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Teilungsversteigerung 70 % Mindestgebot


21.12.2014 19:42 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Frank Phileas Lemmer



Ich bin Gläubiger, also Antragsteller bei einer Teilungsversteigerung zur Aufhebung einer Bruchteilsgemeinschaft (anteilig je 50 % mit meiner Ex) wg. eines Gebäudes (Grundstücks).
In ca. 6 Wochen wird wohl der Termin für die Zwangsversteigerung bekanntgegeben. Die Gegenseite (meine EX) ist (wahrscheinlich) noch nicht in das Verfahren beigetreten.
Ich möchte selbst nicht ersteigern, aber somit einen höheren Wert erzielen. Die Grundschulden = 200000 € sind nicht valutiert. Der Verkehrswert = 400.000 €. Das Mindestgebot (= 50 %-Reglung) wird aufgrund der Marktlage wahrscheinlich erreicht werden.

Frage: Kann auch ich/soll ich (außer der Bank u.a.) als Gläubiger (jetzt schon) den Antrag stellen, dass mindestens 70 % (-Klausel) geboten werden müssen? Wenn ja, wie lautet der schriftliche Antrag auf 70 % ?
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen im Rahmen der von Ihnen gebuchten Erstberatung wie folgt beantworten:

Die Zwangsversteigerung zum Zweck der Aufhebung der Gemeinschaft wird, wie bei Ihnen, beantragt, weil eine gütliche Einigung nicht erreicht werden konnte und die Teilung eines mehreren Miteigentümern gehörenden Objektes in Natur nicht möglich ist. Mit diesem Verfahren kann der Grundstücksmiteigentümer seinen materiellen Auseinandersetzungsanspruch gegenüber seinen/seinem Miteigentümer/n durchsetzen.

In der Teilungsversteigerung besteht kein Gläubiger-Schuldner-Verhältnis, sondern die Mitglieder der Gemeinschaft werden Antragsteller oder Antragsgegner genannt und können je nach Antragstellung beides sein.

Die Teilungsversteigerung ist somit ein Sonderfall der Zwangsversteigerung (geregelt in den §§ 180 ff. des Gesetzes über die Zwangsversteigerung und Zwangsverwaltung, kurz ZVG).

Zwar ist § 74 a ZVG (Antrag auf Versagung des Zuschlags) grundsätzlich auch in der Teilungsversteigerung entsprechend anwendbar, jedoch kann der von Ihnen angesprochene 7/10-Antrag nicht mit Erfolg von Ihnen gestellt werden, da Sie kein Befriedigungsrecht aus dem Grundstück haben. Ein Antragsrecht haben nur Befriedigungsberechtigte i.S.d. § 10 ZVG.

Selbstverständlich bleibt es Ihnen unbenommen, dennoch diesen Antrag mündlich (eine vorherige schriftliche Antragstellung ist nicht vorgesehen und widerspricht dem Zweck des § 74 a ZVG) im Versteigerungstermin zu stellen, so dass dann eine Entscheidung darüber getroffen wird. Der Antrag würde dann lauten: "Ich beantrage die Versagung des Zuschlags gemäß § 74 a ZVG".

Aber, wie gesagt, aufgrund der Besonderheiten eines Teilungsversteigerungsverfahrens besteht ein solches Antragsrecht für Sie leider nicht.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Bei Unklarheiten in der Beantwortung können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Dies gilt jedoch nicht für neue oder nun neu aufgetretene Fragen.

Mit freundlichen Grüßen
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