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Steuerberater führte Buchhaltung mangelhaft durch


14.09.2017 09:59 |
Preis: 35,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von



Sehr geehrter Anwalt,

mein alter Steuerberater machte im Jahr 2016 die Buchhaltung für meine GmbH. Im Jahr 2017 wechselte ich zu einem neuen Berater, welcher auch den Auftrag bekam, den Jahresabschluss für 2016 zu erstellen. Bei Fertigstellung teilte mir dieser mit, dass die Buchhaltung mangelhaft durchgeführt wurde und ein erheblicher Mehraufwand entstand. Es mussten über 500 Umbuchungen vorgenommen werden. Dafür bekam ich eine gesonderte Rechnung über 2.200 EUR. Mein neuer Steuerberater teilte mir mit, dass ich mich an meinen alten Steuerberater wenden soll, damit dieser seine Haftpflichtversicherung einschaltet wegen Schlechtleistung. Der alte Steuerberater behauptet jedoch, die Buchhaltung sei korrekt durchgeführt worden (wobei ich nicht davon ausgehe, KFZ Kosten wurden beispielsweise auf ein gemeinsames Konto gebucht statt auf einzelne Konten der jeweilen Fahrzeuge) und behauptet außerdem, dass kein Dauermandat sondern ein Einzelauftrag vorlag und ihm somit ein Nachbesserungsrecht zusteht, welches ich ihm verwehrt haben soll. Damit soll ich auch meine Schadenersatzansprüche verwirkt haben.

Ist dies so korrekt? Werde ich auf den Kosten sitzen bleiben?

Freundliche Grüße

Einsatz editiert am 14.09.2017 11:59:09
14.09.2017 | 19:08

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Aufgrund der mir vorliegenden Sachverhaltsangaben kann ich diese wie folgt beantworten:

In einem Urteil aus dem Jahre 2006 äußerte sich der BGH zum Nachbesserungsrecht des Steuerberaters und setzte damit die zuvor teilweise abweichende Rechtsprechung der Oberlandesgerichte außer Kraft. Der BGH entschied, dass ein mit einem Steuerberater geschlossener Vertrag, der auch die Beratung in Steuerangelegenheiten zum Gegenstand hat, ein Dienstvertrag ist. Darüber hinaus hat der Steuerberater jedenfalls dann kein Nachbesserungsrecht hinsichtlich einer Einzelleistung mit werkvertraglichem Charakter, wenn sein Auftraggeber das Mandat bereits beendet hatte und der Fehler erst von einem neu beauftragten Steuerberater entdeckt worden ist (BGH, Urteil vom 11. Mai 2006).

Das Landgericht Kleve entschied mit Urteil vom 22. April 2015, dass kein Nachbesserungsrecht nach Beendigung des Mandats besteht. Demnach gilt, dass wenn der Steuerberater mit der Finanz- und Lohnbuchhaltung sowie mit der Erstellung der Jahresabschlüsse beauftragt ist und Letztere von ihm fehlerhaft gefertigt worden sind, kann zumindest nach vorheriger Kündigung des Mandats der durch die Beauftragung und Vergütung eines neuen Steuerberaters entstandene Schaden auch dann ersatzfähig sein, wenn dem bisherigen Steuerberater die Möglichkeit einer Nachbesserung zuvor nicht gewährt wird (LG Kleve, Urteil vom 22. April 2015 – 1 O 89/11).

Im Ergebnis bedeutet dies, dass ihr heutiger Steuerberater Recht hat und der alte nicht. Grundsätzlich hat ein Vorgehen damit Aussicht auf Erfolg.

Bitte beachten Sie jedoch aber auch das Kostenrisiko. Grundsätzlich führen solche Verfahren vor die Gerichte, da eine einvernehmliche Klärung mit dem Steuerberater und/oder der Rechtsschutzversicherung meist nicht zustande kommt. Als Kläger tragen Sie initial die Kosten. D.h. neben Ihren eigenen Anwaltskosten müssen Sie auch die Gerichtskosten vorschießen. Zudem ist in der Regel ein Sachverständigengutachten notwendig. Hierfür werden seitens des Gerichtes häufig Kostenvorschüsse von bis zu 6.000 € verlangt.

Ich hoffe, Ihre Frage erschöpfend beantwortet zu haben. Sollten Sie bei der Durchsetzung Ihrer Ansprüche anwaltliche Unterstützung benötigen, können Sie gern auf uns zukommen.


Mit freundlichen Grüßen

Fietkau
Rechtsanwalt


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