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Ticketkauf, -veräußerung Fussballspiel


| 19.11.2008 15:04 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte insgesamt 10 Tickets für ein Fussballspiel kaufen. In den AGBs des Vereins steht u.a., daß diese Tickets nicht weiter veräußert werden dürfen, insbesondere nicht zu einem höheren Preis...(siehe hier):
Nutzung des Tickets

Die durch den Ticket-Vertrag erworbenen Nutzungsrechte des Bestellers dürfen außer aus dringenden Gründen (z.B. bei Krankheit u.a.) nicht entgeltlich weiterveräussert werden, insbesondere nicht zu einem höheren als dem Verkaufspreis des xxx. Sowohl das Angebot zu höheren Preisen – gleich durch welche Medien, auch im Wege der Online-Versteigerung – an Dritte zur entgeltlichen Veräusserung der Nutzungsrechte aus dem Ticket-Vertrag, wie auch die erfolgte entgeltliche Veräusserung berechtigen den xxx, sämtliche Nutzungen aus dem Ticket-Vertrag teilweise oder insgesamt entschädigungslos zu widerrufen. Des weiteren behält sich der xxx den Ausspruch eines Hausverbots, den Ausschluß des Ticket-Kunden von weiteren Leistungen des xxx sowie weitere rechtliche Schritte vor. Im Falle der Veräusserung von Tickets zu einem höheren als dem Verkaufspreis des xxx, behält sich der xxx vor, eine Vertragsstrafe bis zu € 2.500,- gegen den Besteller zu verhängen. Der Besteller verpflichtet sich ferner, Namen und ladungsfähige Anschriften der Personen, an die die Karten veräussert wurden, auf Verlangen des xxx bekanntzugeben.

Meine Frage:
Kann ich dies umgehen, in dem ich z.B. einen Fanartikel verkaufe und die Fussballkarte "verschenke"?

Ist es überhaupt rechtens, den "Handel" in der Form zu untersagen?

Vielen Dank schon jetzt.

MfG
O.
Sehr geehrter Fragesteller/in,
vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzten kann, sondern ausschließlich den Zweck hat, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Nun zu Ihren Fragen, welche ich unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworte:

Zu)
Kann ich dies umgehen, in dem ich z.B. einen Fanartikel verkaufe und die Fussballkarte "verschenke"?

Entscheidend für die „Umgehung“ der AGB-Klausel ist hier die so genannte Gewinnerzielungsabsicht. Das bedeutet, Sie müssten die Tickets im Ergebnis zu gewerblichen oder kommerziellen Zwecken weiterveräußert haben. Dafür trägt allein der Verein die Beweislast. Das bedeutet, er muss Ihnen diese so genannte Gewinnerzielungsabsicht beweisen können.
Ob nun bei Ihnen diese Gewinnerzielungsabsicht anzunehmen ist oder nicht, hängt auch von der Rechtsprechung beziehungsweise von dem zu erkennenden Gericht ab.
Von Gewinnerzielungsabsicht spricht man, wenn die Tätigkeit darauf abzielt, einen nennenswerten Überschuss über die Selbstkosten zu erwirtschaften. Sollen nur die Selbstkosten gedeckt werden oder überschreitet der Überschuss die Bagatellgrenze nicht, scheidet eine Gewinnerzielungsabsicht aus (BeckOK Gewerberecht-Pielow Rn. 209 f).

Vorliegend könnte der Richter der Auffassung sein, dass es sich bei Ihnen, wie Sie bereits selber festgestellt bzw. geschrieben haben, um eine (unzulässige) Umgehung handelt. Daher wird sich die Feststellung nicht vermeiden lassen, dass in Folge des Verschenkens der Karte auch ein größerer Gewinn erzielt werden kann. So werden die Chancen den Fanartikel zu verkaufen deutlich erhöht, sollte es dazu eine „Gratiskarte“ geben. Ob dabei tatsächlich ein größerer Gewinn erzielt worden ist, ist nicht entscheidend. So kommt es bei der Einstufung grundsätzlich auf die Absicht und nicht auf den tatsächlich erwirtschafteten Gewinn an, vgl. BVerwGE 19, 61.
Des Weiteren können Sie davon ausgehen, dass der entsprechende Verein, sollte er sich in der ersten oder zweiten Bundesliga befinden, das Prozessrisiko mit Sicherheit eingehen wird. Insoweit wird er voraussichtlich auf eine gerichtliche Klärung drängen.

Ingesamt rate ich Ihnen von dieser Vorgehensweise ab, da nach meiner Ansicht das Prozessrisiko hoch wäre, vor Gericht zu verlieren.

Zu )
Ist es überhaupt rechtens, den "Handel" in der Form zu untersagen?

Grundsätzlich besteht der Grundsatz der so genannten Dispositionsfreiheit, d.h. die Vereine können ihre entsprechenden Teilnahmebedingungen vorgeben. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen sind jedoch nur dann wirksam, wenn sie nicht gegen das BGB (§§ 305 ff.) verstoßen. Insoweit dürfen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen den anderen Vertragspartner nicht unangemessen benachteiligen und sie dürfen auch nicht überraschend sein.
Diesbezüglich gibt es eine Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamburg (Az.: 5 U 65/04). Danach ist das Verbot in Allgemeinen Geschäftsbedingungen, den gewerblichen und kommerziellen Weiterverkauf von Fußball-Eintrittskarten auszuschließen, grundsätzlich rechtlich nicht zu beanstanden.
Diese Grundsätze wären vorliegend auch bei dem „Verschenken“ der Karte anwendbar.
Folglich wird es sehr schwierig sein, gegen die Wirksamkeit der vorliegenden Klausel des Vereins vorzugehen. Insoweit ist die Klausel rechtlich nicht zu beanstanden.

Voraussetzung ist jedoch weiterhin, dass Ihnen diese Bedingungen zum Zeitpunkt des Kaufes zugänglich gemacht werden müssen.

Es tut mir leid, dass ich Ihnen diesbezüglich nichts anderes mitteilen kann, aber dies ist eine ehrliche Beuteilung Ihres Falles. Ich hoffe, dass ich Ihnen trotzdem weiter geholfen habe und stehe Ihnen gerne im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion, zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

André Neumann

Rechtsanwalt
Bewertung des Fragestellers 19.11.2008 | 18:11


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