Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
472.864
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Steuerberater Honorarabrechnung / Überhöhte Rechungen


06.12.2015 14:18 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Karlheinz Roth



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich suche Rat in folgenden Angelegenheit.
Seit 2010 bin ich als Selbständige bei einer Steuerrecht Kanzlei. Am Anfang des Zusammenarbeit wurde mir schriftlich (vorhanden) einen Angebot unterbreitet: 60 EUR Netto Buchhaltung/Kontoführung und 480 EUR Jahresabschluss. Insgesamt wurde bei mir monatlich 100 EUR Netto (119 Brutto) abgebucht.
Während diese Zeit, habe 2-3 mal in Jahr Rechnungen dazu bekommen, die ziemlich unübersichtlich waren und ich habe sie gleich an für mich zuständige Mitarbeiterin per Post gesendet, denn sie hat ja meine Steuer gemacht.
Während diese 5 Jahre, hat die Kanzlei mich 5 mal zu verschiedenen Mitarbeiter geschoben, was selbstverständlich zu Fehler geführt hat. Ende 2014 habe ich die Mitarbeit ordentlich gekündigt, denn ich konnte die fehlerhafte Arbeit nicht mehr dulden.
Jetzt habe ich die Letzte Abrechnung bekommen und habe sie genauer angeschaut denn es ist wohl meine letzte Aberchnung vo denen.

Es hat sich herausgestellt, dass die Kanzlei in 2010 und 2011 die vereinbarten 60 EUR für Buchhaltung berechnet hat, schon im Jahr 2012 anscheinend 80 EUR, Im Jahr 2013 und 2014 wurden teilweise 100 EUR pro Monat, teilweise 80 EUR pro Monat abgerechnet. Darüber wurde ich nie, weder schriftlich noch telefonisch informiert. Dabei war ich in relativ regen Kontakt mit der Kanzlei, denn ich habe ja die Unterlagen abgegeben.

Frage:
1) ich vermute die Kanzlei wird mir sagen, dass der Umfang in diesen Monaten grösser war oder was ähnliches. Das kann ich nicht beurteilen, aber darf die Kanzlei von dem fest vereinbarten Betrag um bis zu 60% abweichen und mich darüber nicht informieren? Sie haben es ohne meine mündliche oder schriftliche Zustimmung einfach in Rechnung gestellt. Hätten Sie mich darüber informiert, dass die Beträge sich erhöhen würde ich vor Jahren kündigen. Welche Gesetzt/Richtlinie ist hier anwendbar?
2) wann verjähren die Rechnungen aus 2012, 2013, 2014 die Kanzlei mir mit falschen Beträgen erstellt hat?
3) In der letzte Abrechnung für 2014 steht auch eine komplett neue Position für mich "Pauschale für Datenweitergabe" - 100 EUR Netto. Diese Position gab es in vorherigen Jahren nicht. Ist sie berechtigt ohne meine Zustimmung?
4) wie soll ich am bestens weiter verhalten? Rechnungseinspruch machen und abwarten?
5) Sie haben noch mein Jahresabschluss aus 2014. Werden sie diese dann einbehalten können?

Ich bedanke mich im Voraus,
Eingrenzung vom Fragesteller
06.12.2015 | 14:30
Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte:


Die Verjährungsfrist beträgt drei Jahre. Die Rechnung aus 2012 verjährt mit Ablauf des 31.12.2015, die aus 2013 mit Ablauf des 31.12.2016 und die aus 2014 mit Ablauf des 31.12.2017.

Für einzelne oder mehrere für denselben Auftraggeber laufend auszuführende Tätigkeiten kann der Steuerberater nach § 14 StBVV eine Pauschalvergütung vereinbaren. Die Vereinbarung ist schriftlich und für einen Zeitraum von mindestens einem Jahr zu treffen. In der Vereinbarung sind die vom Steuerberater zu übernehmenden Tätigkeiten und die Zeiträume, für die sie geleistet werden, im einzelnen aufzuführen.

In Ihrem Fall ist es wichtig, die Unterlagen in Augenschein zu nehmen, bei denen Sie Unterschriften hinsichtlich von Vergütungen geleistet haben.
Sind die Vergütungsvereinbarungen wirksam, so muss sich der Steuerberater auch daran festhalten lassen.

Ich empfehle Ihnen, sich durch einen Kollegen vertreten zu lassen, der nicht nur die Vereinbarungen, sondern auch die Rechnungen einer Prüfung unterzieht.


Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte.


Mit freundlichen Grüßen
K. Roth
- Rechtsanwalt und zertifizierter Testamentsvollstrecker -

Nachfrage vom Fragesteller 06.12.2015 | 15:05

Sehr geehrter Herr Roth,

Vielen Dank für die schnelle Rückmeldung. Darf ich was kurz nachfragen? Das Angebot ist vom Kanzlei Geschäftsführer damals unterschrieben worden und mir per E-Mail gesendet. Allerdings sind da keine feste Zeitrahmen definiert, kann man dann als unbefristet betrachten? Nur Beträge. Ist es ein Problem?
Es steht in den Angebot "Buchhaltung für den angegebenen kleinen Belegumfang". Angenommen die Kanzlei hat das Ganze ab 2012 als andere Umfang gesehen, hätten Sie mich informieren sollen bevor sie willkürlich was in Rechnung stellen?

Ich bedanke mich vielmals,

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.12.2015 | 18:30

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihren Nachtrag.

Wenn kein fester Zeitrahmen vereinbart worden ist, kann der Steuerberater je nach Aufwand abrechnen.

Eine Hinweispflicht von Seiten des Steuerberaters kann ich leider nicht erkennen.


Mit freundlichen Grüßen
RA K. Roth

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 58398 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Trotz für mich ungünstiger Prognose war die Antwort sehr hilfreich und verständlich. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Einfach Spitze! Sehr kompetent... Immer wieder...! ...
FRAGESTELLER
4,2/5,0
Vielen Dank für Ihre Einschätzung meiner Situation. Ihre Beurteilung hat mir sehr geholfen. Der Vermieter (Wohngenossenschaft) ist stark zurück gerudert. Wir entfernen nur noch Tapteten in einem Raum anstatt in 3 Räumen :-) ...
FRAGESTELLER