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Strafe auf Bewährung oder Freiheitsstrafe?


13.11.2008 18:15 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht



Hallo,

ich wollte mal nachfragen, ob man bei einer Verurteilung zu einer Freiheisstrafe ohne Bewährung sofort ins Gefängniss muss oder oba man dann von der Staatsanwaltschaft schriftlich eine Ladung zum Strafantritt zugeschickt bekommt und wenn, wielange sowas denn dauer kann?

Habe Morgen Vormittag 9.15 Uhr eine Verhandlung wegen Computerbetruges. Habe im Sommer auf ner Sexseite gesurft, mir Coins gekauft für 1mal 30 und 1mal 50 Euro und die Bankverbindung der Welthungershilfe angegeben. Dies wurde dann anhand der Email überprüft und ich musste damals zu ner polizeilichen Ladung bei der ich dies auch zugegeben hatte.

Ich war schonmal wegen Computerbetruges vor Gericht und wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. In einem weiteren verfahren davor ging es um EcKarten Missbrauch(Zahlung per EcKarte) ohne Deckung!Aber auch dort habe ich in nem Verfahren eine Bewährungsstrafe bekommen.

Mittleriweile sind seit der letzten Verhandlung schon 3-4 Jahre vergangen und eine Bewährung habe ich auch nicht mehr.

Jetzt scheiß ich mir aber auf gut Deutsch am Tag davor voll in die Hose..und meine Freundin macht sich auch voll den Kopf.

Kann ja morgen früh, dem Typ von der Welthungershilfe, der auch geladen ist, genauso wie derjenige vom Polizeirevier bei dem ich ne Aussage machen musste, seine 80 Euro persönlich geben.

Mir wäre es wichtig zu beantworten, mit was ich zu rechnen habe und ob man bei einer verurteilung zu eine Freiheitsstrafe gleich rein muss oder ob da dann so hoffe ich, noch bissle zeit vergehen kann.

Mit der bitte um eine sehr schnelle Antwort.


Mfg
Sehr geehrter Fragesteller,

zwar wurden in dieser Sache schon alles geschrieben, allerdings noch nicht von jedem.

Daher möchte auch ich Ihnen eine Einschätzung des Ausgangs der morgigen Verhandlung geben.

Es ist auszuschließen, dass Sie im Anschluss an die Verhandlung ins Gefängnis müssen. Sollten Sie wider erwarten zu einer Gefängnisstrafe verurteilt werden, so wäre das Urteil nur dann sofort vollstreckbar, wenn Sie ausdrücklich den Verzicht auf Rechtsmittel (Berufung) erklären. Davon ist ohnehin dringend abzuraten. Des Weiteren würden Sie auch in diesem Fall nicht sofort inhaftiert werden, sondern die für die Vollstreckung zuständige Staatsanwaltschaft würde Ihnen eine Ladung zum Strafantritt zustellen. Bis zum tatsächlichen Strafantritt dürften daher noch einige Wochen vergehen.

Hinsichtlich Ihrer Befürchtung einer sofortigen Inhaftierung können Sie also beruhigt sein.

Es ist ohne Einsicht in die Ermittlungsakte stets schwierig, die zu erwartende Strafe zu prognostizieren. Dennoch würde es mich aufgrund der in dieser sowie Ihren weiteren Anfragen geschilderten Umstände überraschen, sollten sie zu einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt werden. Zwar kann grundsätzlich auch ein Schaden in Höhe von lediglich EUR 80.- im Wiederholungsfalle für eine unbedingte Haftstrafe ausreichend sein. Nach meinem Ermessen liegt die letzte Tat dafür aber zu lange zurück.

Sofern Sie sich morgen in Verhandlung einsichtig zeigen und dem Gericht plausibel darlegen können, dass Sie bereits dieses (erneute) Strafverfahren nachhaltig beeindruckt hat, gehe ich fest davon aus, dass eine weitere Freiheitsstrafe jedenfalls zur Bewährung ausgesetzt würde. Keinesfalls sollten Sie versuchen, die Bedeutung der Angelegenheit herunterzuspielen. Aufgrund der Tatsache, dass Sie einschlägig vorbestraft sind, gehe ich allerdings von einer Freiheitsstrafe aus, die nach meinem Ermessen aber höchstwahrscheinlich zur Bewährung ausgesetzt wird.

Bitte seien Sie sich aber für die Zukunft bewusst, dass im Wiederholungsfalle eine nicht auf Bewährung ausgesetzte Freiheitsstrafe eine höchstwahrscheinliche Folge wäre.

Auf die Frage der Schadenswiedergutmachung ist bislang keiner der Kollegen eingegangen. Dies ist grundsätzlich eine gute Idee und wirkt sich in der Regel strafmindernd aus. Allerdings dürfte der Welthungerhilfe kein Schaden entstanden sein, da die Abbuchung sicherlich rückgängig gemacht wurde. Der Schaden ist dem Seitenbetreiber entstanden. Sofern Ihnen die EUR 80.- bereits in Rechnung gestellt wurden, sollten Sie den Betrag wenn möglich noch vor der Verhandlung überweisen und einen entsprechenden Beleg mit in die Verhandlung nehmen.

Des Weiteren sollten Sie es in Erwägung ziehen, der Welthungerhilfe als Zeichen Ihrer Entschuldigung und Ihres Bedauerns, eine Spende zukommen zu lassen. Diesbezüglich können Sie den Mitarbeiter morgen fragen, ob er bereit wäre, diese entgegenzunehmen. Ich bin mir sicher, dass eine solche Geste sich morgen für Sie vorteilhaft auswirken dürfte. Jedenfalls sollten Sie Ihr Bedauern und Ihr Bewusstsein zur Kenntnis bringen, dass die Angabe der Bankverbindung einer gemeinnützigen Organisation der Sache eine verschärfende Dimension verliehen hat.

Ich hoffe, dass ich Ihnen hiermit neben meinen Kollegen noch einige Anregungen geben konnte. Für die morgige Verhandlung wünsche ich Ihnen alles Gute und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt
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