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Steuerklassenwechsel / Berechnung Höhe Mutterschaftsgeld


| 25.12.2010 16:43 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Simone Sperling


| in unter 2 Stunden

Mein Mann und ich haben im Oktober 2010 geheiratet.
Da ich bisher mehr verdient habe, haben wir uns dazu entschlossen, dass (ab November 2010) ich die Steuerklasse 3 und mein Mann die Steuerklasse 5 bekommt.
Ab 1.1.2011 beginnt meine Mutterschutzfrist. Nach dem Mutterschutz werde ich 3 Jahre Elternzeit in Anspruch nehmen.

Mein Mann hat letzte Woche beim Finanzamt die Steuerklassen ab 1.1.2011 ändern lassen. D.h. er hätte dann ab 1.1.2011 Steuerklasse 3 und ich Steuerklasse 5. Am Freitag habe ich mit der Elterngeld-Hotline telefoniert da ich eine Frage zum Elterngeldantrag hatte. Auf meine Frage zum Mutterschaftsgeld in Zusammenhang mit der Steuerklassenänderung meinte die Dame, dass es sinnvoller wäre, die Steuerklasse erst nach Ende der Mutterschutzfrist zu ändern (wegen Steuer- und Sozialabgaben...??? und rückwirkender Berücksichtigung der Steuerklasse 5 für das Mutterschaftsgeld ???).
Ich war der Meinung, dass sich das Mutterschaftsgeld anhand der letzten 3 Nettogehälter berechnet und die Krankenkasse (ich bin gesetzlich krankenversichert) 390 € und mein Arbeitgeber die Differenz zum Durchschnitt der letzten 3 Nettogehälter (STEUER- UND SOZIALABGABENFREI) netto auf mein Konto zahlt.

Was ist nun richtig???

Wird lediglich das Nettogehalt (ohne Berücksichtigung der aktuellen neuen Steuerklasse) zur Berechnung herangezogen?

Werden vom errechneten Mutterschaftsgeld noch irgendwelche Abzüge einbehalten?

Spielt meine geänderte Steuerklasse ab 1.1.2011 bei der Auszahlung des Mutterschaftsgeldes eine Rolle?

Wird das Mutterschaftsgeld -wie das Elterngeld- auf das gemeinsame zu versteuernde Einkommen 2011 angerechnet so dass wir uns auf eine Steuernachzahlung in 2011 einstellen müssen?

Ist der Steuerklassenwechsel aufgrund Mutterschutzbeginn mit anschließender Elternzeit
rechtens? (ich habe in einem Artikel gelesen, dass ein Steuerklassenwechsel 3 Monate vor Beginn Mutterschutzfrist nicht rechtens ist um eine Erhöhung des Mutterschaftsgeldes herbeizuführen...Grund unserer Steuerklassenänderung war ja die Heirat und mein wesentlich höheres Gehalt)

War der Steuerklassenwechsel zum 1.1.2011 sinnvoll, oder sollen wir versuchen die Steuerklassenänderung nochmal rückgängig machen zu lassen. Ich bin jetzt sehr beunruhigt da die Steuerklassenwahl (ich 3/mein Mann 5) bei unseren bisherigen Einkommen monatlich 400 € netto ausmacht …!

Ich habe gelesen, dass man pro Jahr 1 Mal die Steuerklasse wechseln darf…dürfte dann doch kein Problem für das Finanzamt sein -je nach ihren Antworten und Empfehlungen- ggf. die Steuerklassenänderung noch mal rückgängig zu machen da wir die Steuerkarten nach Änderung in der letzten Woche noch nicht wieder bei unseren Arbeitgebern abgegeben haben und noch keine Abrechnung in den geänderten Steuerklassen erfolgt ist, oder???

Kann ich mich im Falle von Schwierigkeiten mit Arbeitgeber und Ämter auf die von Ihnen gegebenen Antworten berufen?

Herzlichen Dank für Ihre Antwort und fröhliche Weihnachten :-)
Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 34 weitere Antworten zum Thema:
25.12.2010 | 17:25

Antwort

von

Rechtsanwältin Simone Sperling
353 Bewertungen
Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte Ihre Anfrage wie folgt beantworten:

Nach § 14 Abs.1 MuSchG bestimmt sich der Zuschuss nach dem Durchschnitt der letzten drei Netto-Monatsgehälter. Ein Wechsel nur um das Mutterschutzgeld zu erhöhen muss der Arbeitgebern nicht akzeptieren (Bundesarbeitsgerichts am 22.10.1986 (5 AZR 733/85) aber ein Wechsel im Zusammenhang mit der Eheschließung muss hingenommen werden. Abzüge fallen beim Mutterschaftsgeld nicht an.

Das Mutterschaftsgeld der Krankenkasse und auch der Arbeitgeberzuschuss sind steuer- und sozialabgabenfrei, werden aber in den Progressionsvorbehalt eingezogen. Das heißt, sie wirken sich auf den Steuersatz aus, mit dem das steuerpflichtige Einkommen versteuert wird. Es könnte mit einer geringen Steuernachzahlung gerechnet werden.

Nach Eintritt in den Mutterschutz kann die Steuerklasse wieder gewechselt werden, wenn dies für den anderen Ehepartner günstiger ist.

Sie lassen in Ihrer Frage offen, wann der Mutterschutz beginnt. Daher kann die Frage nach der jetzt richtigen Steuerklasse nur allgemein beantwortet werden. Wenn der Mutterschutz in den nächsten drei Monaten ansteht, dann sollte die Steuerklasse gewählt werden, welche das höhere Nettoeinkommen für die Frau bringt und nach Eintritt in den Mutterschutz die Steuerklasse, welche für den Mann das höhere Nettoeinkommen bringt.

Auf die Antworten können Sie sich berufen.

Ich hoffe meine Antwort genügt Ihnen für eine erste Orientierung im Rahmen der Erstberatung und ich darf darauf hinweisen, dass meine Ausführungen auf Ihrer Sachverhaltsdarstellung beruhen.

Gern können Sie von Ihrem Recht zu einer Nachfrage Gebrauch machen. Weitergehende Fragen beantworte ich für Sie im Rahmen einer Mandatsübertragung, ebenso übernehme ich gern weitere Tätigkeiten im Rahmen eines Mandats. Eine Mandatsausführung kann unbeachtlich der örtlichen Entfernung erfolgen und eine Informationsweiterleitung erfolgt dann per E-Mail, Post etc..


Mit vorzüglicher Hochachtung

Simone Sperling
Rechtsanwältin
und Fachanwältin für Familienrecht

Enderstr. 59
01277 Dresden
Tel. für Rechtsberatung: 0 90 01277 59 1 (2,59 €/Min., Mobilfunk kann abweichen)
Tel.: 0351 2699394
Fax: 0351 2699395
E-Mail: sperling@anwaltskanzlei-sperling.de
www.anwaltskanzlei-sperling.de
www.scheidung-deutschlandweit.de
www.vorsorgevefuegungen.info


Nachfrage vom Fragesteller 25.12.2010 | 17:51

Sehr geehrte Frau Sperling,

herzlichen Dank für Ihre Antworten.

Auf Ihre Frage zu meinem Mutterschutzbeginn:
Mein Mutterschutz beginnt direkt Anfang Januar...ganz genau am 3.1.2011.

Wenn ich Sie richtig verstanden habe, dann haben wir mit der Steuerklassenänderung ab 1.1.2011 (ich Steuerklasse 5 und mein Mann Steuerklasse 3) dann doch alles richtig gemacht und können bis zum Ende der Mutterschutzfrist mit meinem durchschnittlichen Nettoverdienst der letzten 3 Monate (Oktober-Dezember 2010) rechnen ???

Über eine kurze Bestätigung würde ich mich sehr freuen !

Herzlichen Dank und viele Grüße!


Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.12.2010 | 17:56

Sehr geehrte Damen und Herren,

ja, ich darf dies bestätigen. Sie können mit dem durchschnittlichen Nettoverdienst Oktober - Dezember rechnen.

Alles Gute für Sie und noch ein schönes Weihnachtsfest.

Mit vorzüglicher Hochachtung

Simone Sperling
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 2010-12-25 | 18:18


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ANTWORT VON
Rechtsanwältin Simone Sperling
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