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Steuer auf Mieteinnahmen


15.03.2006 15:37 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Achim Schroers


in unter 2 Stunden

Guten Tag,
in meiner Anfrage geht es um eine steuerrechtliche Klärung bezüglich des Erbes meiner vor 5 Jahren verstorbenen Großmutter. Es geht in dieser Anfrage jedoch nicht um das Gesamterbe, sondern um einen bestimmten Wert.
Bei den anderen Werten handelt es sich um ein noch nicht verkauftes Grundstück und einen Baranteil, der jedoch im Bereich des Freibetrages liegt.

Laut Testamentsregelung stehen mir 3/8 der Mieteinnahmen eines Hauses zu. Es geht genauer um ca. 345 € pro Monat abzüglich Werbungskosten. Seit Erreichen meiner Volljährigkeit im Januar 2006 besitze ich nun Verfügungsgewalt über dieses Erbe.
In den letzten 5 Jahren sind mit diesem Haus Gewinne erzielt worden an denen ich zu 3/8 beteiligt bin. Da ich jedoch noch minderjährig war, wurden die erzielten Einnahmen durch meinen Vater verwaltet. Nun sollen sie an mich überwiesen werden.
Meine Fragen:

1)Wie müsste ich normalerweise das Geld der letzten 5 Mietjahre versteuern? Spielt die Höhe der Gesamteinnahmen eine Rolle?

Meine Eltern leben in Scheidung. Deshalb machte mein Vater den Vorschlag die erzielten Einnahmen durch zwei Einmalzahlungen, in einem Abstand von einem Jahr, als Ehegattenunterhalt zu überweisen. Bisher erhält meine Mutter keinen Unterhalt von ihm.

Bei der ersten Zahlung handelt es sich um eine Summe von 5.600 €.
Mit diesem Geld würde meine Mutter zunächst einen Kredit bei der Allianz auf ihre Lebensversicherung, die in diesem Jahr ausgezahlt werden soll, zurückbezahlen. Nach Auszahlung der Lebensversicherung würde das Geld wieder an mich gehen. Die Frage hierzu:

2)Welche steuerliche Konsequenz hätte diese Regelung für meine Mutter, die bisher auf Grund ihres sehr niedrigen Einkommens keine Steuern zahlen muss und kann damit überhaupt die Steuer auf meinen Mietanteil umgangen werden?

Ergibt sich für meine Mutter ein steuerlicher Vorteil durch die Rückzahlung des Kredites?

Vielen Dank im Voraus
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Diese Antwort ist vom 15.03.2006 und möglicherweise veraltet. Stellen Sie jetzt Ihre aktuelle Frage und bekommen Sie eine rechtsverbindliche Antwort von einem Rechtsanwalt.

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15.03.2006 | 16:43

Antwort

von

Rechtsanwalt Achim Schroers
58 Bewertungen
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Ihre Mieteinnahmen hätten schon längst gegenüber dem Finanzamt erklärt werden müssen, und zwar jeweils in dem Jahr, in dem Sie Ihnen bzw. stellvertretend für Sie Ihrem Vater zugeflossen sind. Sie sollten daher die Erklärungen jetzt nachholen. Ihnen persönlich wird man aus der verspäteten Abgabe der Erklärungen keinen Vorwurf machen können. Haben Sie außer diesen Mieteinnahmen, die sich nach Ihren Angaben ja auf max. 4.140,00 EUR/Jahr belaufen, keine weiteren steuerpflichtigen Einnahmen, übersteigt Ihr zu versteuerndes Einkommen nicht den Grundfreibetrag und Sie zahlen daher keine Einkommensteuer.

Von daher ist die von Ihrem Vater vorgeschlagene "Konstruktion" völlig überflüssig, denn Sie müssen keine Steuern zahlen. Und selbst wenn bei Ihnen Einkommensteuer anfiele, könnten Sie mit dieser Vorgehensweise Ihre Verpflichtung zur Steuerzahlung nicht legal umgehen. Es wäre Steuerhinterziehung oder jedenfalls der Versuch dazu.

Überlegungen zu den steuerlichen Auswirkungen der von Ihrem Vater angedachten Vorgehensweise bei Ihrer Mutter dürften sich damit erledigt haben.

Ich hoffe, ich habe Ihnen mit meinen Ausführungen weiterhelfen können. Für Verständnisfragen stehe ich Ihnen im Rahmen der Nachfragefunktion gerne noch zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Achim Schroers
Rechtsanwalt


ANTWORT VON
Rechtsanwalt Achim Schroers
Hürth

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