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Statiker bezahlen?


| 29.12.2016 01:09 |
Preis: 40,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Brigitte Draudt



Guten Tag,

folgender Fall, bei welchem ich um eine kurze Einschätzung bitte zum weiteren Vorgehen:

Ich beauftragte ein Architekturbüro damit, die Modernisierung meines EFH zu planen. Im Rahmen dessen informierte mich das Büro, dass hierfür ein Statiker erforderlich sei und nannte mir auch gleich den Namen des von ihnen gewünschten Partners hierfür. Sie sagten, mit Statiker "Z" hätten Sie gute Erfahrung und würden mit diesem zusammenarbeitet sofern nichts dagegen spräche und übersandten mir "zur Kenntnis" dessen Angebot (5.200 EUR netto pauschal). Das Angebot richtet sich explizit als Empfänger an die Architekten und nicht an mich, auch ist z.B. keine MwSt. ausgewiesen - sprich alles netto, was ja ein weiteres eindeutiges Indiz dafür ist, dass sich der Statiker nicht an den Endkunden (also mich) richtet mit seinem Angebot. Das Angebot liegt mir zu Beweisgründen immer noch vor. Die Mail dazu lautet: "In der Anlage erhalten Sie das Angebot von Z zur Kenntnisnahme" - mehr nicht.

Während der Erarbeitung hatte der Statiker immer mal wieder Fragen zum Objekt, die ich auch beantwortete, ich habe ihm auch z.B. Bilder übersandt etc., die er haben wollte - ich ging davon aus, er braucht das für die Zuarbeit an die Architekten. Ansonsten haben aber alle Angelegenheiten die Architekten mit ihm geregelt. So habe ich weder gesehen was diese an den Statiker gesandt haben, noch was er genau erarbeitet hat. Beide haben ausschließlich unter sich kommuniziert, bis auf meine Sachstandsanfragen.

Ich möchte an der Stelle betonen, dass ich selbst nie einen Statiker-Auftrag unterzeichnet habe bzw. bestätigt habe oder frei gegeben habe. Einen Vertrag mit den Architekten, wo möglicherweise geregelt wäre, dass diese in meinem Namen beauftragen dürfen, gibt es auch nicht. Davon bin ich auch nie ausgegangen, weil ja das Angebot nicht auf mich lief sondern auf die Architekten und für mich damit klar war, dass diese eben mit dem Statiker als deren Erfüllungsgehilfen zusammenarbeiten. Und allein dadurch, dass diese mir ein Angebot an sich "zur Kenntnis" weiter leiten kann ja auch nicht mehr rechtfertigen.

Als die Architekten ihren Vorschlag präsentierten, überstieg dieser kostenmäßig den Budgetrahmen um den Faktor 2, daher teilte ich den Architekten mit, dass ich das Ganze Projekt nicht umsetzen werden und auch keine Kosten für deren (unnötige) Arbeit tragen werde, da diese völlig an der Aufgabe vorbei gearbeitet haben. Die Architekten kapierten schnell, dass sie hier Mist gebaut hatten und verlangten auch nichts von mir, ich hörte nie mehr etwas.

Jedoch der Statiker meldete sich jetzt aktuell (12 Monate danach). Er übersandte mir nun plötzlich zum ersten Mal seine ganze Pläne, die er erarbeitet hatte inkl. einer Energieberechnung und möchte nun von mir diese Kosten aus dem Angebot + 19% MwSt.. Er meinte "da müssten wir beide uns nun was überlegen" und er sehe ein, dass mich das ja hart treffen würde, weil die Pläne unnütz seien aber wir eine Lösung finden müssten.

Bitte teilen Sie mir mit, welches Vorgehen Sie mir empfehlen.

Ich sehe nicht ein, die Kosten zu übernehmen auch nicht einen Teil davon. Klar wusste ich, dass dieser Statiker Berechnungen für das Projekt vornnimmt aber er wurde von mir selbst nie beauftragt und aufgrund des Angebots von ihm, das auf die Architekten läuft und nicht auf mich, bin ich davon ausgegangen, dass das deren Risiko ist. Natürlich hatte ich immer wieder Kontakt mit dem Statiker. Klar, er braucht ja Infos und ich habe mich auch bei allen immer nach Zwischenständen erkundigt bzw. gefragt, wie lange wir noch brauchen, weil alles in Verzug war, aber wie gesagt hat er von mir nichts Schriftliches (wie die Architekten im Übrigen auch - ebenso nichts mündliches). Er möchte jetzt das Geld von mir, weil die Architekten Mist gebaut haben und kein Geld bekommen werden. Und bevor er leer ausgeht, klopft er bei mir an.

Was empfehlen Sie?

Einsatz editiert am 29.12.2016 11:03:30

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ich beantworte Ihre Frage gerne wie folgt :

Für den Vertragsschluss mit dem Statiker ist keine Schriftform vorgeschrieben und auch nicht üblich. Ein mündlicher Vertragsschluss ist möglich. Hierzu bedarf es gemäß Paragraphen 145 ff BGB Angebot und Annahme.

Hierbei sind alle Umstände zu würdigen:
Im Ergebnis halte ich hier einen Vertrag für geschlossen.
Es ist unüblich, dass Statiker als Erfüllungsgehilfen von Architekten arbeiten, Sie hatten selbst Kontakt mit ihm, haben seine Fragen beantwortet. Die Kosten waren Ihnen bekannt. Er hat seine Leistung auch erbracht. Auch haben Sie nie seiner Tätigkeit widersprochen oder etwa die Kosten mit ihm oder den Architekten besprochen. Dass Sie das Projekt nicht weiter verfolgen möchten, spielt hier keine Rolle.

Nun hat der Statiker ja schon seine Verhandlungsbereitschaft signalisiert, so dass Sie hier allenfalls versuchen können, entsprechend zu verhandeln.

Ich hoffe, Ihnen weiter geholfen zu haben und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Draudt
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 29.12.2016 | 12:31

Gestatten Sie mir bitte die Nachfrage:

Obwohl ich niemals einen Auftrag frei gegeben habe sondern die Architekten, und ich zu keiner Zeit den Statiker beauftragt habe, meinen Sie, dass ein Vertrag zustande gekommen sei, weil ich nicht widersprochen habe? Und als Grundlage sollen die Preise dienen aus dem Angebot an die Architekten (es steht hier lediglich deren Adresse drin, von mir is keine Rede).

Das würde ja im Umkehrschluss bedeuten, dass jedes Unternehmen, das ich beauftrage, und welches mir zur Kenntnis mitteilt, dass sie für die Erbringung ihrer Leistung einen weiteren Dritten benötigen, ich für dessen Kosten einzustehen habe? Beispiel: Ich lass meine Auto restaurieren, die Restaurierfirma macht mir ein Komplettangebot von 1000 Euro. Nun sagt mir die Firma, dass sie hierfür jetzt doch einen weiteren Dritten benötigen, der z.B. etwas lackiert für weitere 1000 Euro und teilt mir das lediglich mit "zur Kenntnis" und dann bin ich in dem Vertrag mit dem Lackierer? Das widerspricht meinem gesunden Bauchgefühl. Zudem kann es bei einem Vertragsschluss doch nicht darauf ankommen, was üblich ist und was nicht. Ich habe noch nie gebaut und daher ist mir nicht bekannt, ob es üblich ist oder nicht, ob Architekten Statiker beauftragen (was im Übrigen nicht stimmt, wenn Sie danach mal googlen).

Außerdem hat der Statiker - wie beschrieben - z.B. einfach eine Energieberechnung vorgenommen, davon war nie die Rede. Es hieß, dass nur ganz pauschal "ein Statiker benötigt würde", für was genau (insbesondere für eine Energieberatung) war nicht die Rede.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.12.2016 | 12:51

Sehr geehrter Fragesteller,

auch Ihre weitere Meinung in der "Nachfrage"führt leider nicht dazu, dass meine rechtliche Einschätzung eine andere würde.

Mit freundlichen Grüßen
Draudt
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 29.12.2016 | 12:56


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"Die Antwort hilft mir überhaupt nicht und wurde auch nicht vollständig beantwortet. Auf die (Nach)Frage, dass hier eine Leistung erbracht wurde (Energieberechnung), von der nie die Rede war, wurde gar nicht eingegangen. "
FRAGESTELLER 29.12.2016 1,8/5.0
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