wirklich so ist und dies auch allgemein bekannt ist, so scheidet u.U. eine Pflichtverletzung m.E. aus.

Zumindest wird man aber prüfen müssen, ob eine Fahrlässigkeit des Reiterhofes vorliegt. Die Frage wird daher sei, ob es fahrlässig war, daß das Futter ohne Kontrolle an die Pferde weitergegeben wurde, oder anders: konnten Sie erwarten, daß das Futter vorher kontrolliert wird? Ich neige hier eher zu der Auffasung, die Kontrollpflicht zu verneinen.

2. Gleiches gilt auch als Haftung aus unerlaubter Handlung.
Zwar wurde Ihre "Eigentum" verletzt, doch es liegt m.E. keine Fahrlässigkeit vor.

Daher komme ich zu dem Ergebnis, eine Haftung zu verneinen.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wille
Rechtsanwalt






Rechtsanwalt Klaus Wille
Fachanwalt für Familienrecht

ANTWORT VON

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