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Steuerberatungskosten Existenzgründer


| 13.11.2008 17:18 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Marlies Zerban



Ich habe einen Businessplan inkl. Ertragsvorschau und Kapitalbedarfsplan für ein kleines Einzelhandelsgeschäft selbst erstellt bzw. mich den einschlägigen Vorlagen bedient. Dieses fertige Gründungskonzept samt Kapitalbedarfsplan habe ich durch einen Steuerberater prüfen lassen.

Im Kapitalbedarfsplan (Höhe: 15.000 Euro) habe ich unter dem Punkt Gründungsberatung 100 Euro angeführt. Diese Gebühr hielt ich, nach diversen Recherchen im Internet, für ein übliches Steuerberatungshonorar für Existenzgründer, zumal sich mein Gründungskonzept auch einfach und übersichtlich darstellte. Zudem lagen die letzten 3 (positiven) Bilanzen des ehemaligen Geschäftsinhabers vor, so dass die Prüfung meines Konzeptes meines Erachtens sehr unkompliziert war.

Über die Kosten bzw. Gebühren wurde ich im Vorfeld nicht aufgeklärt. Auf meine Nachfrage, ob 100 Euro in Ordnung sind, bekam ich damals die Antwort:“kriegen wir schon hin“.

Bis auf ein paar Schönheitskorrekturen, welche mir der Steuerberater telefonisch durchgab, war mein Konzept schlüssig und ich habe eine positive schriftliche Tragfähigkeitsbescheinigung erhalten. Mit dieser bin ich dann zur Hausbank gegangen, welche mir den Kredit auch genehmigte.

Viele Wochen später erhielt ich dann eine Rechnung vom Steuerberater in Höhe von 192 Euro (basierend auf dem Gegenstandswert 15.000 Euro Kapitalbedarf bei 2,5 Zehntel).

Ich habe diese Rechnung als Vertrauensmissbrauch gesehen und die in Aussicht gestellte Zusammenarbeit bzgl. der Übernahme meiner Buchführung bei diesem Steuerberater nicht in Auftrag gegeben. Seine Rechnung habe ich pauschal mit 100 Euro bezahlt.

Ich habe nur 100 Euro bezahlt, weil ich mit diesem Betrag kalkuliert habe und diesen auch in meinem Kapitalbedarf aufgeführt habe. Hätte der Steuerberater gewissenhaft geprüft, so hätte er den Betrag doch entsprechend korrigieren müssen, oder?

Nun verlangte der Steuerberater sein Restgeld (Höhe: 92 Euro). Wenn ich nicht zahle, will er mir einen Mahnbescheid zustellen. Daraufhin habe ich den Sachverhalt wie oben noch einmal schriftlich dargestellt.

Jetzt erhielt ich einen Brief, das, wenn ich die 92 Euro nicht zahle, er seine Rechnung überarbeiten wird, und mir 9 Stunden für die Arbeit von zwei Steuerberatern in Rechnung stellen will. Es würde hier nämlich nicht um eine Gründungsberatung sondern um eine Überarbeitung und Testierung meines Konzeptes gehen. Man unterstellt mir, das ich mir eine kostenintensive Leistung möglichst billig zu erschleichen versuche.

Es geht mir nicht ums Geld sondern ums Prinzip. Welche Chancen hätte ich da vor Gericht, bzw. würde es, bei dieser niedrigen Summe, überhaupt zu einem Prozess kommen?
Sehr geehrter Fragesteller,

ich nehme hier zu Ihrer Frage im Rahmen einer Erstberatung unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes Stellung.


Entscheidend für die Abrechnung der Leistung des Steuerberaters ist der erteilte Auftrag und der Umfang der erbrachten Tätigkeit.
Wenn der Steuerberater praktisch keine Tätigkeit hinsichtlich der Erstellung des Gründungskonzepts ausgeführt hat sondern nur die Plausibilität geprüft hat, fällt diese Tätigkeit unter keine der in der Steuerberatergebührenverordnung vorgesehenen Rahmengebühren, wie Ihren Angaben nach abgerechnet wurde. Im Zweifel muss der Steuerberater nachweisen, welchen Auftrag Sie ihm erteilt haben.

Wenn er das Gründungskonzept nicht bearbeitet hat sondern nur die Überprüfung Ihrer Angaben in dem Gründungskonzept vorgenommen hat, kann er dann meiner Auffassung nach lediglich eine Zeitgebühr nach§ 13 Nr. 2 StBGebVO erheben. Wenn er tatsächlich Sie unter Druck setzt, bei Nichtzahlung die von Ihnen genannte Stundenanzahl abzurechnen, liegt hier der Verdacht einer Nötigung nahe. Sie können versuchen, bei der Steuerberaterkammer eine Vermittlung gem. § 76 Steuerberatungsgesetz zu erreichen.

Sie können mir zur Vervollständigung meiner Antwort bitte die Vorschrift nennen, die Ihr Steuerberater in seiner Honorarrechnung angibt.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen.

Mit freundlichen Grüßen

M. Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin

Nachfrage vom Fragesteller 13.11.2008 | 18:13

Sehr geehrte Frau Zerban,
vielen Dank für die sehr schnelle Beantwortung meiner Frage.

Die Rechnung wurde wie folgt formuliert:

Wir berechnen Ihnen gemäß Steuerberatergebührenverordnung:
Pos. 1 mündlicher od. schriftlicher Rat oder eine Auskunft (Erstberatung) § 21 (1) Satz 2, Tabelle 2008 A, Wert 15.000, Satz 2,50/10, Betrag 141,50 Euro netto.
Pos. 2 Auslagen § 16 StBGebV 2008: 20,00 Euro netto.

Wie gesagt: mein mündlicher Auftrag war die Prüfung meines Konzeptes, nicht die Erstellung. Ich hatte ihm das Konzept als .doc-Datei per Email zugesendet.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.11.2008 | 09:30

Sehr geehrter Fragesteller,

diese Beratung kann man meiner Ansicht nach nicht gem. § 21 StbGebVO abrechnen, es handelt sich weder um einen Rat noch um eine Auskunft. Wie Sie selbst mitteilen, hat Ihr Steuerberater eingeräumt, dass es sich nicht um eine Gründungsberatung handelt.

Unklar bleibt hier, ob Sie nicht auf den Betrag von € 100,00 die Umsatzsteuer in Höhe von 19 %, also € 19,00 zu zahlen haben. Wenn Sie selbst vorsteuerabzugsberechtigt sind (also selbst umsatzsteuerpflichtige Umsätze erzielen werden), dann ist auch der Betrag in Ihrem Konzept nur ein Nettobetrag. Dann sollten Sie die 19 Euro nachzahlen.

Mit freundlichen Grüßen

M. Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin

Bewertung des Fragestellers 17.11.2008 | 16:02


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