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Spiegelkollission auf der Landstraße - Unfallgegner nicht ausfindig zu machen


11.10.2017 12:35 |
Preis: 50,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Ist nach einem Unfall niemand bereit, die Feststellungen zum Unfall zu treffen, kann sich der Unfallbeteiligte nach einer angemessenen Wartefrist vom Unfallort entfernen. Ist der Unfallgegner unbekannt, muss er den Unfall unverzüglich nachträglich bei der Polizei melden.


Gestern fuhr ich auf einer recht engen Landstraße. Es war keine Mittellinie vorhanden. Ich fuhr ganz rechts, um eine Kollission mit entgegenkommenden Fahrzeugen zu vermeiden. Ein blaues KFZ kam mir ziemlich rasant entgegen und nach einem relativen lauten dumpfen Knall war mein Spiegel eingeklappt. An der nächstmöglichen Gelegenheit hielt ich an, um den Spiegel wieder zurückzuklappen und evtl. Beschädigungen festzustellen. Bis auf einen blauen Kratzer konnte ich aber nichts feststellen. Das Spiegelglas war noch ganz.

Da ich von dem Schreck nicht wusste, was ich tun sollte, sammelte ich mich kurz und beschloss dann, zu der Stelle, an der die Kollision passierte, zurückzufahren. Ich sah ca. 50-100 Meter weiter der "Unfallstelle" an einer Einfahrt in ein Waldstück das blaue Fahrzeug stehen, was sich in dem Moment von der Stelle entfernte. Ich versuchte dem Fahrzeug nachzufahren, konnte aber nicht durch Lichtzeichen auf mich aufmerksam machen. Auch konnte ich das Nummernschild nicht erkennen.

Meine Frage ist jetzt, ob es sinnvoll ist, im Nachgang noch die Polizei anzurufen und den Vorfall zu schildern oder die Sache auf sich beruhen zu lassen. Fakt ist ja sicherlich, dass es sich hier bei beiden Seiten um Unfallflucht handelt (sofern es ein Unfall war?) da der Fahrer des anderen Fahrzeugs möglicherweise nicht die Polizei angerufen und gewartet hat.

Andererseits befürchte ich nun eine Anzeige des Halters des anderen Fahrzeuges, weil ich womöglich laut dessen Meinung auch einfach weitergefahren bin und/oder seinen Außenspiegel beschädigt haben könnte.

Für Ihren kurzfristigen Rat bin ich sehr dankbar.
11.10.2017 | 13:25

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ein Unfallbeteiligter ist berechtigt, sich nach Ablauf einer angemessenen Wartezeit, wenn niemand bereit, Feststellungen zum Unfall zu treffen, vom Unfallort zu entfernen. Er muss dann aber die Feststellungen unverzüglich nachträglich ermöglichen.

Der Verpflichtung, die Feststellungen nachträglich zu ermöglichen, genügt der Unfallbeteiligte, wenn er einer nahe gelegenen Polizeidienststelle mitteilt, dass er an dem Unfall beteiligt war (§ 142 Absatz 3 StGB).

"Unverzüglich" heißt nicht sofort, sondern ohne schuldhaftes Zögern. Es gibt keine starren zeitlichen Grenzen, wann ein schuldhaftes Zögern vorliegt. Hier kommt es immer auf die Umstände des Einzelfalls an.

Wenn Sie einen triftigen Grund haben, weshalb Sie den Unfall erst jetzt melden, haben Sie sich nicht strafbar gemacht.

Die Rechtspflicht zur Ermöglichung der Feststellungen zu, ggfs. gegenüber der Polizei, wenn der Unfallgegner nicht bekannt ist, entfällt nicht bei einem Verzögern der Meldung. Bei einem geringen Sachschaden, und wenn die Unfallmeldung bei der Polizei nur geringfügig verzögert wurde, besteht die Möglichkeit, dass das Gericht von einer Strafe nach §§ 153, 153a StPO wegen Geringfügigkeit absieht. (Diese Möglichkeit besteht auch auch § 142 Abs. 4 StGB, wenn die Meldung innerhalb von 24 Stunden nach dem Unfall nachträglich ermöglicht wird, aber nur, wenn sich der Unfall außerhalb des fließenden Verkehrs ereignet hat.)

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Unfallgegner den Unfall bei der Polizei meldet.

Eine unterlassene oder verzögerte Unfallmeldung kann auch zu einem Entfallen des Versicherungsschutzes führen.

Es ist Ihnen daher zu empfehlen, den Unfall bei der Polizei so schnell wie möglich zu melden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Carsten Neumann

Nachfrage vom Fragesteller 11.10.2017 | 13:54

Sehr geehrter Herr Neumann,

vielen Dank für Ihre schnelle Rückmeldung. Ich habe soeben bei der örtlichen Polizei angerufen und den Vorgang geschildert. Der Kollege am anderen Ende teilte mir mit, dass ich die Sache auf sich beruhen lassen kann, da der Unfallgegner selbst den Unfall auch nicht gemeldet hat. So würde ich es erstmal hinnehmen. Der Beamte meinte auch, in dem Fall kann kein Schaden festgestellt werden, also ist es auch keine Unfallflucht.

Sollte dennoch irgendetwas kommen, auf was sollte ich vorbereitet sein? Sollte ich die Versicherung dennoch anrufen? Ich selbst sehe einen Kratzer am Spiegel jetzt auch nicht unbedingt als Schaden an.

Danke und freundliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.10.2017 | 13:59

Sehr geehrter Fragesteller,

Sie sollten den Vorgang vorsichtshalber bei der Versicherung melden.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass der Unfallgegner später noch einen Ersatzanspruch geltend macht.

Wenn Sie den Unfall bei der Polizei gemeldet haben, sind Sie auf der sicheren Seite. Auf was Sie vorbereitet sein sollten, kann man jetzt noch nicht sagen. Dies hängt davon ab, wie der Unfallgegner ggfs. den Unfallhergang darstellt.

Mit freundlichen Grüßen,

Carsten Neumann
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