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Täuschungsversuch bei Abigleicheprüfung


| 13.11.2014 07:50 |
Preis: ***,00 € |

Hochschule, Prüfungen


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Inhaltlich ging es um die Frage, ob es ein Verstoß gegen das Täuschungsverbot vorliegt, wenn der Prüfling lediglich Angelesenes oder gar auswendig Gelerntes reproduziert.


Sehr geehrte Damen und Herren,
unsere Tochter hat eine Kursarbeit ( 13. Klasse ) in Englisch geschrieben in der sie auswendig gelerntes, schriftlich wiedergab. Bei der Korrektur fiel der Kursleiterin auf, dass dies sehr dem Text einer Internetseite ähnelte den sie den Schülern empfohlen hatte sich anzuschauen. Nach der Korrektur wurde unsere Tochter im Beisein vom Oberstufenleiter
mit dem Vorwurf des Täuschungsversuchs konfrontiert. Sie unterstellten ihr, dass sie das Wiedergegebene während der Kursarbeit von Vorlagen übernommen habe. Unsere Tochter verneinte dies und erklärte sie habe das auswendig gelernt. Daraufhin meinte der Oberstufenlehrer das sei gleichzusetzen; Sie bekommt 0 Punkte, der Vorwurf des Täuschungsversuch steht und außerdem erhält sie einen Tadel.
Ist das Niederschreiben von auswendig gelerntem rechtlich ein Täuschungsversuch ?
Danke für eine Antwort.
13.11.2014 | 08:39

Antwort

von


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Sehr geehrte Fragestellerin,

nach vorläufiger Rechtsauffassung erscheint zweifelhaft, ob Ihre Tochter bei Abfassung der Klausur tatsächlich gegen das sich aus der maßgeblichen Prüfungsordnung ergebende Täuschungsverbot verstoßen hat.

Es wird insofern verwiesen auf die Ausführungen des Verwaltungsgerichts Berlin in einem vergleichbar gelagerten Fall (VG Berlin, Beschl. v. 17.06.2013 - 12 L 678.13):
"Im Prüfungsrecht ist zu unterscheiden zwischen dem Täuschungsverbot, welches beinhaltet, dass der Prüfling die für den Erfolg seiner Prüfung maßgeblichen Leistungen persönlich ohne fremde (nicht zugelassene) Hilfe erbringt, und der für die prüfungsspezifische Bewertung maßgeblichen Frage, ob der Prüfling eigene Gedanken überzeugend darstellt oder aber lediglich Angelesenes oder gar Auswendig Gelerntes reproduziert. Das Täuschungsverbot (...) betrifft das Prüfungsverfahren. Eine auf Täuschung beruhende Leistung, beispielsweise durch den Einsatz unerlaubter Hilfsmittel, ist einer zutreffenden Leistungsbewertung nicht zugänglich. Die Prüfungsbehörde hat die Täuschung nachzuweisen, sie ist insoweit beweispflichtig. Weder behauptet der Antragsgegner eine solche Täuschung noch weist er diese nach. Er ist vielmehr der Auffassung, die Antragstellerin habe fremde Texte wiedergegeben ohne diese kenntlich zu machen und somit eine "eigenständige Leistung vorgetäuscht". Dies stellt aber bei einer schriftlichen Aufsichtsarbeit keine das Prüfungsverfahren betreffende Täuschung dar, sondern ist ggf. von de Prüfern im Rahmen der Bewertung zu berücksichtigen. In einer Aufsichtsarbeit, in der keine Quellen wie Sekundarliteratur oder Zeitungsberichte als Hilfsmittel genutzt werden dürften, kann die Angabe von Quellen nicht gefordert werden. Das reine Auswendiglernen stellt keine Täuschung dar, vielmehr bedarf es des Nachweises der Nutzung unerlaubter Hilfsmittel."

Diese - überzeugenden - Aussagen des Verwaltungsgerichts Berlin dürften auf den hier vorliegenden Fall übertragbar sein. Auch hier wird der vermeintliche Täuschungsversuch durch die Gegenseite begründet mit dem Auswendiglernen von Texten und deren Wiedergabe in der Klausur.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten hilfreichen Überblick in der Sache verschafft zu haben. Ich weise darauf hin, dass die Beantwortung Ihrer Frage ausschließlich auf Grundlage Ihrer Schilderung erfolgt. Die Antwort dient lediglich einer ersten rechtlichen Einschätzung, die eine persönliche und ausführliche Beratung durch einen Rechtsanwalt in den seltensten Fällen ersetzen kann. Das Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben kann möglicherweise zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen. Eine endgültige Einschätzung der Rechtslage ist nur nach umfassender Sachverhaltsermittlung möglich.


Nachfrage vom Fragesteller 13.11.2014 | 09:09

Die Lehrer haben ihr zunächst unterstellt abgeschrieben zu haben und haben sich wohl erhofft unsere Tochter würde dies zugeben. Als sie beteuerte sie habe auswendig Gelerntes "abgerufen" wollten Sie den Vorwurf des Täuschungsversuchs und dessen Konsequenzen nicht fallenlassen.

Eine persönliche Bitte: könnten Sie bitte meinen Namen durch eine unpersönliche Anrede ersetzen ? Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.11.2014 | 10:39

Sehr geehrte Fragenstellerin,

die Vorgehensweise ist uns in solchen Fällen leider bekannt. Immerhin befindet sich der Prüfling in einer Situation, in der er sich letztlich recht "ausgeliefert" fühlt. Gerne können wir die rechtlichen Interessen Ihrer Tochter in dem Fall vertreten, wenn die Gegenseite die Klausurleistung mit "nicht bestanden" bewertet.

Die nachträgliche Änderung der Anrede ist durch unser Profil nicht mehr möglich. Wir bitten Sie, den Änderungswunsch an das Service-Team von 123recht weiterzuleiten.

Bewertung des Fragestellers 15.11.2014 | 12:48


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"Kleiner Tipp an andere Fragesteller, weisen Sie darauf hin wenn Sie Ihren Namen in der Korrespondenz nicht lesen wollen. Aber auch auf meine Bitte die Anrede anonym zu halten wurde mir eine Lösung angeboten. Fazit : jederzeit wieder!
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 15.11.2014
5/5.0

Kleiner Tipp an andere Fragesteller, weisen Sie darauf hin wenn Sie Ihren Namen in der Korrespondenz nicht lesen wollen. Aber auch auf meine Bitte die Anrede anonym zu halten wurde mir eine Lösung angeboten. Fazit : jederzeit wieder!


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