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Testamentsvollstrecker - Bewertung Haus/Grundstück


17.12.2008 12:29 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

der Erbfall ist vor 16 Jahren eingetreten, ein Onkel hinterlässt ein Grundstück, ein Haus und Bankguthaben an seine zwei Neffen. Einer davon wurde zum Testamentsvollstrecker ernannt. Dieser hat nie eine Auflistung des Nachlasses, Wertermittlung oder Rechnungslegung, etc. an den Miterben vorgenommen, lediglich das Haus und Grundstück wurde nach 3 Jahren verkauft, der Erlös geteilt und die Hälfte (bis auf einen bestimmten Betrag) an den Miterben ausbezahlt.
Der Testamentsvollstrecker hat damals beim Nachlassgericht die Gesamtsumme xxxxxx als Gesamtnachlasswert angegeben, ohne Aufsplittung, welcher Wert für Haus- und Grundstück, Barvermögen und sonstiger Nachlass errechnet wurde. Der Erblasser hatte einige Jahre zuvor eine wesentlich geringere Summe in seinem Testament angegeben, an Sachwerten kam wohl nichts mehr hinzu.

Frage:
Was ist zu tun, wenn der Testamentsvollstrecker- auch wenn es nach so langer Zeit ist - mehreren Aufforderungen nach Überlassung der Unterlagen/Wertermittlung/Belegen nicht nachkommt? Die Verjährungsfrist 30 Jahre ist bekannt. Kann der Testamentsvollstrecker jetzt irgendeine Summe x als Bewertung für Haus und Grundstück angeben, um ggfls. nicht die tatsächliche Höhe des Bankguthabens angeben zu müssen, oder liegen für den Wert konkrete Berechnungen vor, die Anwendung finden?
Sowohl Banken als auch Finanzamt haben ja nur eine Aufbewahrungsfrist von 10 Jahren. Wer kann mir sagen, mit was für einer Summe Haus und Grundstück bewertet wurden (Größe, Alter, Lage etc. liegen vor) und kann der Miterbe noch auf Herausgabe der Hälfte des Restbetrages/Vermögens aus dem Gesamtnachlasswert (abzgl. Verbindlichkeiten) bestehen bzw. einklagen?
Danke.
Sehr geehrte / r Ratsuchende / r,

grundsätzlich ist es so, dass die Erben vom Testamentsvollstrecker ein Nachlassverzeichnis verlangen können (§ 2215 BGB).
Problematisch ist, dass es ja 16 Jahre her ist. Jedoch gibt es eine passende Entscheidung (Köln NJW 05,94) wonach die Erben auch später das Nachlassverzeichnis verlangen können (auch wenn sie zuvor darauf verzichtet haben).

D.h. im Ergebnis, Sie können sich auf § 2215 BGB beziehen und das Nachlassverzeichnis fordern (darin müssen die einzelnen Gegenstände aufgezeichnet sein mit Wertangaben).

Was den Wert des Hauses anbetrifft, so gibt es (außer im Steuerrecht, hier jedoch nicht relevant) keine Bewertungsvorschriften. Da Sie hier den Zeitwert benötigen, bräuchte man ein Sachverständigengutachten, um den Zeitwert zu bestimmen. Problem: die 16 Jahre, ein Sachverst.gutachten von jetzigem Zeitpunkt bringt nichts.

Natürlich können Sie ein Resterbe einklagen (Verjährung 30 Jahre).

Bei Verständnisfragen bitte betätigen Sie die kostenlose Nachfrageoption.

MFG

Nachfrage vom Fragesteller 18.12.2008 | 16:04

Vielen Dank für die Antwort.
Da Sie sich nur auf das Haus beziehen, möchte ich gerne nachfragen, wie bzw. wo (Grundbuchamt, Notar?) der Wert des Grundstücks auf dem das Haus stand, berechnet wurde, da Größe, Lage etc. ja feststanden.
MfG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.12.2008 | 16:47

Für das Grundstück gilt das gleiche wie für das Haus selbst, d.h. auch diese Daten (Größe, Wert) mussten im Nachlassverzeichnis stehen.

MFG

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