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Studienfinanzierung des Kindes - Nießbrauch


| 21.09.2017 20:27 |
Preis: 63,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


Zusammenfassung: Zuwendungsnießbrauch an einem Miteigentumsanteil zur Ausbildungsfinanzierung


Der Sohn (21J) studiert und es soll ihm an einem Vermietungsobjekt einen zeitlich befristeten Zuwendungsnießbrauch gewährt werden.

Einfamilienhaus Bj. 65; Wert ca. 200.000 EUR, komplett abgeschrieben
Eigentümer: Großmutter (76J) 75%, Mutter (55J) 25%
Steuersatz der Mutter in der Zugewinngemeinschaft 45%

Das Haus wird an Dritte vermietet: Mieteinkünfte 12.000 EUR / Jahr

Zur Zeit werden die Mieteinnahmen im Verhältnis des Eigentums aufgeteilt.
Der Steuersatz der Großmutter als Rentnerin ist niedrig. Daher soll nur der Mietanteil der Mutter per Nießbrauch übertagen werden. Dies ist auch eine emotionale Entscheidung, den Anteil der Großmutter nicht zu berühren.


Fragen
1) Ist die Aufteilung der Miete an dem Anteil des Eigentum gebunden oder kann man die Miete z.b. 50/50 aufteilen ?
Diese Frage ist meines Erachtens mit und ohne Nießbrauch gleich zu bewerten.
2) Ist es grundsätzlich möglich den Nießbrauch auf den Anteil der Mutter zu beschränken ?
3) Das Studium wird voraussichtlich noch 3 Jahre dauern. Wird im Grundbuch ein Datum fixiert oder der Abschluss des Studiums, welches nicht genau bestimmt werden kann.
4) Wie berechnet sich der Wert der Dienstbarkeit ?
Z.B. Mieteinkünfte * Anteil * Nutzungsdauer = 12.000 EUR * 25% * 3 = 9.000 EUR
5) Mit welchen Kosten muss man für die Eintragung rechnen ?
Z.B. Notarkosten, Grundbucheintrag
6) Muss der Grundbucheintrag für den Nießbrauch wieder gelöscht werden oder erlischt dieser mit Erreichung der Ablauftermins (siehe 3) automatisch ?
7) Der Mietvertrag mit dem Mieter des EFH weist als Vermieter dann Großmutter und dem Sohn aus. Richtig ?
8) Die obigen Punkte sind identisch, wenn man in drei Jahren nach dem Ablauf den Nießbrauch auf zwei weitere Kinder aufteilt

Vielen Dank
23.09.2017 | 12:24

Antwort

von


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Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

gerne zu Ihren Fragen.

1) Ist die Aufteilung der Miete an dem Anteil des Eigentum gebunden oder kann man die Miete z.B. 50/50 aufteilen ?

Eine abweichende Aufteilung der Mieteinnahmen ist möglich, aber steuerlich ohne Belang. Das Finanzamt geht dann von entsprechenden Schenkungen aus, hier also solchen der Großmutter an den Nießbraucher.

2) Ist es grundsätzlich möglich den Nießbrauch auf den Anteil der Mutter zu beschränken?

Ja, ein Nießbrauch an einem Miteigentumsanteil ist ausweislich der gesetzlichen Regelung in § 1066 BGB möglich.

3) Das Studium wird voraussichtlich noch 3 Jahre dauern. Wird im Grundbuch ein Datum fixiert oder der Abschluss des Studiums, welches nicht genau bestimmt werden kann.

Auch ein zeitlich begrenzter Nießbrauch ist ohne Weiteres möglich. Da das Grundbuch klar sein muss, ist ein genaues Datum vorzugswürdig. Ferner sollte auch aus steuerlichen Gründen ein gewisser Zeitraum der Ausbildung nicht überschritten werden, da ansonsten ein Gestaltungsmissbrauch nach § 42 AO vorliegen könnte. Fragen Sie hierzu unbedingt Ihren Steuerberater.

4) Wie berechnet sich der Wert der Dienstbarkeit ?
Z.B. Mieteinkünfte * Anteil * Nutzungsdauer = 12.000 EUR * 25% * 3 = 9.000 EUR

Wenn die tatsächliche Miete pro Jahr 12.000 EUR beträgt, so ist Ihre Rechnung korrekt.

5) Mit welchen Kosten muss man für die Eintragung rechnen ?
Z.B. Notarkosten, Grundbucheintrag

Nach § 52 GNotKG beträgt der Geschäfts-Wert 9.000 EUR. Je nachdem, welche weiteren Regelungen mitbeurkundet werden, fällt entweder nur eine 0,5-Gebühr für die Bestellung des Nießbrauchs an - 34,50 EUR zuzüglich Dokumenten- und Auslagenpauschale sowie Mehrwertsteuer - oder eine 2,0-Gebühr für den Vertrag in Höhe von 138,00 EUR netto. Beim Grundbuch fallen für die Eintragung des Nießbrauchs 222,00 EUR an (keine Mehrwertsteuer).

6) Muss der Grundbucheintrag für den Nießbrauch wieder gelöscht werden oder erlischt dieser mit Erreichung der Ablauftermins (siehe 3) automatisch?

Es muss ein entsprechender Antrag gestellt werden. Es erfolgt keine Löschung von Amts wegen.

7) Der Mietvertrag mit dem Mieter des EFH weist als Vermieter dann Großmutter und dem Sohn aus. Richtig?

Richtig. Dem Nießbraucher sollte ein unmittelbarerer Anspruch gegen den Mieter auf Zahlung der Miete an sich selbst im Mietvertrag eingeräumt werden. Ansonsten müsste er ja erst vom Eigentümer die Auszahlung der Mieten an sich verlangen. Das ist aber nicht gewollt.

8) Die obigen Punkte sind identisch, wenn man in drei Jahren nach dem Ablauf den Nießbrauch auf zwei weitere Kinder aufteilt?

Richtig.

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Antworten weitergeholfen zu haben. Bei Unklarheiten nutzen Sie gerne ohne Mehrkosten die Nachfragefunktion. Ansonsten würde ich mich über eine positive Bewertung mit 5 Sternen freuen.

Mit den besten Grüßen

Dr. Andreas Neumann
Rechtsanwalt


Bewertung des Fragestellers 25.09.2017 | 18:05


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