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Steuerliche Behandlung von Mieteinnahmen aus Gemeinschaftseigentum


| 19.05.2017 09:51 |
Preis: 33,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von


Zusammenfassung: Auch WEG-Teilnehmer müssen sämtliche Mieteinkünfte im Rahmen ihrer Steuererklärung angeben. Eine Einstellung ins Hausgeld befreit nicht von der Erklärungspflicht, da ja auch bestimmte Kosten steuerlich geltend gemacht werden können.


In unserer WEG (4 Parteien) soll ein Raum, der gemäß Teilungserklärung im Gemeinschaftseigentum steht (früher ein Gästezimmer) einer der WEG-Parteien zur Nutzung überlassen werden, die dafür eine Miete an die übrigen Parteien bezahlt. Die Frage ist, wie diese Miete seitens der WEG oder der einzelnen Eigentümer steuerlich zu behandeln ist.

Der Hausverwalter ist der Auffassung, dass er die Miete in der Hausgeldabrechnung auf die begünstigten Parteien aufteilen und gegen deren gesamte Ausgaben im Rahmen der WEG verrechnen kann. Steuerlich sind diese Einnahmen seiner Auffassung damit nicht mehr relevant, da die Einnahmen gering sind (60€ + Nebenkosten / Monat, verteilt auf drei Parteien) und nach Verrechnung mit den Ausgaben kein Überschuss entsteht.

Ich bin der Auffassung, dass er im Rahmen der WEG-Abrechnung zwar Einnahmen und Ausgaben der begünstigsten Eigentümer verrechnen kann, dies jedoch keinen Einfluss auf die steuerliche Abrechnung hat. Steuerlich sind die Mieteinnahmen nach meiner Auffassung von jedem der drei begünstigten Eigentümer als Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung in der Einkommensteuererklärung aufzuführen. Verrechnet werden dürfen sie dort nur mit denjenigen Kosten, die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Raum stehen.

Welche Auffassung ist richtig?

Falls die Höhe der Mieteinnahmen irgend eine Rolle spielen sollte (der Hausverwalter sprach von Freibeträgen, die er aber nicht näher beschreiben konnte), bitte ich in der Antwort zu berücksichtigen, dass ich weitere Einkünfte aus Vermietung habe (aus Wohnungen in anderen Objekten).
Eingrenzung vom Fragesteller
22.05.2017 | 08:23
22.05.2017 | 12:46

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zunächst- beide Meinungen sind dem Grunde nach richtig.

Selbstverständlich sind Mieteinnahmen in ihrer Steuererklärung als Einkommen aus Vermietung (und Verpachtung, § 21 EStG) anzugeben.

Allerdings ist es bei WEG`n grundsätzlich so, dass mehrere Personen an den Einnahmen beteiligt werden und deswegen bezüglich der Einnahmen und AUsgaben grundsätzlich eine Erfassung in Gesamtheit und eine für jede Einzelperson notwendig ist ( Erklärung zur gesamten und gesonderten Feststellung). Hiervon gibt es aber Ausnahmen in Fällen geringer Bedeutung ( § 180 AO). Ich denke, dass der Verwalter dies eventuell meinte.

Somit muss die WEG an sich keine Steuererklärung abgeben, aber sie als WEG- Teilnehmer müssen natürlich ihr Einkommen in ihrer eigenen Steuererklärung kompeltt angeben, hierzu gehören auch die (geringfügigen) Mieteinnahmen, selbst wenn diese das Hausgeld kaum decken.

Alles andere liefe ja darauf hinaus, dass nicht alle Einnahmen geltend gemacht werden, und dies demnach auch bei den Kosten gelten muss. Sollten dennoch alle Kosten in die Steuerklärung aufgenommen werden,kommt es hier zu Unregelmäßigkeiten bei der Gewinnabrechnung, eben weil es sich ja um eine Mittelverwendung aus Einnahmen handelt.

Somit bleibt es natürlich dabei, dass Einnahmen aus der Miete regulär als Einkommen zu versteuern sind.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Doreen Prochnow

Nachfrage vom Fragesteller 22.05.2017 | 15:08

Sehr geehrte Frau Prochnow,

ich danke Ihnen ganz herzlich für Ihre hilfreiche Antwort, die meine Frage sehr gut beantwortet. Ein wenig verunsichert hat mich lediglich Ihr drittletzter Absatz. Ich zitiere:

"Alles andere liefe ja darauf hinaus, dass nicht alle Einnahmen geltend gemacht werden, und dies demnach auch bei den Kosten gelten muss. Sollten dennoch alle Kosten in die Steuerklärung aufgenommen werden,kommt es hier zu Unregelmäßigkeiten bei der Gewinnabrechnung, eben weil es sich ja um eine Mittelverwendung aus Einnahmen handelt."

Der Absatz erweckt bei mir den Eindruck, dass ich die Einnahmen nur dann geltend machen muss, wenn ich auch die Kosten geltend mache, d.h. im Umkehrschluss: wenn ich keine Kosten geltend mache, muss ich auch keine Einnahmen geltend machen.

Da ich annehme, dass ich das falsch interpretiere, möchte ich noch einmal in aller Klarheit formulieren:

Als WEG-Mitglied, das anteilige Mieteinnahmen aus unserem Gemeinschaftseigentum bezieht, muss ich meine anteiligen Einnahmen in jedem Fall in der Steuererklärung abrechnen, auch unabhängig davon, ob der Überschuss zu meinen Gunsten oder Ungunsten ausfällt. Die WEG als Einheit kann von der Steuererklärungspflicht befreit sein, ich als WEG-Mitglied jedoch bin es nicht.

Vielen Dank noch einmal

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.05.2017 | 15:25

Lieber Fragesteller,

der dritte Absatz sollte nur ein Beispiel sein, warum sie stets alle Einnahmen aus Miete angeben müssen, auch wenn diese sich "rechnerisch aufbrauchen". Es sollte nur eine beispielhafte Begründung sein und keinesfalls den Eindruck erwecken, dass Einnahmen hier weggelassen werden dürfen.

Es ist absolut korrekt, wenn sie zum Abschluss festhalten:
Als WEG-Mitglied, das anteilige Mieteinnahmen aus unserem Gemeinschaftseigentum bezieht, muss ich meine anteiligen Einnahmen in jedem Fall in der Steuererklärung abrechnen, auch unabhängig davon, ob der Überschuss zu meinen Gunsten oder Ungunsten ausfällt. Die WEG als Einheit kann von der Steuererklärungspflicht befreit sein, ich als WEG-Mitglied jedoch bin es nicht.

Klarer und prägnanter als Sie kann man es kaum formulieren.

Wenn sie mit meiner Beratung zufrieden waren, würde ich mich sehr über eine Bewertung freuen.

mit freundlichen Grüßen
Doreen Prochnow

Bewertung des Fragestellers 22.05.2017 | 15:56


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"Vielen Dank, Frau Prochnow, für Ihre Antwort, die ausführlicher ausgefallen ist als ich dies erwartet habe. Meine Frage ist hinreichend beantwortet und ich bin froh, auf diesem Wege so einfach Klarheit bekommen zu haben. Danke auch für den freundlichen Kontakt."
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 22.05.2017
5/5.0

Vielen Dank, Frau Prochnow, für Ihre Antwort, die ausführlicher ausgefallen ist als ich dies erwartet habe. Meine Frage ist hinreichend beantwortet und ich bin froh, auf diesem Wege so einfach Klarheit bekommen zu haben. Danke auch für den freundlichen Kontakt.


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