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Tierhaare im Treppenhaus verursachen Merhaufwand Reinigug


29.09.2017 21:14 |
Preis: 35,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo,

folgender Sachverhalt. Einer neuen Mieterin wurde die Hundehaltung gestattet. Nach Einzug gibt es nun Beschwerden der Hausreinigung, dass extrem viele Hundehaare im Haus vorhanden sind. Die Reinigungsfirma dokumentiert das bereits mehrfach mit Foto. Viel ist relativ, aber die Fotos zeigen Büschel von Tierhaaren. Die Hausreinigung macht hier einen Merhaufwand geltend zur Reinigung. Vereinbart ist wöchentliches kehren und nass wischen. Laut Hausreinigung beseitigt ein einmaliges kehren und wischen nicht vollständig die Tierhaare. Es ist bis zu 3x kehren erforderlich und jede Woche ein neuer Wischmop.

Zusätzlich kommt es zwischenzeitlich auch zu Beschwerden anderer Mieter, die sich an den Hundehaaren stören.

Frage: Muss der Hausreinigung der Mehraufwand vergütet werden?
Frage: Stellt diese Situation eine unzumutbare Störung durch das Tier dar, welche ermöglicht die Haltung des Tieres
trotz erteilter Erlaubnis wieder zu untersagen?

Besten Dank
29.09.2017 | 22:39

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1.
Zunächst sollten Sie prüfen, ob es in dem Vertrag eine Vereinbarung gibt, nach der eine Vergütung für Mehraufwand verlangt werden kann. Gibt es eine solche Klausel, wäre weiter zu prüfen, ob danach die Voraussetzungen für die zusätzliche Vergütung vollständig erfüllt sind.

Wurde ein Stundenlohn vereinbart, müsste der erhöhte Zeitaufwand von dem Unternehmen nachgewiesen werden.

Gibt es keine Klausel, die eine besondere Vergütung der Mehrarbeit vorsieht und wurde z. B. ein stundenunabhängiger Festpreis vereinbart, kônnte die Forderung nach mehr Vergütung eine Vertragsänderung darstellen, die aber nicht einseitig von dem Unternehmen vorgenommen werden kann.

Es ist in jedem Fall zu beachten, dass das Reinigungsunternehmen nachweisen muss, dass das Entfernen der Hundehaare tatsächlich die behauptete Mehrarbeit verursacht.

Ich habe zumindest Zweifel, dass die Tierhaare ein dreifaches Kehren notwendig machen. Auch dass jede Woche wegen der Hundehaare ein neuer Wischmop benôtigt wird, scheint mir eher unwahrscheinlich.

Fraglich scheint mir auch, dass mit den Fotos ausreichend nachgewiesen werden kann, dass die Reinigung nun tatsächlich deutlich zeitintensiver ist als vorher.

Sie müssten den Mehraufwand also bezahlen, wenn die Firma diesen ausreichend nachweist und es eine entsprechende Anspruchsgrundlage dafür gibt. Letzteres lässt sich ohne Kenntnis des Vertragsinhalts derzeit nicht abschließend beurteilen.

2.
Starke Verschmutzungen des Treppenhauses durch Hunde oder andere Haustiere können unter strengen und hohen Voraussetzungen im Einzelfall einen Widerruf der Genehmigung rechtfertigen.

Zuvor wäre jedoch zu prüfen, ob der Widerruf der Erlaubnis wirksam vorbehalten wurde. Darüber hinaus ist zu prüfen, ob es nicht andere Maßnahmen , die die evtl. Störungen beseitigen können.

So wäre u. U. denkbar, die Mieterin aufzufordern, die Hundehaare aus dem Treppenhaus selbst zu entfernen. Möglicherweise könnten der Mieterin auch die Mehrkosten für den erhöhten Reinigungsaufwand in Rechnung gestellt werden, wenn sie die Hundehaare trotz entsprechender Aufforderung nicht beseitigt.

Vor dem Widerruf der Erlaubnis wäre zudem erst eine Abmahnung auszusprechen.

Nach derzeitiger Einschätzung und aus Erfahrung ist es meist sehr schwierig, eine erteilte Erlaubnis zur Hundehaltung zu widerrufen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Antwort einen ersten Überblick verschaffen.

Bei Nachfragen/Verständnisfragen nutzen Sie bitte die einmalige kostenfreie Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin






Rechtsanwältin Silke Jacobi

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