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Steuerrecht, Erbschaftsrecht


| 11.12.2014 10:30 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Stefanie Lindner


Zusammenfassung: Liegen zwischen der Anschaffung der Immobilie durch den Erblasser und der Veräußerung durch den Erben mehr als 10 Jahre, ist auch ein Veräußerungsgewinn nach § 23 Abs. 1 Nr. 1, S. 1 EStG nicht mehr steuerbar.


Zwei Brüder erben von Tante ein Grundstück mit Haus. Im Zuge einer Erbauseinandersetzung übernimmt ein Bruder das Haus und zahlt den anderen aus.
Nach einem Jahr will der Grundstücksbesitzer das Grundstück verkaufen.
Fällt der Hälfteanteil des ausbezahlten Bruders unter die Spekulationsfrist nach § 23 EStG?
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Wird eine Immobilie im Rahmen einer Erbschaft erworben, so stellt dies einen unentgeltlichen Erwerb von Todes wegen dar. Dieser Erwerb ist keine Anschaffung im Sinne von § 23 Abs.1 EStG.

Der Erbe tritt als Gesamtrechtsnachfolger in die Rechtsstellung des Erblassers ein. Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) ist dem Erben die Anschaffung durch den Erblasser zuzurechnen. Für die Berechnung der steuerschädlichen Veräußerungsfrist werden Erblasser und Erbe als Einheit behandelt. Gleiches gilt für die Ermittlung des Veräußerungsgewinns.
Wenn also zwischen der Anschaffung der Immobilie durch die Tante und der Veräußerung durch den Erben 10 Jahre liegen, ist auch ein Veräußerungsgewinn nach § 23 Abs. 1 Nr. 1, S. 1 EStG nicht mehr steuerbar. Bei der Ermittlung der 10-Jahresfrist wird auch der Zeitraum einbezogen, währenddessen die Tante Eigentümerin der Immobilie war.

Handelt es sich allerdings um eine Erbengemeinschaft, wie in Ihrem Fall, ist zu differenzieren.
Der Bruder, der das Haus behält und im Gegenzug den anderen auszahlt, muss sein Haus in steuerrechtlicher Hinsicht gedanklich in 2 Hälften aufteilen, da diese beiden Hälften im Rahmen einer Veräußerung der Immobilie steuerrechtlich unterschiedlich behandelt werden.
Die einen 50% stellen sein Erbe dar. Diesbezüglich handelt es sich um eine Gesamtrechtnachfolge, deren Folgen sich aus meinen obigen Ausführungen ergeben. Hier fällt keine Spekulationssteuer an, wenn 10 Jahre zwischen Anschaffung durch die Tante und Veräußerung durch den Erben liegen.
Die anderen 50% des Hauses, die er vom Bruder entgeltlich erworben hat, gehören nicht zu seinem Erbe, denn er hat mehr erhalten als ihm nach seinem Erbteil zustehen würde.
Der Erwerb der Haushälfte vom Bruder ist eine Anschaffung iSv. § 23 Abs.1 EStG. Wenn der Erbe die Immobilie weiterveräußert und einen Gewinn erzielt, dann ist dieser Gewinn gem. § 23 EStG steuerbar. Dies aber nur dann, wenn der Gewinn 600 Euro oder mehr beträgt, § 23 Abs.3 S.5 EStG.

Sind seit Anschaffung der Immobilie durch die Tante 10 Jahre vergangen, dann fällt lediglich für die vom Bruder erworbene Haushälfte Spekulationssteuer an.
Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie gerne die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Stefanie Lindner
Bewertung des Fragestellers 13.12.2014 | 13:25


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